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Christian

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Die News des Tages

Payment-Pionier in der Krise: Steht Paypal vor einer Übernahme?

 

Seit Monaten dümpelt der Kurs der Paypal-Aktie vor sich hin, stützte Anfang Februar sogar heftig ab. Am Montag gab es nun einen ordentlichen Satz von neun Prozent nach oben. Was ist das los?

 

Worum geht es? Grund für den Kurssprung sind Übernahmegerüchte. Schon länger wird spekuliert, wie es für Paypal weitergeht, seit sich abzeichnet, dass die angestrebte Sanierung weit weniger gut vorankommt als geplant. Am Montag schrieb "Bloomberg" (€) unter Berufung auf Insider, mehrere Interessenten würden mit Paypal erste Gespräche über einen Kauf führen. Hintergrund sei die extrem niedrige Bewertung, bei der der aktuelle Börsenkurs von rund 40 Dollar pro Aktie kaum noch das eigentliche Geschäftsvolumen von Paypal widerspiegle.

 

Was sind Paypals Probleme? Seit dem Allzeithoch Mitte 2021 bei über 300 Dollar hat Paypal über 80 Prozent seines Börsenwerts verloren. Dafür gibt es vier Gründe:

  • Stagnation im Kerngeschäft: Der Branded Checkout, also der blaue Paypal-Button in den Online-Shops, wuchs zuletzt nur noch um ein mickriges Prozent. Paypal gewinnt in seinem profitabelsten Segment kaum noch Neukunden, also schwindet das Vertrauen der Anleger.
  • Margen-Erosion: Während Paypal über die Tochter Braintree, die Zahlung unter anderem für Uber und Airbnb abwickelt, zwar hohe Volumina generiert, sind die Gewinnmargen dort extrem niedrig. Geld verdient Paypal nach wie vor über seinen blauen Knopf.
  • Führungsvakuum: Der erst vor Kurzem angetretene CEO Alex Chriss wurde im Februar 2026 überraschend durch Enrique Lores (ehemals HP) ersetzt. Dieser abrupte Wechsel signalisiert, dass der bisherige Turnaround-Plan nicht schnell genug fruchtete.
  • Veraltete Infrastruktur: Paypal kämpft mit einer komplexen, über Jahre gewachsenen IT-Struktur. Innovationen wie beispielsweite KI-Integrationen oder Krypto-Features sind damit langsamer umsetzbar als bei der agilen Konkurrenz mit jüngerem Tech-Stack.

Wer sind diese Konkurrenten? Paypal wird heute von mehreren Seiten in die Zange genommen: 

  • Beim Mobile Payment haben Apple und Google mit ihren direkt im Smartphone integrierten Payment-Lösungen einen strategischen Vorteil. Hier ist kein Login nötig, wodurch Paypal als einst simpelste digitale Payment-Lösung zunehmend verdrängt wird und auch an stationären Terminals unterliegt.

  • Der bereits erwähnte blaue Button ist heute auch beim Shopping am Rechner längst nicht mehr der bequemste Weg für Online-Zahlungen. Händler nutzen mittlerweile oft die ihrem Shop-System integrierten Checkout-Lösungen wie Shopify Payments.

  • Klarna mag gerade selbst mit massiven Problemen zu kämpfen haben. Doch der schwedische Mitbewerber konnte Paypal in der Vergangenheit stark unter Druck setzen. Eigentlich wäre das "Buy Now Pay Later"-Geschäft ein logischer Ausbauschritt für Paypals Businessmodell gewesen, doch die Amerikaner ließen Klarna lange gewähren und Marktanteile sichern. 

  • Eine bislang eher theoretische, potenziell aber große Gewahr steckt in der aktuellen Debatte um technologische Souveränität. Die hat dem Versuch europäischer Banken, mit Wero eine eigene Echtzeit-Bezahllösung zuetablieren, viel PR beschert. Gut möglich, dass künftige Verwerfungen zwischen der EU und USA dazu führen, dass Marktanteile neu verteilt werden.

Wer könnte Paypal kaufen? Namen konkreter Interessenten kursieren zwar nicht öffentlich, aber einige Kandidaten erscheinen plausibel. Deren Kreis ist aufgrund von Paypals aktueller Marktkapitalisierung von immerhin noch rund 40 Milliarden Dollar und der strategischen Bedeutung einer solchen Akquisition aber überschaubar:

  • Visa oder Mastercard. Für diese Kreditkartenanbieter wäre eine Übernahme eine Art "Back-to-the-roots"-Fusion. Sie könnten Paypal kaufen, um die direkte Schnittstelle zum Endkunden zurückzugewinnen.

  • US-Großbanken. JPMorgan Chase oder Goldman Sachs könnten Paypal nutzen, um ihre digitale Infrastruktur schlagartig auf Weltniveau (inklusive der oben genannten Probleme) zu heben und Millionen von Endkundendaten zu erhalten.

  • Amazon. Der E-Commerce-Gigant bietet mit Amazon Pay zwar selbst einen Paypal verwandten Service an. Der steht jedoch wie das Original unter Druck durch Apple Pay und Google Pay. Ein Merger der beiden Dienste würde den Anteil der Transaktionen unter Amazons Hoheit deutlich erhöhen – müsste aber wohl massive kartellrechtliche Hürden überwinden. 

  • Private Equity. Finanzinvestoren wie Blackrock oder KKR könnten den Job erledigen, an dem das Unternehmen selbst gerade scheitert. Sie würden Paypal von der Börse nehmen, radikal sanieren und in fünf Jahren dann wieder teurer verkaufen.

  • OpenAI. Okay, völlig spekulative Wildcard. Aber immerhin hat OpenAI Paypal als ersten Zahlungsdienstleister in ChatGPT integriert. Auch wenn die Umsätze hier noch sehr überschaubar sind, bieten eine voraussichtlich wachsende Relevanz von Chatbot-Shopping sowie der dämmernde Agentic Commerce viel Raum für Phantasie. Die Mittel für eine Übernahme hätte OpenAI auf jeden Fall.

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