Nach den ganzen Space-News zuletzt, rückt auch wieder der Rüstungssektor in den Mittelpunkt. Das Start-up Destinus plant laut Handelsblatt für 2027 seinen Börsengang. Die niederländische Firma baut Marschflugkörper, Lenkflugkörper und ballistische Systeme. Angestrebt wird eine Bewertung von rund 5 Mrd. $. Letztes Jahr hat die Firma fast 600 Mio. $ Umsatz gemacht und soll inzwischen profitabel sein. Dazu kommt ein Joint Venture mit Rheinmetall für Raketensysteme, das noch dieses Jahr starten soll.
Guten Start in den Tag von Noah, Timon und Christoph
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Was war los gestern?
(Stand 16.06.2026, 22:00 Uhr)
DAX
24.910
+0.07%
STOXX 50
6.257
+0.45%
S&P 500
7.511
-0.57%
NASDAQ
26.376
-1.15%
Bitcoin
65.679 $
-0.92%
BMW
64.20 €
-6.52%
Zahl des Tages:1.200. So viele Kinder in South Florida bekommen WM-Tickets geschenkt. Spendiert werden die von Ken Griffin, CEO vom Hedgefonds Citadel, und Stephen Ross, Chef der Immobilienfirma Related Companies und Großaktionär beim NFL-Team Miami Dolphins. Die beiden sind stark in der Region engagiert und verteilen die Karten an lokale Jugendclubs. Die FIFA steht wegen der hohen Eintrittspreise bei der WM massiv in der Kritik.
Chart der Woche - Wer errät die Firma?
Kleiner Hint: Die Aktie ist nicht nur in den letzten Jahren so gestiegen, sondern auch in den letzten Jahrzehnten. Und das alles mit C-Teilen.
Auflösung unten.
Thema des Tages:
Apple vor großer Produktoffensive
Jede Menge Gerüchte beim iPhone-Konzern: Laut Bloomberg plant Apple (+1%) für Ende 2027 gleich mehrere große Produkt-Launches auf einmal. Demnach sollen gelauncht werden:
Kamera-AirPods
ein zweites faltbares iPhone
ein Jubiläums-Smartphone zum 20. Geburtstag des iPhones.
Am spannendsten sind die AirPods mit Kamera. Die sollen Apples erstes echtes KI-Wearable werden. Die Kameras sind dabei nicht zum Fotografieren gedacht, sondern liefern Siri visuellen Kontext. Heißt auf Deutsch: Man könnte zum Beispiel fragen, was man mit den Zutaten vor einem kochen könnte. Eigentlich waren die schon für 2026 geplant, haben sich aber wegen Apples KI-Problemen verschoben.
Was heißt das strategisch?
Die Produktoffensive zeigt, dass faltbare Smartphones bei Apple eine feste jährliche Kategorie werden könnten. Und frühestens Ende 2027 soll dann auch noch eine smarte Brille kommen, die direkt mit Meta konkurrieren soll. Apple hat sich bei KI-Hardware bisher zurückgehalten. 2027 könnte das Jahr werden, in dem sich das ändert.
Was sonst noch los war:
SpaceX (+5%) kauft Cursor für 60 Mrd. $. Bezahlt wird komplett mit eigenen Aktien. SpaceX will damit seine KI-Sparte ausbauen und Claude Code einholen. Das Recht zum Kauf hatte sich SpaceX schon Ende April gesichert, final gemacht wurde der Deal aber erst jetzt nach dem Börsengang. Bill Ackman hat dazu passend geschrieben, was der Deal zeigt: SpaceX ist unter anderem deshalb so viel wert, weil es so viel wert ist. Wer die Aktie für überbewertet hält, muss anerkennen, dass SpaceX genau diese Überbewertung als Währung für Mega-Deals nutzt. Seit dem IPO am Freitag hat SpaceX schon über 40% zugelegt,ist jetzt knapp 2.800 Mrd. $ wert und hat damit Amazon gestern zwischenzeitlich als fünftwertvollstes Unternehmen der Welt abgelöst.
Die 500 reichsten Menschen der Welt haben am Montag zusammen 335 Mrd. $ an Vermögen zugelegt. Das war der größte Tageszuwachs im Bloomberg-Milliardärsindex ever. Musk allein hat fast die Hälfte davon beigesteuert. Auch andere SpaceX-Investoren haben profitiert: Peter Thiels Founders Fund hält etwa 3% an SpaceX. Gekauft wurden die für rund 600 Mio. $, jetzt liegt der Wert bei über 50 Mrd. $.
BMW (-6%) hat die Gewinnprognose für 2025 gesenkt. Die Nachfrage in China war im zweiten Quartal nochmal schwächer als ohnehin. Besonders Verbrenner lassen sich dort nur noch mit hohen Rabatten verkaufen. Die EBIT-Marge im Autogeschäft soll dieses Jahr nur noch bei maximal 3% liegen. Das Sparprogramm wird ausgeweitet.
Yum Brands (+2%) hat nach langem Hin und Her Pizza Hut an die Private-Equity-Firma LongRange Capital verkauft. Die China-Tochter geht an Yum China. Insgesamt fließen 2,7 Mrd. $. Pizza Hut hat sich in den USA zu spät auf Lieferung und Abholung umgestellt und jahrelang Marktanteile an Domino's und DoorDash verloren. Zu Yum gehören unter anderem auch KFC und Taco Bell.
Levi's (-1 %) hat einen Marketing-Coup bei der WM gelandet. Das Levi's Stadium in Santa Clara darf während des Turniers offiziell nicht so heißen, weil Levi's kein FIFA-Partner ist. Statt die Buchstaben einfach abzuhängen, hat Levi's weiße Planen so zugeschnitten, dass sie die Umrisse des eigenen Logos bilden. Offiziell verdeckt, trotzdem sofort erkennbar.
In der Kurz-Analyse:
Uncrustables-Imperium
Zwei Scheiben Toast ohne Kruste, gefüllt mit Erdnussbutter und Marmelade, tiefgefroren verkauft. Klingt nach dem simpelsten Produkt der Welt. Ist es auch. Aber Uncrustables hat gerade die 1 Mrd. $ Umsatzmarke geknackt und gehört damit zu den spannendsten Marken im Portfolio von J.M. Smucker.
Die Geschichte: 1995 erfunden, 1998 für 1 Mio. $ an J.M. Smucker verkauft. 2011 lag der Umsatz bei 116 Mio. $, jetzt bei über einer Milliarde. Für die neue Fabrik hat der Konzern 1,1 Mrd. $ investiert.
Gratis-Marketing: Uncrustables hat ikonischen Status in den USA. Travis Kelce ist Fan, Rapper Lil Yachty auch. Sogar die Astronauten der Artemis-2-Mission haben nach der Landung als Erstes Uncrustables verlangt. Der CEO hat 2023 gesagt, dass sie kaum in Marketing investieren mussten, weil sie ohnehin nicht genug produzieren konnten.
Neue Hebel: High-Protein-Varianten und seit diesem Jahr sind die Produkte "Fridge-Friendly" (bis zu 5 Tage im Kühlschrank nach dem Auftauen). Das Wachstum soll aber moderater werden, dabei aber trotzdem über 5% pro Jahr liegen.
Das Problem: J.M. Smucker macht insgesamt 8 Mrd. $ Umsatz mit vielen anderen Marken, die deutlich schlechter laufen. Darum liegt das KGV bei einem Börsenwert von 12 Mrd. $ und 1 Mrd. $ Nettogewinn nur bei 12 und dazu gibt’s eine Dividendenrendite von 4% (24 Jahre in Folge angehoben).
Spannend wird's durch den aktivistischen Investor Elliott, der offenbar darauf drängt, schwächere Marken zu verkaufen. Wenn am Ende nur die starken Marken wie Uncrustables, Bustelo-Kaffee und die Tierfutterprodukte übrigbleiben, könnte da Upside drin sein. Aber Stand jetzt kauft man eben auch einen Konzern mit einigen Problemkindern.
Alle reden über Chip-Firmen in Asien und den USA. Aber STMicroelectronics liefert Chips für Tesla-Autos, Apple-Produkte und Starlink-Satelliten und macht knapp 12 Mrd. $ Umsatz. Der Konzern hat eigene Fabriken in Frankreich, Italien und Malta (Fachbegriff: Integrated Device Manufacturer). Das gibt mehr Kontrolle, bedeutet aber auch höhere Fixkosten und ein zyklischeres Geschäft. Letztes Jahr ist der Umsatz um 10% gefallen, die operative Marge auf nur noch 3% eingebrochen. In normalen Jahren liegt sie deutlich über 10%.
Warum die Aktie sich seit Jahresbeginn fast verdreifacht hat:
Rechenzentren explodieren: Anfang Juni hat STM die Prognose für das Data-Center-Geschäft auf über 1 Mrd. $ Umsatz angehoben, vorher war es nur die Hälfte. Bis 2027 sollen es 2 Mrd. $ werden. Dahinter steckt ein milliardenschwerer Deal mit AWS. STM liefert unter anderem Chips für die Stromversorgung und spielt auch bei optischer Datenübertragung mit.
Starlink-Boost: Über 5 Mrd. Antennen-Chips hat STM schon für Starlink-Terminals geliefert. Laut Reuters könnte sich diese Menge bis 2027 verdoppeln. Das LEO-Geschäft (Chips für erdnahe Satelliten) bringt rund 600 Mio. $ pro Jahr und wächst seit 2021 mit 35% jährlich.
Nexperia-Effekt: Beim chinesisch kontrollierten Konkurrenten Nexperia gibt's einen Rechtsstreit, der sich bis mindestens Anfang 2027 hinziehen soll. Autohersteller weichen deshalb auf STM aus.
Günstig ist die Aktie nach dem Lauf nicht mehr. Bei rund 60 Mrd. $ Börsenwert liegt das erwartete KGV bei 50, deutlich über Infineon (KGV 36). Schaut man allerdings auf die Analystenerwartungen für 2028, dreht sich das Bild: STM kommt dann auf ein Verhältnis von unter 22, Infineon auf 25. Bei STMicroelectronics sehen die Analysten also mehr Zukunftsfantasie.
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