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Muse Image: Metas neues Bildmodell ist besser als Nano Banana – und könnte auch auf deine Instagram-Bilder zugreifen

 

Meta hat mit Muse Image ein neues KI-Bild-Generierungs-Modell vorgestellt – das erste Bildmodell aus dem neuen "Superintelligence Lab", mit dem der Konzern seine KI-Sparte unter Alexandr Wang nach dem milliardenschweren Scale.ai-Deal neu aufgestellt hatte. Davor hatte Meta offenbar Bildmodelle von Black Forest Labs und Midjourney lizensiert, aber auch das eigene Modell Emu genutzt, das jedoch wohl nicht so wirklich konkurrenzfähig war.

 

Das ist bei Muse Image offenbar anders. Meta selbst spricht in diesem Zusammenhang von "Agentic Image Generation". So soll Muse Image nicht einfach Prompts direkt in Bilder umwandeln. Stattdessen soll im Hintergrund mit Muse Spark ein weiteres KI-Modell arbeiten, das nochmal nachjustiert und verfeinert. Wieviel davon Marketing-Gelaber ist: keine Ahnung. Aber offenbar ist das Modell leistungsfähig: Im Benchmark-Ranking von Arena.ai ist Muse Image auf Platz 2 eingestiegen, vor den Nano-Banana-Modellen von Google, nur hinter GPT Image 2 von OpenAI.

 

Muse Image war gleich zum Start in den USA verfügbar; wie mir ein Meta-Sprecher bestätigte wird das Modell aber gerade auch in Deutschland ausgerollt. Nutzen kann man es in Meta.ai – über die Website oder die App. Und da Meta.ai ja auch bei allen Meta-Plattformen integriert ist, steckt Muse Image künftig auch in Instagram, WhatsApp und bald wohl auch Facebook.

 

Für Marketeers relevant: Meta stellt das Modell nicht nur Konsument*innen zur Verfügung, sondern auch Werbetreibenden. Muse Image soll in Advantage+ integriert werden, also in Metas KI-Kampagnen-Format. Schon seit dem vergangenen Jahr nötigt Meta ja den Werbetreibenden ja immer wieder (zum Teil trickreich) die Erlaubnis ab, massenhaft KI-generierte Varianten ihrer Anzeigen auszuspielen (war schon im Oktober Thema bei OMR Takeaway). Mal schauen, ob die mit Muse Image generierten Creatives dann auch mal gegen Corporate Identitys verstoßen und die falschen Zielgruppen ansprechen, wie das damals bei True Classic der Fall war...

 

Auf Nutzer*innenseite ist Muse Image wohl am sichtbarsten auf Instagram: Dort gibt es zum einen mehr als 30 neue KI-Effekte für Stories, zum anderen aber eine recht kontroverse Funktion: Nutzer*innen können öffentliche Instagram-Profile per @mention markieren und auf Basis der öffentlichen Fotos dieser Accounts neue Bilder generieren lassen. Wichtiges Detail: Das Ganze ist offenbar Opt-out statt Opt-in. Wer nicht möchte, dass andere die eigenen öffentlichen Instagram-Inhalte auf diese Weise für KI-Bilder verwenden, muss es erst einmal überhaupt von dieser Funktion wissen und sie dann auch noch in den Einstellungen gezielt deaktivieren (hier steht, wie das geht).

 

Dass Meta hier einfach Fakten schafft, kommt nach einem Blick in die jüngste Vergangenheit nicht ganz überraschend: Bei den "Meta Glasses", den mit Kamera ausgestatteten KI-Brillen des Konzerns, zeigt der Konzern wenig Hemmungen, Bilder und Videos von Nutzer*innen für KI-Training zu nutzen und sichert sich via AGB auch dementsprechende, weit reichende Befugnisse. Wie zwei schwedische Zeitungen recherchiert und im Februar berichtet haben, arbeiten in Kenia Tausende Menschen bei einer von Meta beauftragten Firma daran, Aufnahmen von diesen Brillen zu "annotieren", damit mit diesen KI-Modelle trainiert werden können. Dabei bekommen sie auch sehr private und intime Videos zu sehen. Hinzu kommt, dass es immer wieder Berichte darüber gibt, dass mit diesen Kameras Menschen ohne ihr Wissen gefilmt werden und die Aufnahmen ins Internet gestellt werden.

 

Laut der Financial Times arbeitet Meta aktuell an einer KI-Brille, die quasi dauerhaft Audio erfassen und alle paar Sekunden Fotos aufnehmen könnte, möglicherweise ohne dass – wie noch bei den bisherigen Modellen – eine LED leuchtet, die sonst eine Aufnahme signalisiert. Wer weiß, wo diese Aufnahmen dann landen und wofür sie verwendet werden. Ach übrigens: Meta hat mit der Vorstellung von Muse Image auch ein neues Video-Modell angekündigt.

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