Es hat sich schon längst zur Tradition entwickelt, dass die großen Digital-Plattformen im Dezember auf das Jahr zurückschauen und Rankings der schnellstwachsenden Suchbegriffe, der beliebtesten Creator und Inhalte und der besten Apps veröffentlichen. Meist sind diese Rankings stark redaktionell bearbeitet – so tauchen in Googles schnellstwachsenden Suchbegriffen beispielsweise nie Begriffe aus der "Erwachsenenunterhaltung" auf. Zum Teil lässt sich an den Rückblicken der jeweils aktuelle strategische Fokus der Plattform-Betreiber*innen ablesen. Nicht nur deswegen sind die Rankings trotzdem intessant. Hier einmal die Schnellzusammenfassung:
Google nutzt seinen
"Year in Search"-Rückblick vor allem, um das Thema KI, Gemini und den AI Mode zu pushen. Schnellstwachsender Such-Trend weltweit sei "Gemini". Und wer mehr über den jeweiligen Trend erfahren will, kann dafür einfach, wie praktisch, in Googles KI-Modus wechseln...
Im deutschen Jahresrückblickwerden auch die schnellstwachsenden Suchen mit dem Zusatz "mit KI" aufgelistet – auf dem ersten Rang überraschend die Gartenplanung. Ansonsten sei hierzulande die Bundestagswahl der am schnellsten wachsende Suchbegriff gewesen.
Youtube führt
in der US-Version des Rückblicks erstmals die Top Podcasts auf – wenig überraschend, weil Videos aktuell das vielleicht wichtigste Thema im Podcasting sind. Wenig überraschend auch, dass der Joe Rogan Podcast hier den ersten Platz belegt. Der Top Creator ist in den USA
und Deutschland ein und dieselbe Person: MrBeast. Unter den deutschen Creator-Kanälen (Künstler*innen, Marken, Medienunternehmen und Kinderkanäle sind hier nicht berücksichtigt) haben laut Youtube
Simplicissimus und Edel-Gebrauchtwarenhändler
Omid Mouazzen das stärkste Abonnent*innenwachstum verzeichnet.
Außerdem hat Youtube in diesem Jahr erstmals
einen personalisierten Rückblick namens "Recap" ein – vergleichbar mit Spotifys Wrapped. Der zeigt, welche Kanäle die Nutzer*innen am häufigsten angesehen und welche Themen sie interessiert haben. Bislang ist der Youtube Recap aber – so zumindest meine subjektive Beobachtung – offenbar noch bei Weitem nicht ein vergleichbarer Content-Marketing-Erfolg wie Spotifys Wrapped. Was auch daran liegen mag, dass Youtube die Funktion nicht so aggressiv pusht wie der schwedische Konkurrent.