Wie investieren? Zinsen auf Rekord. Klarna & Baidu fallen. ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­    ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­  
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Google hat für 10 Mio. $ E-Mails, Kalender-Infos, Chats, Dokumente und andere Daten der insolventen Airline Spirit Airlines gekauft. Ziel: die eigene KI damit trainieren.

 

Für den Preis hätten wir auch paar Mails zu verkaufen, falls jemand von Google hier mitliest.

Was war los gestern?

(Stand 18.08.2026, 22:00 Uhr)

DAX26.128-0.80%
STOXX 506.468-0.95%
S&P 5007.692-0.69%
NASDAQ26.290-1.33%
Bitcoin64.565 $+0.12%
Baidu91 $-12.73%

Zahl des Tages: 636.000.000 $. So viel hat Hedgefondsmanager Chris Hohn an Luxushotels in Italien verliehen. Hohn ist bekannt für sein ultra-konzentriertes Aktien-Portfolio aus Quasi-Monopolisten wie GE Aerospace. Aber ein Teil seines Fonds steckt eben auch in Immobilienkrediten, und da setzt er voll auf Luxustourismus in Italien. Teure Luxusreisen waren einer der stabilsten und am stärksten wachsenden Wirtschaftssektoren der letzten Jahre.

Bild der Woche - wer errät die Aktie?

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Letzte Woche hatten wir eine Firma im Newsletter, die was mit Uhren und KI macht. Dazu das obige Bild. Wer erinnert sich?

 

Auflösung unten.

Thema des Tages:

Der Zins hat keine Bremsen

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Die Zinsen auf 30-jährige US-Staatsanleihen haben gestern den höchsten Stand seit 2007 erreicht. Bei 10-jährigen deutschen Staatsanleihen ist es der höchste Stand seit 2011.

 

Warum steigen die Zinsen so stark?

Ein Grund ist geopolitisch: Trump hat gestern klargestellt, dass die USA aktuell keine Gespräche mit dem Iran führen und auch keine geplant haben. Ein Friedensabkommen kann also noch lange dauern, das sorgt für Unsicherheit.

 

Dazu kommt ein spannender Zirkelbezug mit der KI-Welt. Die großen US-Tech-Giganten verkaufen dieses Jahr im ganz großen Stil eigene Anleihen. Firmen wie Apple oder Microsoft haben extrem stabile Geschäftsmodelle und sprechen damit eine ähnliche Investoren-Zielgruppe an wie Staatsanleihen. Nur eben mit einem Tick höherer Rendite. Wenn mehr Geld in Tech-Anleihen fließt, sinkt die Nachfrage nach Staatsanleihen.

 

Das Paradoxe: Genau die Tech- und KI-Firmen, die diesen Effekt mit auslösen, leiden selbst am stärksten unter höheren Zinsen. Weil sie massiv in die Zukunft investieren und hohe Zinsen zukünftige Gewinne weniger wert machen. Das erklärt, warum es gestern neben steigenden Anleiherenditen auch fallende Kurse bei Tech- und KI-Aktien gab.

 

Was sonst noch los war:

  • Klarna (-23%) hatte einen richtig schlechten Tag. Die Firma hat die Umsatzprognose für dieses Jahr gesenkt, weil ausgerechnet Deutschland (der nach Volumen wichtigste Markt) schwächelt. Kunden sind noch zurückhaltender als ohnehin erwartet. Obendrauf haben der Finanzchef und der Marketingchef nach 6 und 9 Jahren ihren Abgang für nächstes Jahr verkündet.
  • Meta (-5% diese Woche) muss sich seit gestern vor Gericht verteidigen. In den USA ist der große Prozess gestartet, in dem es darum geht, ob Meta seine Plattformen so designt hat, dass sie jungen Nutzern bewusst schadet. Die klagenden Staaten fordern bis zu 1.400 Mrd. $ Schadensersatz. Bei US-Verfahren fliegen immer große Summen rum, aber 100% entspannt ist die Börse definitiv nicht.
  • Baidu (-13%) hat den fünften Umsatzrückgang in Folge gemeldet. Social-Media-Netzwerke wie ByteDance ziehen Werbekunden ab, bei KI-Chatbots ist Baidu hinter Konkurrenten wie Moonshot zurückgefallen, und die Chatbots attackieren auch noch das eigene Kerngeschäft der Suche. Es gibt zwar ein Cloud-Business mit 50% Wachstum, aber das ist noch klein. Die Aktie ist dieses Jahr über 30% im Minus.
  • Xiaomi (-1%) hat den dritten Gewinnrückgang in Folge gemeldet. Gestiegene Speicherchip-Preise haben die Kosten hochgetrieben und gleichzeitig über höhere Produktpreise den Umsatz gedrückt. Die Aktie ist dieses Jahr schon über 30% gefallen.

In der Kurz-Analyse:

Small-Cap-Comeback

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Small Caps schlagen 2024 und 2025 endlich wieder die Großen. Der Russell 2000 hat in diesem Jahr über 20% zugelegt, der S&P 500 nur rund 10%.

 

Langfristig ist das historisch gesehen auch ein bekanntes Phänomen. Nur in den letzten Jahren war’s oft anders. Wieso die kleinen Aktien grad aufholen, haben wir im Podcast mit Christian Röhl besprochen, dem Chief Economist von Scalable Capital.

 

Hier paar seiner Insights:

 

Kleinere US-Firmen haben sich ans Zinsumfeld angepasst, nachdem der Zinsanstieg 2022/2023 sie härter getroffen hat als die Big Caps. Dazu kommt: Die US-Wirtschaft läuft robust, auch getrieben vom KI-Boom.

 

Wichtig beim Russell 2000: Anders als beim S&P 500 gibt es keinen Qualitätsfilter. Auch unprofitable Firmen wie Bloom Energy schaffen‘s rein. Solche Wachstums- und Venture-Aktien haben massiv zur Performance beigetragen. Seit Anfang 2024 hat der Russell 2000 inklusive Dividenden knapp 60% zugelegt, der S&P 600 Small Cap (mit Profitabilitätsfilter) nur gut 45%.

 

In Europa sieht's anders aus. SDAX und EUROSTOXX Small haben ihre großen Pendants kaum geschlagen. Der Grund: DAX und EUROSTOXX 50 werden von Finanzwerten (Zinsumfeld, niedriger Basiseffekt) und global aufgestellten KI-Profiteuren wie ASML, Siemens oder Schneider Electric getrieben.

 

Small Caps hängen stärker an der Binnenkonjunktur, und da gibt's in Europa nach wie vor viel Handlungsbedarf. Langfristig sieht's aber gar nicht schlecht aus: Über 15 Jahre kommt der MSCI Europe Small Cap auf 330% (inklusive Nettodividenden), etwas mehr als die knapp 300% im großen MSCI Europe.

 

Performen Small Caps langfristig besser? Wissenschaftliche Studien (u.a. von den Nobelpreisträgern Fama und French) zeigen das eindeutig. Die Überrendite gilt als Prämie für höheres Risiko, weniger Transparenz und geringere Liquidität. ABER: In jüngster Zeit ist das Abschöpfen dieser Prämie schwieriger geworden.

 

Gute Unternehmen in schwierigen Phasen werden zunehmend von Private Equity aufgekauft (Beispiele: Software AG, Encavis, Synlab, EQS Group). Am Turnaround ist man als Aktionär dann nicht mehr beteiligt. Dazu die Frage, ob KI die Wertschöpfung noch stärker auf Megacaps konzentrieren wird.

 

Wann lohnt sich eine Small-Cap-Beimischung im Depot?

  • Kommt aufs bestehende Depot an: Wer einen breiten Investable-Market-Index (Large + Small Caps) hat, braucht keine Extra-Beimischung. Wer den MSCI All Country World in der Normalversion hält, könnte Small Caps sinnvoll ergänzen.
  • Small Cap + Value als Kombi: Akademisch hat sich die Kombination aus kleinen Unternehmen und niedriger Bewertung historisch als besonders stark erwiesen. Europäische Small-Value-Aktien werden mit dem 12-fachen der erwarteten Gewinne bewertet, US-Small-Value mit dem 13-fachen. Die großen Indizes liegen beim 15-fachen (Europa) bzw. 20-fachen (USA).
  • Emerging Markets breit gestreut: Der MSCI Emerging Markets Small Cap hat einen starken Tech-Tilt durch Taiwan (25% Gewicht, 8 der 10 größten Positionen sind taiwanesische Tech-Werte), ist aber insgesamt breiter gestreut als der große EM-Index: nur 9% China und 13% Südkorea.
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