Gute Nachrichten zum Wochenstart: OpenAI will dieses Jahr auf 8.000 Mitarbeiter anwachsen. Aktuell sind sie bei knapp 4.500. Grund ist, dass sie mehr Leute brauchen, die an Firmenkunden verkaufen und denen bei der Implementierung von KI helfen.
Vielleicht ersetzt KI erstmal doch nicht alle Jobs.
Guten Wochenstart!
& hier noch die Earnings der Woche:
Was war los gestern?
(Stand 22.03.2026, 22:00 Uhr)
DAX
22.380
-2.01%
STOXX 50
5.501
-2.00%
S&P 500
6.506
-1.51%
NASDAQ
21.648
-2.01%
Bitcoin
68.469 $
-0.63%
United Airlines
90 $
-4.46%
Zahl des Tages:200.000.000 $. Zusätzliches Fleisch in dem Wert will Cargill jedes Jahr aus seinen Rindern rausholen. Ein KI-Kamerasystem erkennt, ob noch Fleisch am Knochen ist. Klingt banal, bringt aber 0,5% mehr Fleisch pro Tier.
Thema des Tages:
Chip-Schmuggler
Es gibt Dinge, die kann man nicht nachvollziehen. Zum Beispiel, wie erfolgreiche Menschen ihre komplette Karriere für vergleichsweise kleine Summen aufs Spiel setzen. Ende letzter Woche hat‘s Wally Liaw erwischt. Der Mitgründer von Super Micro wurde verhaftet, weil er NVIDIA-Chips im Wert von 2,5 Mrd. $ nach China geschmuggelt haben soll.
Liaw hält rund 3% an Super Micro, sein Anteil war zwischenzeitlich über 1 Mrd. $ wert. Geldsorgen hatte der Mann also keine. Die Aktie ist nach der Nachricht 30% eingebrochen. Allein dadurch hat er über 100 Mio. $ an Privatvermögen verloren. Rein finanziell hat sich die Aktion also schon jetzt nicht gelohnt.
Und es sieht nicht gut für ihn aus. Die US-Behörden haben Textnachrichten gefunden, in denen er den Schmuggel koordiniert hat. Das System von ihm und seinen Komplizen war dabei ziemlich durchdacht: Es wurden sogar Fake-Server aufgestellt, um Export-Prüfer von Super Micro selbst und US-Behörden zu täuschen.
Was sonst noch los war:
Unilever (+0%) führt laut neuen Berichten Gespräche mit dem Gewürz-Konzern McCormick über einen Verkauf der Lebensmittelsparte (Knorr, Hellman's). Wobei "Verkauf" es nicht ganz trifft: Die Sparte macht rund 3 Mrd. $ Gewinn pro Jahr und damit dreimal so viel wie McCormick selbst. Die geschätzte Bewertung liegt bei 30-40 Mrd. $. Am Ende wäre es also eher eine Fusion und Unilever-Aktionäre würden danach einen großen Anteil an der neuen Firma halten.
Palantir (+0%) hat gute Nachrichten aus Washington bekommen. Die Software Maven soll jetzt im US-Verteidigungsministerium flächendeckend ausgerollt werden. Aktuell wird sie schon im Iran eingesetzt, wo sie Gebiete analysiert und Ziele identifiziert.
SAP (+0%) profitiert ebenfalls vom Rüstungsboom. CEO Christian Klein hat gesagt, dass die Rüstungsindustrie für SAP die Kundengruppe mit dem stärksten Wachstum ist. Schon jetzt kommen rund 10% des Umsatzes aus dem Bereich.
United Airlines (-5%) stellt sich auf dauerhaft hohe Ölpreise ein und streicht dieses Jahr 3% der eher unprofitablen Strecken. Der CEO hat vorgerechnet: Auf dem aktuellen Ölpreis-Niveau könnten die Kerosin-Kosten auf 11 Mrd. $ steigen. Das wäre mehr als doppelt so viel wie der höchste Jahresgewinn, den United jemals gemacht hat.
Gold (-10% letzte Woche) hat laut CNBC die schlechteste Woche seit September 2011 hingelegt. Zwar gilt Gold als Krisenwährung, aber wer kurzfristig Volatilität aus dem Depot nehmen will, verkauft Gold. Dazu kommt: Wenn Zinsen wegen höherer Inflation steigen, werden Anleihen im Vergleich attraktiver, weil Gold eben keine Zinsen zahlt.
DAX (-2%) und NASDAQ (-2%) haben am Freitag wieder deutlich verloren. Die Gründe: ein Bloomberg-Bericht, laut dem der Iran kaum Verhandlungsbereitschaft zeigt die Straße von Hormus zu öffnen, dazu Berichte über mehr US-Schiffe und Soldaten in Richtung Iran. Am Samstag hat Trump gedroht, die größten Kraftwerke im Iran anzugreifen, wenn die Straße nicht in 48 Stunden geöffnet wird.
In der Kurz-Analyse:
Bus-Simulator
InitInnovations steigt heute in den SDAX auf. Die Firma aus Karlsruhe entwickelt Software und Hardware für den öffentlichen Nahverkehr. Die roten Doppeldecker in London? Werden mit Init-Technologie gesteuert. Wer in Houston am Drehkreuz die Kreditkarte ans Lesegerät hält, nutzt das kontaktlose Bezahlsystem von Init.
Größter Wachstumstreiber ist Nordamerika. In Atlanta hat Init 2024 einen 100 Mio. $ Auftrag zur Modernisierung der Verkehrsbetriebe bekommen. Weil das System pünktlich zur Fußball-WM stehen muss, hat Atlanta das Budget um 60 Mio. $ aufgestockt. Dazu kommen Service- und Wartungsverträge für zehn Jahre, die den Auftragswert verdoppeln könnten.
Der Umsatz ist 2024 um 24% gewachsen, die operative Marge auf rund 10% gestiegen. Nordamerika macht mittlerweile fast die Hälfte vom Umsatz aus.
Der Plan: Init will vom Technologielieferanten zum Servicepartner werden. Heißt: mehr höhermargige, wiederkehrende Serviceaufträge statt einmaliger Projekte.
Gründergeführt seit 1983: Gründer Gottfried Greschner ist über 40 Jahre später immer noch Vorstandschef. Er und seine Familie halten rund 40% der Aktien.
An der Börse ist Init 400 Mio. € wert, das entspricht einem KGV von 14. Klingt bei 24% Wachstum und über 2% Dividendenrendite nicht super teuer. Vor allem, wenn wirklich mehr Service-Umsätze dazukommen. Das ist aber eben noch nicht klar und das Business hängt stark an einzelnen Großaufträgen.
Jack Cowin ist 83 Jahre alt und führt seit letztem Sommer persönlich Domino's Pizza Enterprises (DPE), einen der größten Master-Franchisenehmer von Domino's Pizza mit fast 3.500 Standorten in Australien, Frankreich, Japan, Deutschland und neun weiteren Ländern. Zu seinem Alter sagt er nur: Ich bin genauso alt wie Mick Jagger und der gibt auch noch 3-Stunden-Konzerte.
Warum muss der Gründer selbst ran?
Während Corona hat sich der Börsenwert von 2 auf 10 Mrd. $ fast verfünffacht. Danach kam der Absturz: Das Wachstum konnte nicht gehalten werden, zu viele Filialen auf einmal, zu viele Rabatte. 2025 hat DPE zum ersten Mal seit 20 Jahren einen Verlust gemacht. Zwei CEOs sind in kurzer Zeit gegangen. Seit dem Corona-Hoch ist der Börsenwert um 90% auf knapp 1 Mrd. $ gefallen.
Cowins Plan: Menü vereinfachen, Rabatte streichen, auf teurere Pizzen fokussieren. Der Preis pro verkaufter Pizza soll in Australien um 70% steigen.
Erste Ergebnisse: 10% der preissensiblen Kunden in Australien sind abgesprungen, aber der Gewinn pro Filiale ist trotzdem gestiegen.
Neuer CEO: Ab August soll Ex-McDonald's Manager Andrew Gregory übernehmen.
Die Börse glaubt noch nicht dran. Über ein Fünftel aller Aktien werden leerverkauft. Ohne Discounts könnten Kunden zur Konkurrenz wechseln, und durch Lieferdienste wie Uber Eats gibt's immer mehr Alternativen. Die Umsätze in bestehenden Läden sind zuletzt um 2,5% gefallen.
Das KGV liegt bei 13 (Zehnjahresdurchschnitt: rund 30). Ob DPE da wieder hinkommt, ist fraglich. Zum Vergleich: Collins Foods, der australische Master-Franchisenehmer von KFC, liefert deutlich bessere Zahlen und kommt trotzdem nur auf ein KGV von 17.
Mit dem Link da unten kannst du diesen Newsletter weiterempfehlen. Wozu? Wenn du mehr als 15 erfolgreiche Empfehlungen hast, packen wir deinen Namen in den Newsletter inklusive Link zu deinem LinkedIn-Profil oder einer Aktie, die du grad spannend findest.*
Antworte dazu einfach auf diese Mail, sobald du die Marke erreicht hast.
*P.S.: Da es schon manche gab, die das System mit Fake-Mails austricksen wollten, entscheiden wir auf Fallbasis, ob die gewonnenen Mails auch wirklich echt sind und verpflichten uns generell nicht, euch zu erwähnen.
Komm in die Gruppe
Jemand hat dir diesen Newsletter weitergeleitet? Dann kannst du dich HIER anmelden.
Diesen Newsletter vom 23.03.2026, 7:00 Uhr stellt dir die Podstars GmbH zur Verfügung. Christoph Damm, Timon Wunderlich und Noah Leidinger sorgen dafür, dass auch was drin steht.
Podstars GmbH, Lagerstraße 36, 20357 Hamburg, Deutschland