Wie verbringt ein 77-jähriger Hedgefonds-Milliardär seinen Geburtstag? In einem Club auf Ibiza. Zumindest Ray Dalio.
In dem Sinne: Guten Wochenstart!
Was war los gestern?
(Stand 11.08.2026, 22:00 Uhr)
DAX
26.391
+0.26%
STOXX 50
6.551
+0.24%
S&P 500
7.728
-0.32%
NASDAQ
26.445
-0.60%
Bitcoin
63.637 $
-0.43%
PNE AG
8 $
-19.51%
Zahl des Tages:11.000.000.000 $. So viel Umsatz hat das Musical "König der Löwen" seit seiner Premiere insgesamt gemacht. Das sind über 300 Mio. $ pro Jahr.
Passend dazu will Ari Emanuel, der Milliardär hinter der Talent-Agentur Endeavor, für angeblich 6 Mrd. $ die Theater-Kette ATG kaufen. Zu der gehören unter anderem der Musical Dome in Köln, das Theater am Großmarkt in Hamburg und Häuser in London und am Broadway. Emanuels These: In einer Welt voller KI werden Live-Events immer wertvoller. Freuen dürfte der Deal vor allem den Investor Providence Equity, der ATG 2013 für rund 500 Mio. $ gekauft und sein Geld jetzt rund verzehnfacht hat.
Chart der Woche - Wer errät die Firma?
Die Firma sorgt eigentlich dafür, dass mit Flugzeugen das genaue Gegenteil von der Aktie passiert. Sie ist erst seit Kurzem an der Börse und hat die Börse letzte Woche stark negativ überrascht.
Auflösung unten.
Thema des Tages:
On verliert 20%
Sportschuhe sind ein geiles, aber auch ein brutales Business. Das hat jeder gemerkt, der in den letzten Jahren die Aktien von Adidas, Nike, On, Asics oder Puma verfolgt hat. Einerseits gibt's Stories wie Asics oder On, die krass wachsen und dabei krasse Margen haben. Andererseits kann das Geschäft extrem schnell drehen. Einmal zu viel Ware auf Lager, einmal Rabatte geben müssen, und schon leidet die Marke, der Umsatz und die Marge.
Genau das hat gestern die Börse bei On befürchtet.
Die Zahlen sind weiter stark: Ohne Währungseffekte ist der Umsatz 22% gewachsen, fürs Gesamtjahr erwartet On rund 20% Wachstum, und die Bruttomarge liegt bei extrem starken 65%. Das Problem: Im Vorquartal lag das Wachstum noch bei 26%, und die Prognose fürs Gesamtjahr bei mindestens 23%. Das Wachstum nimmt also ab. Vor allem im Großhandel.
Warum? In einigen Ländern haben Konkurrenten in letzter Zeit massiv Rabatte gegeben. On ist da nicht mitgegangen (was man an den Margen sieht). Nur war's bisher immer so, dass On nicht mitgegangen ist UND trotzdem alle beim Wachstum outperformt hat. Das ist jetzt zum ersten Mal nicht der Fall.
Das alles passiert auf einem Niveau, wo sich die Lage schnell wieder drehen kann. Die Bewertung liegt mittlerweile beim 17-fachen vom erwarteten Gewinn, also nicht mehr teuer. Aber wie gesagt: Das Sportschuh-Business hat schon genug Beispiele für krasse Abwärtsspiralen geliefert.
Was sonst noch los war:
Fermi (+21%) hat einen 15-Jahres-Deal über 6,5 Mrd. $ mit der KI-Cloud-Firma TensorWave abgeschlossen. TensorWave wird das neue Rechenzentrum von Fermi nutzen. Das Rechenzentrum-Vermietungs-Business bleibt eine Gelddruckmaschine.
Riot Platforms (+4%) vermietet ein Rechenzentrum für rund 9 Mrd. $ über mehrere Jahre an eine führende KI-Firma (laut Barron's ist damit Anthropic gemeint). Ganz lustig: Riot ist ursprünglich als Biotech-Firma gestartet, dann in Bitcoin umgestiegen, als das der heiße Scheiß war, und macht jetzt eben KI-Rechenzentren.
Der Wind- und Solarparkentwickler PNE (-20%) spricht aktuell mit Investoren, die PNE von der Börse runterkaufen könnten. Das Problem: Die Interessenten wollen bisher weniger zahlen als die Firma an der Börse wert ist. PNE leidet wie die ganze Branche unter gestiegenen Zinsen, gefallenen Strompreisen und hohen Baukosten. Immerhin: PNE muss nicht verkaufen und hat im Gegensatz zu Konkurrenten den Vorteil, dass sie Strom aus eigenen Anlagen verkaufen.
Das südostasiatische Amazon Sea Limited (+14%) hat gestern mit neuen Zahlen überzeugt. Wir haben dazu im Podcast mit dem langjährigen Sea-Investor Baki Irmak gesprochen. Hier paar der Insights:
Das Unternehmen besteht im Kern aus drei Teilen: der Gaming-Plattform Garena, dem E-Commerce-Geschäft Shopee und der Fintech-Sparte Monee.
Shopee wächst, aber teuer: Der E-Commerce-Umsatz ist 48% gestiegen, das klingt stark. Aber das Warenvolumen ist nur knapp 30% gewachsen und der Gewinn sogar nur 10%. Der Grund: Shopee subventioniert massiv die Logistik, um gegen Konkurrenten wie Mercado Libre und TikTok Shop zu bestehen. Die Take-Rate geht zwar langfristig nach oben, aber in Wettbewerbsphasen wird immer wieder kräftig investiert.
Garena finanziert den Rest: Die Gaming-Plattform war historisch die Cash-Maschine des Konzerns. Problem: Fast der gesamte Erfolg hängt an einem einzigen Spiel, Free Fire. Ein zweites Hit-Game hat Sea bisher nicht entwickelt. Die Zahlen waren solide, aber kein Blowout.
Moneewächst, hat aber Risiken: Das Kreditbuch liegt bei über 11 Mrd. $. Die Kreditvorsorge gemessen am Kreditbuch liegt bei rund 22-23%, das ist hoch. Allerdings ist auch die Zinsmarge hoch. Dazu kommt ein bilanzieller Effekt: Nach US-GAAP müssen erwartete Kreditverluste sofort im ersten Jahr verbucht werden, während die Zinserträge über die Laufzeit verteilt reinkommen. Wenn das Kreditbuch langsamer wächst, dürfte die Kreditvorsorge spürbar sinken.
Bewertung: Mit einem erwarteten KGV von 30 und rund 30% Umsatzwachstum wirkt Sea für ein so schnell wachsendes Unternehmen nicht teuer. Das Wachstum dürfte sich laut Konsens auf eher 20% abschwächen, aber die Margen gehen deutlich nach oben. Fair bewertet, aber kein Mega-Schnäppchen, sagt Baki Irmak.
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