Ihr habt es sicher schon gehört, aber für alle, die es nicht gehört haben, wollten wir es nochmal reinpacken: Nestlé wurden 413.793 KitKat-Riegel gestohlen.
Erinnert bisschen an die australische Firma Brambles, die 2002 meinte, dass 15 Millionen CHEP-Paletten einfach weg sind.
Was macht man mit 413.793 KitKat-Riegeln?
Guten Start in den Tag, passt auf euer Zeug auf! Timon, Christoph & Noah
Was war los gestern?
(Stand 30.03.2026, 22:00 Uhr)
DAX
22.563
+1.18%
STOXX 50
5.542
+0.65%
S&P 500
6.344
-0.39%
NASDAQ
20.795
-0.73%
Bitcoin
66.595 $
+0.97%
Freddie Mac
6 $
+47.03%
Zahl des Tages:100.000.000.000 $. So viel Umsatz macht bald der US-Lebensmittelriese Sysco (-15%). Der größte Lebensmittellieferant für Restaurants, Krankenhäuser und Hotels in den USA, hat nämlich den Großhändler Jetro Restaurant Depot für 30 Mrd. $ geschluckt. Das ist ein heftiger Brocken für eine Firma, die selbst nur 40 Mrd. $ wert ist. Deshalb ist die Aktie gestern auch gefallen. Aber mit Jetro steigt Sysco ins Cash-and-Carry-Business ein: keine Lieferung, kein Service, dafür günstigere Preise. Grade in Zeiten von hoher Inflation ein starkes Modell für kleinere Gastronomiebetriebe.
Thema des Tages:
Alu & Zucker
Dass der Ölpreis wegen eines Kriegs im Nahen Osten steigt, überrascht niemanden. Laut Bloomberg halten US-Regierungsbeamte und Wall-Street-Analysten mittlerweile sogar Preise von 200 $ für möglich. Spannender ist, was der Konflikt mit zwei anderen Rohstoffen macht, die man nicht so auf dem Zettel hat.
Nr. 1: Aluminium
Der Iran hat zwei der größten Aluminiumproduzenten im Nahen Osten angegriffen: Emirates Global Aluminium und Aluminium Bahrain. Fast 10% der weltweiten Aluminiumversorgung kommen aus der Region, und ein Großteil davon ist jetzt beschädigt oder durch die blockierte Straße von Hormus abgeschnitten. Der Alu-Preis steigt. Alcoa (+8%) und Century Aluminium (+7%) haben profitiert.
Nr. 2: Zucker
Klingt erstmal absurd, aber der Zuckerpreis ist seit Mitte Februar um 20% gestiegen. Der Grund ist eine Kettenreaktion über den Ölpreis. Wenn Öl teurer wird, lohnt es sich mehr, Ethanol als Beimischung in Kraftstoff zu verwenden. Für die Produktion von Ethanol kann Zucker genutzt werden. Große Produzenten wie Thailand oder Indien könnten deshalb mehr Zucker in Ethanol umleiten, statt ihn zu exportieren. Weniger Angebot, höherer Preis. Südzucker (+15%) hat's gefreut.
Und der Ölpreis schlägt auch direkt auf die Inflation durch. In Deutschland lag die Inflationsrate im März bei fast 3%, nach knapp 2% im Februar.
Was sonst noch los war:
Fannie Mae (+54%) und Freddie Mac (+47%) haben einen wilden Kurssprung hingelegt. Auslöser war Investor Bill Ackman, der bei X geschrieben hat, beide Aktien seien absurd günstig und hätten Potenzial für eine Verzehnfachung. Trotz des Sprungs stehen beide noch über 50% unter dem Hoch von Mitte September. Damals gab's die Wette, dass Trump die beiden Firmen aus der staatlichen Kontrolle entlassen könnte.
BYD (+5%) hat Jahreszahlen geliefert, die gemischt ausgefallen sind. Der Umsatz ist auf 116 Mrd. $ gestiegen, lag aber unter den Erwartungen. Die Bruttomarge war die schwächste seit drei Jahren. BYD-Gründer Wang Chuanfu warnt in einem Aktionärsbrief vor einer „brutalen KO-Phase" der Branche. Gut angekommen ist aber das neue Exportziel: 1,5 Mio. Autos außerhalb Chinas, 200.000 mehr als noch im Januar geplant.
Eli Lilly (±0%) hat eine bestehende Kooperation mit Insilico Medicine (+3%) ausgebaut. Die KI-Plattform von Insilico soll dabei helfen, Wirkstoffe per Computer zu entwerfen statt jahrelang im Labor zu suchen. Eli Lilly zahlt 115 Mio. $ als Vorauszahlung, insgesamt könnte der Deal bis zu 3 Mrd. $ schwer werden.
In der Kurz-Analyse:
S&P unter Druck
In zwei Monaten über 20% Minus bei einer Aktie, die als ultrastabil gilt. Der Grund: KI-Sorgen. Genau das ist der Firma hinter dem S&P 500 Index passiert. Zu Recht?
Der S&P 500 Index ist nur ein kleiner Teil der Firma. Nur 20% vom operativen Gewinn kommen aus dem Index-Geschäft. Über 16.000 Mrd. $ stecken in ETFs und Fonds, die sich an S&P-Indizes orientieren. Die Firma kassiert dafür kleine Lizenzgebühren, die am Volumen hängen.
Der Großteil (ca. 50% vom operativen Gewinn) kommt aus dem Rating-Geschäft. S&P bewertet die Bonität von Firmen und Staaten. Wer größere Mengen Cash aufnehmen will, braucht per Gesetz das Urteil einer zugelassenen Ratingagentur. Zusammen mit Moody's und Fitch hält S&P 90% Marktanteil in den USA. Das ist ein Marken- und Größen-Game, kein Technologie-Game. KI ändert daran erstmal wenig.
Wo liegt dann das Problem?
Das Daten-Segment: Seit der Übernahme von IHS für über 40 Mrd. $ verdient S&P 15% vom operativen Gewinn mit Marktdaten. Am wichtigsten: Capital IQ, ein Konkurrent zum Bloomberg Terminal. S&P sammelt und bereitet Finanzdaten auf und verkauft sie als Feed an Plattformen wie TIKR, Koyfin oder Claude for Finance.
Das KI-Risiko: Kunden könnten manche Daten künftig selbst auslesen und aufbereiten lassen.
Die Gegenseite: KI hilft S&P selbst. Mitarbeiter sind einer der größten Kostenpunkte, hier könnte die Firma effizienter werden. Dazu verkauft S&P eigene, nicht öffentliche Daten (z.B. im Rohstoff-Bereich: Standorte von Ölfeldern, Raffinerien, Transportwege). Die hat S&P selbst gesammelt.
Der Börsenwert liegt bei 121 Mrd. $, das erwartete KGV bei 21. Das ist über 20% unter dem Zehn-Jahres-Schnitt von 27. Nicht günstig, aber deutlich günstiger als gewohnt.
2025 haben US-Firmen zum ersten Mal ever 1.000 Mrd. $ in Aktienrückkäufe gepumpt. Scholastic geht jetzt noch einen Schritt weiter: Der Buchverlag will ein Viertel seiner eigenen Aktien kaufen.
Scholastic hält die US-Rechte an Harry Potter und Hunger Games und hat "Clifford der große rote Hund" groß gemacht. Gerade hat die Firma ihr New Yorker Headquarter und ein Logistikzentrum für 400 Mio. $ verkauft, mietet beides aber für 15 bzw. 20 Jahre zurück. Mit dem Erlös werden Schulden gezahlt und eigene Aktien gekauft.
Was macht Scholastic sonst spannend?
Das Kerngeschäft: 60% vom 1,5 Mrd. $ Jahresumsatz kommen aus Buchmessen und Buchclubs an Schulen. Riesige LKWs fahren rollende Bücherregale in Turnhallen, Kinder können eine Woche lang shoppen. Dazu gibt's Flyer, über die Kinder bestellen können. Lehrer kriegen für jeden ausgegebenen Dollar einen Bonus für Klassenzimmer-Material.
Das Problem: Das Kerngeschäft wächst kaum. Scholastic hat erst 2024 das Umsatzniveau von 2019 erreicht. Knappe Schulbudgets und langfristig KI als Ersatz für Lernmaterialien (20% vom Umsatz) sind Gegenwind.
Die Zukunftswette: Der Entertainment-Bereich. Scholastic hat vor zwei Jahren das Animationsstudio 9 Story Media für fast 200 Mio. $ gekauft (21 Emmys). Statt auf Netflix zu warten, produziert die Firma eigene Serien, vertreibt sie über YouTube und macht Merch-Umsätze. Die YouTube-Follower sind zuletzt von 1,2 Mio. auf 2 Mio. in nur einem Quartal gewachsen. Dazu kommen Filme rund um Hunger Games und Harry Potter, die Buchverkäufe pushen könnten.
Getrieben wird das Ganze von Großaktionärin Iole Lucchese, die als Chief Strategy Officer die Anteile 2021 vom verstorbenen Gründer Richard Robinson geerbt hat. Wenn sie es schafft, aus dem Entertainment-Bereich ein Medien-Imperium mit eigenen Marken zu bauen, wirken 800 Mio. $ Börsenwert (KGV 18) nicht wahnsinnig teuer. Aber das ist eine Zukunftswette bei einer Firma mit Gegenwind im Kerngeschäft.
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