Euro in Krise. Brasilien boomt. Mega-Deal von Schneider Electric. GE HealthCare kauft zu. C.H. Robinson kauft RXO. OpenAI pusht Cerebras. ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­    ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­  
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Wir haben gesehen: Dinosaurier-Knochen sind offenbar ein boomendes Asset. Sotheby's versteigert Ende Oktober in New York das Skelett eines seltenen Nanotyrannus (eines von nur drei bekannten Exemplaren) für bis zu 9 Mio. $. Zum Vergleich: Erst vor drei Monaten hat Sotheby's einen T-Rex für über 50 Mio. $ versteigert. Falls ihr Platz und Geld habt, go for it. 

 

Viel Erfolg beim Mitbieten und einen guten Tag von Timon, Christoph & Noah.

Was war los gestern?

(Stand 05.10.2026, 22:00 Uhr)

DAX25.254+0.09%
STOXX 506.242+0.06%
S&P 5007.774+0.66%
NASDAQ27.477+1.05%
Bitcoin85.667 $-0.98%
Cerebras179.53 $+9.08%

Zahl des Tages: 14%. So stark ist der MSCI Brazil ETF gestern gestiegen, nachdem Senator Flávio Bolsonaro bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl überraschend 47% geholt hat. Der amtierende Präsident Lula kam nur auf rund 45%, obwohl die Umfragen ihn vorne gesehen hatten. Bolsonaro gilt als wirtschaftsfreundlich, entsprechend hat auch der brasilianische Real über 4% gegenüber dem Dollar zugelegt. Die brasilianische Nubank ist auch 13% gestiegen.

Thema des Tages:

Merger Monday

PTC

Gestern war wieder Merger Monday und es gab gleich drei fette Deals auf einen Schlag:

 

Nr. 1: Schneider Electric kauft PTC für 23 Mrd. $

 

Der französische Industriekonzern Schneider Electric (-10%) schnappt sich die US-Softwarefirma PTC (+33%). Das ist die größte Übernahme der Firmengeschichte. Schneider will damit tiefer ins Software-Geschäft, ähnlich wie Siemens es seit Jahren versucht. Das Timing ist gut: Software-Aktien sind durch KI-Sorgen günstiger geworden (PTC hat dieses Jahr 17% verloren), während Schneider als Elektrifizierungs-Profiteur vom KI-Boom seit Jahresbeginn rund 30% zugelegt hat. Einen Teil des Kaufpreises finanziert Schneider mit den eigenen (teuren) Aktien.

 

An der Börse kam's trotzdem nicht gut an. Schneider zahlt 40% mehr als der Schlusskurs vom Freitag und will bis zu 17 Mrd. € an neuen Schulden aufnehmen. Schneider könnte mit seiner Einkaufstour noch nicht am Ende sein. Die Franzosen haben allein in den letzten Monaten den KI-Spezialisten Cognite (3 Mrd. $) und Shelly aus Bulgarien (über 1 Mrd. $) übernommen.

 

Nr. 2: GE HealthCare kauft Sofie Biosciences für 950 Mio. $

 

GE HealthCare (+2%) kauft sich mit Sofie Biosciences in den Bereich Radiopharmaka ein. Das sind radioaktive Substanzen, die bei Untersuchungen eingesetzt werden, um z.B. Krebs in PET-Scans sichtbar zu machen. Passt perfekt, weil GE die dazugehörigen Geräte baut.

 

Dazu bekommt GE die US-Rechte an einem Wirkstoff in später Testphase, der künftig verschiedene Krebsarten erkennen könnte. Radiopharmaka sind gerade ein echtes Deal-Thema: Erst im August hat der Konkurrent Curium angekündigt, Lantheus für bis zu 8 Mrd. $ zu kaufen.

 

Nr. 3: C.H. Robinson kauft RXO für fast 6 Mrd. $

 

Der US-Frachtvermittler C.H. Robinson (-11%) übernimmt den kleineren Konkurrenten RXO (+22%). Beide sind Broker, die zwischen Firmen mit Transportbedarf und Spediteuren vermitteln. C.H. Robinson setzt stark auf KI und will durch den zusammengelegten Konzern rund 300 Mio. $ an Kosten sparen.

 

Spannend ist der Deal auch wegen Brad Jacobs. Der Seriengründer hat RXO 2011 aus seinem Imperium ausgegründet. Sein Muster ist immer gleich: In einer zersplitterten Branche viele kleine Firmen aufkaufen, Abläufe optimieren, einen Riesen formen. So sind United Waste Systems, United Rentals und die Logistikfirma XPO entstanden.

 

Was sonst noch los war:

  • Der Euro ist auf den tiefsten Stand seit Mai 2025 gefallen. Hauptgrund: die Schulden- und Haushaltskrise in Frankreich. Anleger verlangen für französische Anleihen so viel mehr Zinsen als für deutsche wie zuletzt 2011. Gleichzeitig wird am Markt damit gerechnet, dass die US-Notenbank die Zinsen weiter anheben muss, was den Dollar stärker und den Euro noch unattraktiver macht.
  • Cerebras (+9%) hat davon profitiert, dass OpenAI-Chef Sam Altman die Firma auf X als engen Partner bezeichnet hat. Cerebras baut ungewöhnlich große KI-Chips, die darauf spezialisiert sind, Modelle besonders schnell laufen zu lassen. Zuletzt war die Aktie unter Druck, weil SemiAnalysis berichtet hatte, dass OpenAI für sein neuestes Modell offenbar Nvidia-Chips statt Cerebras-Hardware nutzt. Altmans Post scheint da eine andere Sprache zu sprechen. Trotzdem hat sich die Aktie seit dem IPO im Mai circa halbiert.
  • Volare Shipping (+4%) hatte gestern den ersten Handelstag an der Börse in Oslo. Die Reederei profitiert davon, dass durch den Nahost-Konflikt die Preise fürs Tanker-Chartern auf Rekordhöhen geschossen sind. Es kostet aktuell über 1 Mio. $, einen großen Öltanker im Persischen Golf zu mieten. Volare startet mit sechs Riesentankern, acht weitere sind bestellt.

In der Kurz-Analyse:

Turnaround-Chance bei Otis?

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Otis Worldwide ist der größte Aufzughersteller der Welt, aber neue Aufzüge verkauft die Firma fast ohne Gewinn. Die operative Marge im Neugeschäft liegt bei mageren 5%. Der eigentliche Cashbringer ist der Service: Wartung, Reparatur und Modernisierung machen zwei Drittel vom Umsatz und über 90% vom operativen Gewinn aus. 95% der Kunden verlängern jedes Jahr ihre Verträge.

 

Trotzdem hat die Aktie seit Jahresanfang fast 30% auf 24 Mrd. $ verloren. Die Gründe:

  • Margendruck im Service: Höhere Löhne, noch nicht fertig eingearbeitete Mitarbeiter und teurere Ersatzteile haben die Servicemarge zwei Quartale hintereinander von 25% auf 23% gedrückt.
  • China schwächelt: Wegen des schwachen Häusermarkts bekommt Otis weniger Neuaufträge, was langfristig auch weniger neue Wartungskunden bedeutet.
  • Kundenverluste in Amerika: Laut Management war der Service in den letzten Jahren nicht gut genug. In den USA ist die Zahl der Wartungskunden zuletzt sogar geschrumpft.

Aber Otis hat gerade die beste Chance, verlorene Kunden zurückzuholen. Weltweit gibt's 22 Mio. Aufzüge, 9 Mio. davon sind älter als 20 Jahre und stehen vor einer Modernisierung. Im letzten Quartal ist das Modernisierungsgeschäft 24% gewachsen.

 

Der Clou: Bei einer Modernisierung bekommt der Aufzug neue Steuerung und Software von Otis. Freie Wartungsfirmen können solche Anlagen danach oft nicht mehr betreuen, weil ihnen die Diagnosegeräte fehlen. So kann Otis verlorene Wartungsverträge systematisch zurückholen.

 

Ende des Monats kommen die Q3-Zahlen. Otis hat versprochen, dass die Servicemarge im zweiten Halbjahr aufs alte Niveau zurückkommt. Wenn das klappt, sieht der Kursrutsch übertrieben aus. Das erwartete KGV liegt bei rund 15. Im Fünfjahresschnitt lag es bei 24. Konkurrenten Kone und Schindler werden aktuell mit dem 23-Fachen bewertet. Dazu gibt's bei Otis durch Rückkäufe und Dividende 6% Aktionärsrendite.

Zum Podcast

In der Kurz-Analyse:

Dutch Bros will Fußgänger

DutchBros

Dutch Bros hat die USA mit über 1.000 Drive-Thru-Läden überrollt und eine der stärksten Marken im Getränke-Game aufgebaut. Nur Drive-Thru heißt: wenig Fläche, viel Umsatz. Die Getränke sind oft gar kein Kaffee, sondern zum Beispiel der hauseigene Energydrink, was Kunden auch abends in den Laden bringt. Der Hype ist real: Zum selbst ausgerufenen Feiertag für „Passenger Princesses" gab's dreimal so viele Mitarbeiter wie sonst und limitierte Magnete, die danach auf eBay für über 100 $ verkauft wurden.

 

Allein in den letzten drei Monaten hat die Aktie aber fast 50% verloren. Warum?

  • Wachstum verlangsamt: Die Transaktionen in bestehenden Läden sind im letzten Quartal nur noch 3% gewachsen, vorher waren's über 5%. Dazu hat Dutch Bros vor einem Jahr angefangen, Essen auszurollen. Der Umsatzeffekt davon fällt in den nächsten Quartalen weg.
  • Starbucks-Trauma: Die Börse hat bei Starbucks gesehen, wie schnell Umsätze in bestehenden Läden bröckeln können. Aus einem Wachstums-Case wird dann schnell ein Krisen-Case.

Auf der anderen Seite:

  • 15% Wachstum allein durch neue Läden. Dazu laufen erste Tests mit Walk-up-Fenstern für Fußgänger, was zusätzliches Potenzial eröffnet.
  • Die Bewertung wird interessant: Dutch Bros hat im letzten Jahr rund 300.000 $ operativen Cashflow pro Laden gemacht. Aus den bestehenden Läden wären das ca. 360 Mio. $ Cashflow pro Jahr. Mit dem 20-Fachen bewertet kommt man auf 7 Mrd. $, genau der aktuelle Börsenwert. Dabei wächst die Firma mit über 20% pro Jahr.

Klar bleibt das risikoreich, weil bei dem Wachstum viel schiefgehen kann. Aber wer langfristig an den Case glaubt, bekommt einiges an Upside.

Risikohinweis: Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente. Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung. Ihr entscheidet selber, was ihr macht.

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