Sie hatten im Kerngeschäft mit den Autos bessere Margen als gedacht und der Autoumsatz ist zwar im Vergleich zum letzten Quartal gefallen, aber im Vergleich zum Vorjahresquartal 16% gewachsen.
Außerdem meinte Tesla, dass die Nachfrage vor allem in Märkten wie Asien und Südamerika ansteigt.
Die schlechte Nachricht:
Nicht so positiv war, dass Tesla 50.000 mehr Autos produziert als verkauft hat und, dass die Umsätze im Energiegeschäft gefallen sind - die sind sonst immer ganz gut gewachsen.
Die Aktie ist nach Börsenschluss leicht gestiegen und was Musk sonst so treibt, seht ihr weiter unten:
Was war los gestern?
(Stand 22.04.2026, 22:00 Uhr)
DAX
24.195
-0.31%
STOXX 50
5.906
-0.41%
S&P 500
7.138
+1.05%
NASDAQ
24.658
+1.64%
Bitcoin
78.850 $
+3.29%
Boeing
231 $
+5.53%
Zahl des Tages:10.000.000.000 $. So viel wird SpaceX an das KI-Coding-Startup Cursor zahlen, wenn sie die Firma nicht kaufen.
Elon Musk hat nämlich eine Option ausgehandelt. SpaceX darf Cursor für 60 Mrd. $ kaufen. Wenn es das aber nicht macht, muss es eben 10 Mrd. $ zahlen.
Anders gesagt könnte man die 10 Mrd. $ auch als Breakup Fee bezeichnen, wenn die Übernahme nicht klappt. Und wenn man das so sieht, wäre das eine der größten Break Fees der Geschichte.
Warum die Fee so absurd hoch ist? Vielleicht hat das mit Musks Verhalten bei der Twitter-Übernahme zu tun, wo er zwischendurch alles versucht hat, um aus dem Deal rauszukommen. Diesmal wollte die Gegenseite wohl auf Nummer sicher gehen.
Thema des Tages:
KI-Infrastruktur boomt
GE Vernova hat gestern Quartalszahlen geliefert. Die Bestellungen für Gasturbinen & Co. sind 59% gewachsen (auf 10 Mrd. $), getrieben von Rechenzentren, die schnell sehr viel Strom brauchen. Die Aktie ist 14% gestiegen und hat Siemens Energy gleich mit nach oben gezogen (+7%).
Besonders spannend: das Geschäft mit dem Anschluss von Rechenzentren ans Stromnetz. Der Bereich wächst sogar noch schneller als die Gasturbinen. Allein im letzten Quartal gab's dort 2,4 Mrd. $ an Bestellungen nur für Rechenzentren. Das ist mehr als im gesamten Vorjahr.
Wie sieht's bei der Bewertung aus? Nach dem Kursanstieg ist Vernova mit 300 Mrd. $ deutlich teurer als Siemens Energy. Vernova handelt mit einem 2028er KGV über 30, Siemens Energy mit 140 Mrd. € nur knapp mit über 20. Die 2028er Werte zu vergleichen macht hier mehr Sinn, weil beide so stark wachsen, dass die kurzfristigen Gewinnzahlen nicht besonders aussagekräftig sind.
Auch ABB liefert passend dazu starke Zahlen. Die Electrification-Sparte (also genau das Business, das bei Vernova so boomt) hat ein Rekordniveau bei den Bestellungen erreicht (+50%). Die Aktie ist nur 3% gestiegen, weil andere Bereiche nicht ganz so stark laufen. Aber: In den letzten zwölf Monaten hat sich der Kurs fast verdoppelt.
Was sonst noch los war:
Adobe (+4%) hat ein Aktienrückkaufprogramm über 25 Mrd. $ angekündigt. Das ist ein Viertel vom kompletten Börsenwert und soll ein Signal sein, dass das Management die eigene Bewertung günstig findet. Manche lesen daraus, dass Adobe keine Angst vor KI hat. Das ist aber zu einfach gedacht. Stand jetzt verdient Adobe noch viel Geld, aber ob die KI-Konkurrenz das Business in 2-3 Jahren hart treffen wird, weiß schlicht niemand. Auch das Management nicht.
Boeing (+6%) hat im ersten Quartal das erste Mal seit 2023 mehr Flugzeuge ausgeliefert als Airbus. Sogar mit dem größten Abstand seit 2018, weil Airbus mit Lieferkettenproblemen kämpft (vor allem bei Triebwerken). Boeing will die Produktion der 737 Max von 42 auf 47 Maschinen pro Monat anheben. Extrem wichtig für die Rückkehr in die Gewinnzone.
Um Gewinnzonen keine Gedanken machen muss sich eigentlich TSMC. Trotzdem schauen die sehr genau auf die Preise, was gestern ASML getroffen hat. Ein TSMC-Manager meinte, dass sie erstmal nicht die ganz neuen ASML-Maschinen bestellen werden, weil sie aus den bestehenden noch viel rausholen können. Und die neuen sind mit 350 Mio. € pro Stück einfach sehr sehr teuer. ASML hat nach der Meldung leicht verloren, TSMC hat 5% zugelegt.
In der Kurz-Analyse:
Stone Islands Comeback
Stell dir vor, dein Designer-Pullover ist ein Erkennungszeichen für Hooligans. Willkommen bei Stone Island. Die italienische Marke wurde 1982 gegründet, Ende der 80er von englischen Fußballfans entdeckt (das Logo lässt sich abnehmen, die Jacken drehen, perfekt, um vor der Polizei zu verschwinden) und hat sich trotz zweifelhafter Kundschaft eine extrem loyale Fangemeinde aufgebaut.
2020 hat der Luxuskonzern Moncler die Marke für knapp 1 Mrd. € gekauft. Seitdem wird das bewährte Moncler-Playbook übertragen: Kampagnen mit Jason Statham und Spike Lee, eine Kollaboration mit Dior.
Warum Stone Island der spannendere Teil von Moncler ist:
Wachstum trotz Luxus-Flaute: 2025 hat Stone Island 400 Mio. € umgesetzt (+4%). Auch letztes Quartal Stone Island zweistellig gewachsen. LVMH ist 6% geschrumpft.
Asien-Hebel: 65% des Umsatzes kommen aus nur 32 europäischen Stores. In Asien gibt's 54 Stores, die aber nur 28% beisteuern. Die europäischen Stores setzen also viermal so viel um. Würde Asien auf ähnliche Levels kommen, wäre das ein massiver Umsatzsprung. 2025 ist das Asiengeschäft schon über 20% gewachsen.
ABER: Stone Island macht nur 13% des Gesamtumsatzes aus. Die Cash-Cow bleibt Moncler mit über 2,7 Mrd. € Umsatz, die 2025 allerdings nur knapp 3% gewachsen ist. An der Börse gibt's den Konzern aktuell für ein KGV von 23, der Fünfjahresschnitt liegt eher bei 27.
Coinbase wird mehr zur KI-Aktie. Über die Plattform x402 können KI-Agenten eigene Krypto-Wallets eröffnen und selbstständig kaufen und verkaufen. Schon über 50 Mio. $ sind so zwischen Agenten geflossen. Diese Woche hat Coinbase dann agentic.market gestartet, eine Art App Store, wo KI-Agenten andere KI-Agenten oder Tools kaufen können.
Spannend, aber jetzt zu den zwei schlechten Nachrichten:
Bitcoin-Abhängigkeit: Obwohl sich Coinbase mit dem Stablecoin USDC, Abo-Produkten und so neuen KI-Themen diversifiziert, hängt die Aktie weiterhin stark am Bitcoin-Kurs. Neue Produkte können sich gut entwickeln, aber wenn die Börse Coinbase am Ende doch als indirekte Bitcoin-Wette sieht, bringt das wenig.
Prediction Markets greifen an: Kalshi und Polymarket sind die Marktführer bei Prediction Markets und wollen jetzt Perpetual Futures für Bitcoin, Ether & Co. rausbringen. Das ist ein Produkt, an dem auch Coinbase arbeitet und das eigentlich ein neuer Wachstumstreiber werden soll. Jetzt gibt's deutlich mehr Konkurrenz mit tiefen Werbebudgets.
Was war sonst noch los in der Kryptowelt?
Hacks bleiben ein Riesenproblem. Anfang April fast 300 Mio. $ von Drift gestohlen, dieses Wochenende nochmal 300 Mio. $ von der Kredit-Plattform Aave. Kunden haben seitdem über 10 Mrd. $ abgezogen. Das hat den Kryptokursen bisher nicht geschadet, könnte aber traditionelle Finanzfirmen bei neuen Krypto-Projekten wieder vorsichtiger machen.
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