Warren Buffetts Definition von Rente: Sieben Tage arbeiten, aber kein Anzug. Mehr dazu unten.
Außerdem fanden wir abseits der Börse krass, dass das Fitnessarmband-Startup Whoop grade 575 Mio. $ von Investoren gekriegt hat. Bewertung: 10 Mrd. $.
Was war los gestern?
(Stand 31.03.2026, 22:00 Uhr)
DAX
22.680
+0.52%
STOXX 50
5.570
+0.50%
S&P 500
6.529
+2.91%
NASDAQ
21.591
+3.83%
Bitcoin
67.890 $
+1.74%
Apellis
40 $
+135.40%
Zahl des Tages:19.000.000 $. So viel hat jemand 2022 für einen Charity-Lunch mit Warren Buffett bezahlt. Das war der Rekord, bevor Buffett das Format eingestellt hat. Jetzt kommt der Lunch zurück. Dieses Mal mit NBA-Legende Steph Curry an seiner Seite. Ab dem 7. Mai könnt ihr auf eBay mitbieten. Zum Vergleich: Für das Doppelte der 19 Mio. $ hätte man gestern die komplette Schuhmarke Allbirds kaufen können, die beim Börsengang noch über 4 Mrd. $ wert war. Das hat die Markenholding American Exchange Group gemacht.
Slide der Woche - wer errät die Firma?
Bei welcher Firma rechnen sich neue Läden schon nach so kurzer Zeit? Kleiner Hint: Es sollen dieses Jahr über 400 Läden eröffnet werden.
Auflösung unten.
Thema des Tages:
Buffett ist noch da
Die US-Börsen haben gestern stark zugelegt. Grund war ein Bericht vom Wall Street Journal laut dem Trump intern über ein Kriegsende gesprochen hat, noch bevor die Straße von Hormus vollständig geöffnet ist. Dazu kamen Berichte über mehr Verhandlungsbereitschaft im Iran.
Dass die Börsenstimmung gestern so gut war, liegt vielleicht auch daran, dass der OG Warren Buffett doch noch nicht ganz in Rente ist.
Er hat gestern in einem CNBC-Interview gesagt, dass er jeden Tag ins Büro kommt und aktiv Investments macht, auch wenn er nichts tut, was Nachfolger Greg Abel nicht passt.
Er hat zugegeben, dass er Apple-Aktien zu früh verkauft hat und dass er wieder einsteigen würde. Dafür müsste die Aktie aber günstiger werden. Apple bleibt trotzdem seine größte Position, mit der er weiter sehr happy ist.
Außerdem hat er verraten, dass er vor Kurzem ein kleines Investment gemacht hat. Welches, wollte er nicht sagen. Richtige Schnapper sieht er im aktuellen Marktumfeld noch nicht, obwohl es in den letzten Tagen bergab gegangen ist.
Nach Börsenschluss gab's noch Zahlen von Nike:
Der Umsatz ist nur 0,1% gewachsen aber damit schneller als gedacht. China ist 7% geschrumpft und damit deutlich weniger stark als gedacht. Analysten haben über 10% Rückgang erwartet.
Trotzdem sind das natürlich immer noch Zahlen von einer Firma, die mitten im Turnaround ist und bei Converse ist der Umsatz schon wieder 35% geschrumpft.
Die Aktie hat nach Börsenschluss 5% verloren.
Was sonst noch los war:
Marvell (+13%) hat eine 2 Mrd. $ Investition von NVIDIA gekriegt. Jensen Huang hat die Firma als hervorragendes Investment gelobt
Nebius (+12%) will in Finnland eins der größten KI-Rechenzentren Europas bauen. Der europäische KI-Rechenzentrumsbauer hat davon deutlich profitiert.
Apellis (+135%) hat sich nach der Übernahme durch Biogen mehr als verdoppelt. Biogen hat fast 6 Mrd. $ für die Biotech-Firma bezahlt, was mit Blick auf den eigenen Börsenwert von nur 30 Mrd. $ ein ziemlich großer Brocken ist.
Centessa (+44%) ist durch die Decke, nachdem Eli Lilly die Biotech-Firma für knapp über 6 Mrd. $ übernommen hat. Centessa entwickelt unter anderem Medikamente gegen extreme Müdigkeit.
Snap (+14%) hat zugelegt, nachdem der aktivistische Investor Irenic sich 2,5% der Aktien gesichert hat. Irenic will Änderungen durchdrücken, unter anderem den Verkauf des Smart-Glasses-Geschäfts und Entlassungen.
In der Kurz-Analyse:
Nikes Lieferant
Ma Jianrong hat seine Karriere mit 13 in einer Textilfabrik angefangen, weil seine Mutter ihn fürs Schulschwänzen bestrafen wollte. Heute besitzt seine Familie fast 50% von Shenzhou International, und sein persönliches Vermögen liegt bei 9 Mrd. $. Seit dem Börsengang 2005 hat sich der Börsenwert auf 10 Mrd. $ mehr als verzwanzigfacht.
Wie macht man so ein Vermögen in der Klamotten-Produktion? Normalerweise drücken die großen Marken ihre Zulieferer bei den Margen. Aber Shenzhou hat in den letzten zehn Jahren keinen einzigen Schlüsselkunden verloren. Im Gegenteil:
Konzentration auf Gewinner: Nike, Adidas, Puma und Uniqlo machen zusammen fast 80% des Umsatzes aus (4,5 Mrd. $). Als Adidas und Nike ihre Lieferketten verschlankt haben, hat Shenzhou Marktanteile gewonnen.
Cleveres Netzwerk: 40% der Kapazität in China, 30% in Vietnam, der Rest in Kambodscha. Damit kann Shenzhou flexibel auf Zölle, Lohnkosten und geopolitische Spannungen reagieren. In die USA gehen sowieso nur knapp 15% vom Umsatz.
Rückenwind: Nike und Adidas haben ihre Destocking-Phase hinter sich. Wenn beide wieder stärker bestellen, landet ein großer Teil davon bei Shenzhou. 2025 ist der Umsatz mit den vier Kernkunden um knapp 20% gestiegen.
ABER: Nike und Uniqlo machen zusammen 50% vom Umsatz und Uniqlo wächst stärker. Mit Uniqlo-Aufträgen verdient Shenzhou weniger als mit Nike-Aufträgen. Dazu bleibt der Nike-Turnaround unsicher. Deshalb handelt die Aktie aktuell nur mit einem KGV von 11, weit unter dem Zehn-Jahres-Schnitt von 22. Als Trost gibt's 5% Dividendenrendite und knapp 2 Mrd. $ Nettocash in der Bilanz.
Unilever verkauft seine komplette Food-Sparte an McCormick. Im Paket sind Knorr, Hellmann's Mayo und kleinere Marken wie Pfanni. Das Spannende: McCormick macht selbst nur rund 7 Mrd. $ Umsatz und 1 Mrd. $ operativen Gewinn. Knorr allein dürfte beim Gewinn ähnlich groß sein.
Deshalb ist das keine normale Übernahme. McCormick zahlt 16 Mrd. $ Cash, Unilever behält danach 10% an der neuen Firma, und Unilever-Aktionäre kriegen 55% der Anteile. Beide Aktien haben auf die Nachricht mit minus 5% reagiert.
Warum verkauft Unilever überhaupt?
Schwaches Wachstum: Food wächst langsamer als Beauty- und Pflegemarken, vor allem in den USA und Europa. Zu hohe Preiserhöhungen, starke Eigenmarken der Händler und der Gegenwind durch Abnehmspritzen belasten den Bereich.
Strategischer Fokus: CEO Fernando Fernandez will sich voll auf Beauty, Haushalt und Pflege konzentrieren. Dieses Business ist in den letzten drei Jahren um 5% pro Jahr gewachsen, bei einer operativen Marge von rund 20%.
Indien bleibt: Das Food-Geschäft in Indien verkauft Unilever nicht. Denn das ist ein Fokus-Markt von Unilever. Mittelfristig sollen 45% vom Umsatz aus Indien und den USA kommen (aktuell: 33%).
McCormick nimmt für den Deal massiv Schulden auf, die Nettoverschuldung steigt auf das Vierfache des operativen Gewinns. Das neue Konstrukt fährt also einen eher heißen Reifen.
Spannend bleibt außerdem, was Unilever mit den 16 Mrd. $ Cash macht. Zukäufe in Beauty und Pflege (Beiersdorf, Henkels Haar-Sparte?) wären denkbar, sind aber noch reine Spekulation.
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