OpenAI macht Stress, VW-Massenentlassung, RWE, E.ON & Versorger-ETF, Bafin prüft Zalando ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­    ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­  
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Leider gibt's zum Wochenstart einiges an schlechten News, aber starten wir mit einer guten News zur Konjunktur: Alleine in den USA wurde an den Amazon Prime Days für 26,4 Mrd. $ online geshoppt. Das ist mehr als erwartet und 9% mehr als vor einem Jahr.

 

Guten Start in die Woche von Timon, Christoph & Noah

Was war los gestern?

(Stand 28.06.2026, 22:00 Uhr)

DAX24.671-1.29%
STOXX 506.222-0.73%
S&P 5007.354-0.05%
NASDAQ25.298-0.24%
Bitcoin59.447 $-0.82%
ON Semiconductor91 $-23.66%

Zahl des Tages: 100.000. So viele Stellen will VW-Chef Oliver Blume laut Manager Magazin bis 2030 streichen. Das wäre doppelt so viel wie bisher geplant und würde jeden sechsten der 657.000 Jobs betreffen. Dazu sollen einige Werke in Deutschland wirklich geschlossen werden. Blume denkt wohl außerdem darüber nach, die Marke VW als eigenständige Firma an die Börse zu bringen. Immerhin eine gute Nachricht für den Standort: Porsche will die Produktion des Cayenne von Bratislava nach Leipzig verlegen.

Thema des Tages:

KI-Selloff geht weiter

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OpenAI verschiebt seinen Börsengang laut der New York Times wahrscheinlich auf 2027. Und ob er dann kommt, ist aus unserer Sicht auch fragwürdig. OpenAI wächst seit Monaten deutlich schwächer als Anthropic, wurde von den eigenen Investoren für mangelnden Fokus kritisiert und hat aufs falsche Pferd gesetzt.

 

Anthropic hat sich voll auf Business-Kunden konzentriert (das mit Abstand beste KI-Geschäft), während OpenAI mit ChatGPT zwar viele Privatnutzer hat, dort aber gegen Google & Co. kämpft und die Zahlungsbereitschaft viel niedriger ist.

 

Am Freitag kam außerdem raus, dass OpenAI den Apple-Manager abgeworben hat, der für die Vision Pro verantwortlich war. Mit ihm soll die Hardware-Sparte noch weiter ausgebaut werden. Klingt nicht nach dem "klaren Fokus", den Investoren sich wünschen.

 

Der vermeintlich verschobene Börsengang könnte ein Grund für die schlechte KI-Stimmung am Freitag gewesen sein. Viele KI-Aktien hängen direkt oder indirekt an den Ausgaben von OpenAI. Wenn die Firma Probleme hat, fehlt ein großer Nachfragetreiber. Dazu hat Coinbase-CEO Brian Armstrong gepostet, dass Coinbase seine KI-Kosten in den letzten Monaten halbiert hat, obwohl sie sogar mehr KI nutzen. Open-Source-Modelle machen's möglich. Auch das ist kein Rückenwind für OpenAIs Börsenstory.

 

Am härtesten hat‘s die Speicherchip-Aktien getroffen. Micron, SK Hynix und Samsung haben alle über 5% verloren, auch die europäischen Chip-Aktien sind abgeschmiert. Stabil geblieben sind nur paar Aktien wie TSMC, NVIDIA und AMD. Der Unterschied: Speicherchip-Firmen haben Produkte, die auch viele Konkurrenten anbieten. Damit die alle richtig Geld verdienen, muss es einen Engpass geben. Bei NVIDIA ist das anders, weil sie sich mehr über die reine Chip-Performance differenzieren.

 

Spannend war, wohin das Geld geflossen ist. Investoren haben nicht nur in langweilige Titel wie Costco oder Visa umgeschichtet, sondern auch auf ein Comeback der Software-Aktien gesetzt: SAP, Shopify, Salesforce, ServiceNow und Adobe haben alle rund 5% zugelegt.

 

Was sonst noch los war:

  • ON Semiconductor (-24%) hat für rund 7 Mrd. $ die Firma Synaptics übernommen. Für eine Firma, die bei rund 1 Mrd. $ Umsatz zuletzt Verluste geschrieben hat und nur noch um die 10% wächst, ist das relativ teuer. Die Börse war entsprechend wenig begeistert. Immerhin zahlt Onsemi komplett mit eigenen Aktien (die dieses Jahr 70% gestiegen sind) und braucht kein Cash.
  • Zalando (-6%) hat am Freitag kräftig verloren. Die Bafin will den Jahresabschluss prüfen, weil's Hinweise auf Verstöße gegen Rechnungslegungsvorschriften gibt. Es soll laut Zalando um eine Formalität rund um die About-You-Übernahme gehen.
  • Apple betreibt laut Financial Times intensive Lobbyarbeit bei Trump, um Speicherchips von der chinesischen Firma CXMT kaufen zu dürfen. CXMT steht auf einer Blacklist der US-Regierung. Sollte Apple grünes Licht bekommen, könnte das die westlichen Speicherchip-Firmen unter Druck setzen.
  • Die Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA ist scheinbar geplatzt. Nachdem der Iran Schiffe mit Drohnen angegriffen hat, haben die USA mit Gegenangriffen reagiert. Man kann nur hoffen, dass das diese Woche nicht weiter eskaliert.
  • Rund um KI-Regulierung gab‘s zwei Meldungen: OpenAI darf sein neuestes Modell laut der US-Regierung vorerst nur ausgewählten Kunden zur Verfügung stellen. Gleichzeitig hat die Regierung das Mythos-Modell von Anthropic teilweise wieder freigegeben, das aus Sicherheitssorgen gesperrt war.

In der Kurz-Analyse:

Strom-Monopoly

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Energieversorger sind eigentlich als stabile, aber langweilige Aktien bekannt. In den letzten zwölf Monaten hat sich das geändert: RWE hat 50% Rendite geliefert, und auf Sicht von fünf Jahren haben sowohl RWE als auch E.ON über 80% gewonnen.

 

Erstmal der wichtigste Unterschied: RWE erzeugt Strom und ist einer der größten Betreiber von Wind- und Solarparks weltweit. E.ON betreibt die Netze, über eine Million Kilometer allein in Europa.

 

Wo stehen die beiden grade?

  • RWEs geht mehr ins Netz: Der Konzern hat für 3,6 Mrd. € die Mehrheit am Netzbetreiber Amprion übernommen. Weil der Bau von Windparks extrem viel Geld kostet und Strompreise schwanken, setzt man mehr auf eine verlässliche Cash-Maschine. Finanziert wird das per Kapitalerhöhung, was den Kurs erstmal belastet hat.
  • E.ONs Rekord-Investitionen: Das größte Investitionsprogramm der Firmengeschichte läuft, fast 48 Mrd. € bis 2030, vor allem ins Stromnetz. Der Haken: Das Geschäft ist reguliert. Die Bundesnetzagentur legt fest, wie viel E.ON mit den Netzen verdienen darf. Gerade wird diese Verzinsung neu verhandelt. Will die Politik die Bürger entlasten, trifft das E.ON-Aktionäre.
  • KI als Mega-Treiber: In den USA hat NextEra für fast 70 Mrd. $ den Konkurrenten Dominion übernommen. Der Grund: KI-Server brauchen enorme Strommengen. In Virginia, dem größten Rechenzentrums-Markt der Welt, kommen schon 28% des Stromabsatzes von Rechenzentren. Größe macht den Bau neuer Kraftwerke und Netze günstiger und schneller - auch deshalb gab’s die Übernahme.

Aber mehr Wachstum heißt auch mehr Risiko. Die Konzerne nehmen teilweise massiv Schulden auf, um ihre Investitionen zu stemmen. Bleiben die Zinsen hoch, fressen die Finanzierungskosten einen guten Teil der Gewinne. Dazu kommt: Viele Versorger-Aktien sind nicht mehr so günstig wie früher.

 

Wer trotzdem vom Trend profitieren will, ohne auf ein einzelnes Unternehmen zu wetten, kann einen Branchen-ETF wie den Xtrackers MSCI World Utilities kaufen (74 Versorger aus Industrieländern). Aber auch da gilt: 60% der Firmen kommen aus den USA, und die zehn größten Positionen machen fast die Hälfte aus. Auf Sicht von fünf Jahren hat der ETF rund 70% gewonnen.

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