Google nicht zerschlagen. Uber streicht Stellen. Dell und GitLab stark. MongoDB schwach. Nestlé verkauft Vitamine. VW steigt ab. ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­    ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­  
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Meta (+2%) hat gestern mit Muse Spark 1.3 sein bisher stärkstes KI-Modell veröffentlicht. Es soll beim Coding mit Anthropics Claude Fable 5.1 mithalten und OpenAIs GPT-5.6 Sol übertreffen. Ansonsten gab's im Tech-Bereich einige Zahlen, die vor allem bei Dell stark ausgefallen sind.

 

Guten Start in den Tag von Timon, Christoph & Noah.

Was war los gestern?

(Stand 02.09.2026, 22:00 Uhr)

DAX25.839-0.50%
STOXX 506.362-0.11%
S&P 5007.667+0.46%
NASDAQ26.218+0.45%
Bitcoin77.416 $+0.03%
GitLab49.59 $+9.98%

Zahl des Tages: 3.300. So viele Stellen streicht Uber (+2%). Das sind rund 10% der Belegschaft. Das Besondere: Es läuft eigentlich gut. Der Umsatz hat sich in fünf Jahren fast verdreifacht, aber durch das schnelle Wachstum sind laut Uber zu viele Management-Ebenen und Mini-Teams entstanden, die die Firma langsam machen. Das frei werdende Geld soll in die große Zukunftswette Robotaxis fließen. Über 10 Mrd. $ will Uber in Partnerschaften pumpen, um die Plattform fürs Bestellen von autonomen Autos zu werden.

Thema des Tages:

Google bleibt ganz

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Ein US-Gericht hat entschieden, dass Google sein Werbegeschäft behalten darf. Das Justizministerium wollte, dass Google seine Ad-Exchange verkaufen muss, also die Technologie, die entscheidet, welche Werbung auf welcher Website landet. Letztes Jahr hatte ein Gericht noch geurteilt, dass Google in dem Bereich illegal ein Monopol aufgebaut hat.

 

Statt Zerschlagung gibt's jetzt nur ein paar Auflagen. Ein Grund für die mildere Strafe: Eine Zerschlagung wäre technisch extrem schwierig geworden. Außerdem war komplett unklar, wer die Ad-Exchange überhaupt kaufen und dann betreiben sollte.

 

Es ist schon das zweite Mal, dass Google einer Zerschlagung entgeht. Erst die Diskussion um den Chrome-Browser, jetzt das Werbegeschäft. Trotz der harten Linie der Kartellbehörden tun sie sich vor Gericht mit den ganz großen Zerschlagungen weiter schwer. Der Markt hat das offenbar so erwartet, weil die Alphabet-Aktie (+1%) nicht stark reagiert hat. 

 

Was sonst noch los war:

  • Dell (+16%) hat nach starken Zahlen die Umsatzprognose fürs laufende Jahr mal eben um 25 Mrd. $ nach oben geschraubt. Der Hauptgrund ist die starke Nachfrage nach KI-Servern. Spannend aber: Auch das klassische Server-Geschäft zieht wieder stark an, weil man normale Prozessoren gut braucht, um KI-Agenten zu managen. Und im PC-Geschäft schafft es Dell, die hohen Preise für Speicherchips an die Kunden weiterzugeben.
  • GitLab (+10%) hat mit einem Umsatz deutlich über den Erwartungen überrascht. Die Firma betreibt eine Plattform, auf der Software-Entwickler gemeinsam Programme schreiben, testen und veröffentlichen können. Quasi ein zentraler Arbeitsplatz fürs Coden. Trotz großer Konkurrenz (allein schon wegen Claude Code) scheint der Markt entspannt zu sein. Allein in diesem Jahr hat die Aktie über 30% gewonnen.
  • MongoDB (-14%) hat eigentlich starke Zahlen gebracht. Der Umsatz ist um 30% gewachsen, so schnell wie seit Jahren nicht. Das Problem: Die Erwartungen an das Cloud-Produkt Atlas war einfach zu hoch. Das wächst jetzt schon das fünfte Quartal in Folge mit knapp 30%, aber der Markt wollte mehr. Dazu war die Aktie vorher schon sehr stark gelaufen.
  • Nestlé (±0%) verkauft sein Geschäft mit Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln für 1 Mrd. $ an den US-Finanzinvestor Yellow Wood Partners. Klingt vom Timing her etwas ironisch, weil die Nachfrage nach Supplements gerade wächst (Procter & Gamble hat erst letzten Monat den Hersteller Thorne für 4 Mrd. $ gekauft). Hochwertige Marken behält Nestlé aber. Der Schritt passt in die Strategie vom neuen CEO Navratil, der sich auf Kaffee, Tiernahrung und Snacks konzentrieren will.
  • Volkswagen (-4%) steht laut Handelsblatt vor einem Machtkampf um das Sparpaket von Konzernchef Blume. Am Freitag tagt der Aufsichtsrat und der Vorstand rechnet wohl schon mit einem Scheitern seines Vorschlags. Dann könnte er das Sparpaket über eine außerordentliche Hauptversammlung den Aktionären zur Abstimmung vorlegen. So einen Vorgang gegen den Widerstand vom Aufsichtsrat hat's in der deutschen Wirtschaftsgeschichte noch nie gegeben. Zusätzlich steigt VW wegen der schwachen Aktien-Performance aus dem EuroStoxx50 ab.

In der Kurz-Analyse:

Grün reicht nicht

HeidelbergMaterials

Heidelberg Materials hat sich auf Sicht von fünf Jahren mehr als verdoppelt, kämpft aber aktuell mit einem Paradox: Die eigene Klimastrategie wird zum Risiko.

 

Der Konzern gehört zu den Vorreitern bei CO2-armen Baustoffen. Umso überraschender: Mitte August hat die Firma ihr Vorzeigeprojekt zur CO2-Abscheidung in Kanada auf Eis gelegt. Das Werk in Edmonton sollte über eine Million Tonnen CO2 pro Jahr abscheiden. Aber das Projekt hat sich wirtschaftlich nicht gelohnt, auch weil die politischen Vorgaben beim CO2-Preis zu unsicher sind.

 

Warum ist CO2 für Heidelberg so wichtig?

Zement ist extrem CO2-intensiv. In Europa wird das über den Emissionshandel zunehmend teuer. Die Wette des Konzerns war: Wer am wenigsten CO2 ausstößt, hat den größten Vorteil, wenn der CO2-Preis richtig hochgeht.

Was hat den Kurs gedrückt?

  • Emissionshandel-Reform: Anfang des Jahres kam die Debatte über eine Verlängerung kostenloser CO2-Zertifikate in Europa auf. Für Heidelberg wäre das Gift: Konkurrenten könnten ohne teure Klimainvestitionen weiter billig produzieren, Heidelbergs Vorsprung würde verpuffen.
  • Kursrutsch: Im Januar war die Firma noch über 40 Mrd. € wert, aktuell sind es weniger als 30 Mrd. € (Minus von fast einem Drittel). Und das, obwohl es 2025 einen Rekord beim operativen Ergebnis gab und der Umsatz leicht auf über 20 Mrd. € gestiegen ist.
  • Operativ läuft's: Im ersten Halbjahr 2026 ist der Umsatz weiter leicht gewachsen. Nordamerika gibt Rückenwind durch große Bauprojekte (Fabriken, KI-Rechenzentren). Dazu kommen Zukäufe in Kanada, der Türkei und eine geplante Übernahme in Australien.

Heidelberg selbst gibt sich gelassen: Das EU-Papier stütze die eigene Strategie und ändere bis 2030 wenig. Langfristig dürfte an der Dekarbonisierung kein Weg vorbeiführen. Auch Analysten sind optimistisch: Von 20 raten 15 zum Kauf. Nach dem Rücksetzer kommt die Aktie nur noch auf ein erwartetes KGV von 12, deutlich günstiger als der Schweizer Konkurrent Holcim. Dazu gibt's 2% Dividendenrendite und ein Rückkaufprogramm von bis zu 1,2 Mrd. €.

Zum Podcast

In der Krypto-Welt:

Robinhood-Chain boomt

Bildschirmfoto 2026-09-02 um 20.38.17

Gab einige spannende News in den letzten Tagen. Darum heute mal ein kurzer Rundumschlag über die Nachrichtenlage im Krypto-Bereich:

  • Robinhood hat vor knapp zwei Monaten zusammen mit Arbitrum eine eigene Blockchain gestartet. Ursprünglich für tokenisierte Aktien und ETFs gedacht, werden bisher hauptsächlich Memecoins gehandelt. Das Volumen hat sich trotzdem vervielfacht: Ende Juli noch 370 Mio. $ am Tag, inzwischen knapp 1,5 Mrd. $. An Spitzentagen hat die Chain mehr eingespielt als Solana, Base oder Ethereum. Aber: Bis Ende September ist das Handeln für Nutzer quasi umsonst. Wie viel Volumen bleibt, wenn Gebühren fällig werden, steht auf einem anderen Blatt.
  • Die Londoner Börse steigt tiefer ins Kryptogeschäft ein. Zusammen mit Payward (dem Eigentümer von Kraken) will die London Stock Exchange tokenisierte Aktien anbieten, also Token, die Aktienkurse abbilden und 24/7 gehandelt werden können. Stimmrechte oder echtes Eigentum an der Firma gibt's damit allerdings nicht. Die Nasdaq ist sogar schon weiter: Da kriegen Token-Halter volle Aktionärsrechte. Politisch passt das ins Bild, Großbritannien will sich als Standort für digitale Vermögenswerte positionieren.
  • Rekord bei Token-Rückkäufen: Kryptofirmen kaufen so viele eigene Token zurück wie nie. Seit Jahresanfang fast 640 Mio. $, im Vorjahreszeitraum waren's 550 Mio. $ und 2024 gerade mal 370.000 $. Fast 90% gehen auf zwei Namen zurück: Kryptobörse Hyperliquid und die Memecoin-Plattform pump.fun. Die Idee ist dieselbe wie bei Aktienrückkäufen: Angebot verknappen, Kurs stützen.
  • Strategy kauft wieder: Nach zehn Wochen Pause hat Michael Saylors Firma für 370 Mio. $ Bitcoin gekauft. Bezahlt wurde das mit frisch ausgegebenen Stammaktien im Wert von 600 Mio. $. Die Pause war nicht freiwillig, die Aktie war stark gefallen. 150 Mio. $ von den Einnahmen sind in den Rückkauf von Vorzugsaktien geflossen, weil man für die sonst Dividende zahlen muss.
  • Krypto-Hack bei Tectonic: Ein Angreifer hat auf der Plattform Tectonic (eine Art Krypto-Pfandhaus) mindestens 6 Mio. $ abgezogen, ganz ohne Lücke im Code. Er hat massenhaft den kaum gehandelten Tonic-Token gekauft, den Preis in 20 Minuten um das 300-Fache hochgetrieben, die Token als Sicherheit hinterlegt und sich dafür andere Token im Wert von über 70 Mio. $ geliehen. Tatsächlich abgeflossen sind „nur“ 6 Mio. $, weil der Blockchain-Betreiber den Handel eingefroren hat.

Risikohinweis: Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente. Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung. Ihr entscheidet selber, was ihr macht.

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