Bitcoin für Altersvorsorge? Wendy’s wird GameStop. Gold & Öl fallen. ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­    ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­  
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Haben wir ein neues GameStop? Wendy's (+26%) ist gestern zwischenzeitlich über 40% gestiegen, und zwar komplett ohne gute Nachrichten. Wie damals bei GameStop hat der Reddit-Subreddit WallStreetBets die Aktie gehyped. Wendy's hat viele Shortseller, und die Kollegen von WallStreetBets versuchen ja sehr gern, einen Short Squeeze zu erzeugen.

 

Auch stark gestiegen ist gestern nach Börsenschluss die Aktie von Micron (+10%). Umsatz hat sich nicht nur mehr als vervierfacht, er war mit 41 Mrd. $ auch auch rund 6 Mrd. $ höher als erwartet.

 

Noch absurder die operative Gewinnmarge: 81%!! Erwartet wurden knapp unter 80%, vor einem Jahr waren’s 27%.

 

Der Speicherchipboom treibt also Umsatz und Margen. Dazu war die Prognose fürs laufende Quartal mit 50 Mrd. $ Umsatz nochmal stark über den Erwartungen.

 

Sonst gab's gestern leider auch paar Sachen, die deutlich gefallen sind:

Was war los gestern?

(Stand 24.06.2026, 22:00 Uhr)

DAX24.740-0.62%
STOXX 506.215-0.25%
S&P 5007.358-0.10%
NASDAQ25.477-0.43%
Bitcoin60.920 $-2.78%
Cerebras182 $-19.61%

Zahl des Tages: 29.000.000.000 $. Der Speicherchiphersteller SK Hynix plant einen Börsengang in den USA und will dabei entspannte 29 Mrd. $ einsammeln. Das könnte einer der größten Aktienverkäufe der Geschichte werden.

Thema des Tages:

Rheinmetall ist Rausmetall

Fregatte-Nidersachsen-Klasse-F126_Bundeswehr_Hoffmann

Rüstungsaktien haben einen Vorteil, der gleichzeitig ein großer Nachteil ist: Sie hängen von wenigen großen Kunden ab, die wenige große Projekte vergeben. Wenn diese Kunden die Nachfrage hochfahren, ist das super. Wenn sie einzelne Großprojekte canceln, wird's brutal. Und genau das hat gestern Rheinmetall getroffen. Die Aktie ist 19% abgeschmiert, seit Jahresanfang steht jetzt ein Minus von 41%.

 

Verteidigungsminister Pistorius steigt aus dem Fregattenprogramm F126 aus. Die Kosten sind zu hoch, alles hat sich verzögert. Damit beendet Berlin das Projekt für die größten Kriegsschiffe, die seit dem Zweiten Weltkrieg bestellt wurden. Ursprünglich hat eine niederländische Werft den Auftrag für die 166 Meter langen Fregatten bekommen.

 

Da gab's aber so viele Probleme, dass das Projekt auf Rheinmetall übertragen werden sollte. Für die war das besonders wichtig, weil sie dieses Jahr Teile der Lürssen Werft übernommen haben und ihr Business in Richtung Marine ausbauen wollen. Veranschlagtes Auftragsvolumen: rund 13 Mrd. €. Die kriegen sie jetzt nicht.

 

Ob Rheinmetall dadurch wirklich 19% weniger wert ist? Was neben den verlorenen Milliardenumsätzen sicher nicht geholfen hat: CEO Armin Papperger war noch Anfang Mai im Analystencall sehr optimistisch, dass sie den Auftrag kriegen. Dass er jetzt nicht kommt, kostet Vertrauen.

 

Das Timing der Regierung war auch nicht grad smart. Man will ja gerade mit KNDS einen Panzerbauer an die Börse bringen, an dem Deutschland selbst beteiligt ist. Wenn man kurz davor so viel Unsicherheit in Rüstungsaktien bringt, die ohnehin schon ein schwieriges Jahr haben, ist das für den Börsengang nicht hilfreich.

 

Aber die ganze Sache hatte zumindest einen Gewinner: TKMS (+15%) hat kräftig zugelegt, weil Deutschland statt dem Rheinmetall-Schiff einfach mehr Schiffe bei TKMS bestellen will.

 

Was sonst noch los war:

  • Cerebras (-20%) hat trotz einer Umsatzprognose von 865 Mio. $ für dieses Jahr fast 20% verloren. Das ist immer noch sehr wenig Umsatz für eine Firma mit 40 Mrd. $ Börsenwert. Dazu kommen sinkende Margen und eine extreme Abhängigkeit von OpenAI. Um deren Aufträge abzuarbeiten, mietet Cerebras sogar eigene Chips von Kunden zurück, an die sie sie vorher verkauft haben. Das kostet Margen. Dass OpenAI und Broadcom gestern die erste Variante ihres gemeinsam entwickelten KI-Chips vorgestellt haben, hat da sicher auch nicht geholfen.
  • Öl ist auf den tiefsten Stand seit Ende Februar gefallen. Immer mehr Schiffe fahren wieder durch die Straße von Hormus, was das Angebot erhöht und den Preis drückt.
  • Gold ist zwischenzeitlich das erste Mal seit November unter 4.000 $ gefallen. Tendenziell könnten sinkende Ölpreise aber wieder helfen: Niedriger Ölpreis heißt weniger Inflation, weniger Inflation heißt weniger Zinsen, und weniger Zinsen sind gut für Gold. Weil Gold keine Zinsen abwirft, wird es bei niedrigerem Zinsniveau im Vergleich zu Anleihen oder anderen sicheren Anlagen einfach attraktiver.
  • MSCI-Update: Die Entscheidung zur möglichen Abstufung von Indonesien (von Emerging Market zu Frontier Market) wurde verschoben. Südkorea bleibt erstmal ein Emerging Market und wird nicht hochgestuft. Sollte man auf dem Schirm haben, wenn man z.B. nur einen MSCI World ETF hat.
  • Nestlé will bekanntlich seine Wassermarken verkaufen. Jetzt ist rausgekommen, dass nur noch eine einzige Private-Equity-Firma in den Verhandlungen ist. Der Rest hat kein Interesse.

In der Kurz-Analyse:

Strategy unter Druck

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Strategy hat in den letzten 10 Tagen 16% verloren, obwohl der Bitcoin stabil geblieben ist. Selbst die Coinbase-Aktie hat sich kaum bewegt. Für eine Firma, die im Grunde eine reine Krypto-Holding ist, ist das ungewöhnlich.

Ein Grund: Strategy hat zum ersten Mal seit Jahren Bitcoins verkauft, was Zweifel am ganzen Geschäftsmodell ausgelöst hat. Dazu kommen jetzt auch noch Probleme mit einem ihrer Finanzinstrumente.

  • Das Konstrukt: Strategy hat eine Vorzugsaktie ausgegeben, die zweimal monatlich Dividende zahlt. Das Ziel: Der Kurs soll stabil bei 100 $ liegen. Dafür wird die Dividende jeden Monat angepasst. Steigt der Kurs über 100 $, wird die Dividende gesenkt. Fällt er drunter, wird sie angehoben.
  • Das Problem: Der Kurs liegt aktuell bei 87 $ und ist seit Ende Mai nicht mehr in Richtung der 100 $ gekommen. Investoren bezweifeln, wie sicher die Dividenden überhaupt noch sind.
  • Die Folge: Das Instrument war durch seine Stabilität für viele Investoren attraktiv und hat Strategy geholfen, Geld einzusammeln. Das wird jetzt deutlich schwieriger.

Übrigens: Michael Saylor hat erzählt, dass er das Finanzinstrument mit Hilfe von ChatGPT entwickelt hat.

Zum Podcast

In der Krypto-Welt:

Muss Krypto ins Depot?

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Auf unserem WhatsApp-Kanal kam die Frage, ob Krypto ins Portfolio muss, wenn man für die Altersvorsorge spart.

 

Dafür schauen wir uns erstmal an, warum Aktien für die Altersvorsorge so gut funktionieren:

  • Wirtschafts-Connect: Man beteiligt sich an der globalen Wirtschaft. Wächst die Wirtschaft, wächst langfristig mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der Aktienmarkt.
  • Streuung: Selbst wenn's Europa in 20 Jahren schlechter geht, profitiert man vom Aufstieg in Asien, Afrika oder Amerika.
  • Sachwerte: Man kauft Anteile an Firmen, die Gewinne machen. Als Aktionär steht einem ein Teil davon zu.
  • Lange Historie: Es gibt immer wieder Krisen, aber breit gestreut hat man historisch trotzdem sehr gute Renditen gemacht.

Das Ding ist: Keiner dieser Punkte trifft auf Krypto zu. Kein klarer Zusammenhang zur Wirtschaft, keine Sachwerte, keine lange Historie. Bei Krypto hängt sehr viel von der Stimmung der Investoren ab. Übrigens gilt das auch für Gold (außer der langen Historie).

 

Trotzdem nachvollziehbar, wenn man einen kleinen Anteil im Depot hat. Zum Beispiel weil man glaubt, dass sich Bitcoin wie Gold als Wertspeicher etabliert. Trotzdem sollte man die Größenordnungen bedenken.

 

Zur Einordnung: Alle Kryptos zusammen sind rund 2.000 Mrd. $ wert. Gold liegt bei 25.000 Mrd. $, die Firmen im MSCI All Country World bei über 100.000 Mrd. $. Krypto ist als Vermögensklasse also kleiner als einzelne Firmen wie NVIDIA oder Alphabet.

 

Und was ist mit Quantencomputern als Risiko für Bitcoin? Vor allem alte Wallets sind bedroht, die gehackt werden könnten (z.B. das von Satoshi Nakamoto). In solchen Wallets liegt rund ein Drittel aller Bitcoins. Kein Weltuntergang, kann aber den Preis drücken. Langfristig muss sich Bitcoin quanten-sicher aufstellen. Das ist weniger ein technisches Problem als die Frage, ob sich die Community auf ein Upgrade einigen kann. Die ist historisch sehr langsam bei sowas, aber der Anreiz ist groß genug.

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