VW leidet, GM profitiert, SK & Samsung mit Deals ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­    ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­  
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Japan denkt drüber nach, den Handel mit Pokémon-Karten zu regulieren. Der Markt hat sich in vier Jahren auf über 2 Mrd. $ fast verdoppelt, einzelne Karten werden für Millionen gehandelt. Das Problem: steigendes Betrugsrisiko und Karten als Vehikel für Geldwäsche.

 

Außerdem, falls ihr es verpasst habt, noch drei Medienempfehlungen zum Wochenstart:

  • Noah hat im OMR Podcast mit Pip vom Doppelgänger Podcast über Leopold Aschenbrenner diskutiert. 24-jähriger, der einen 20 Milliarden Dollar Fonds verwaltet. Hier reinhören.
  • Und bei uns war am Samstag der CEO und Großaktionär der Weltraumfirma OHB zu Gast. Hier reinhören.

Guten Wochenstart von Timon, Christoph & Noah

 

Hier noch die Earnings der Woche:

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Was war los gestern?

(Stand 26.07.2026, 22:00 Uhr)

DAX25.099+1.36%
STOXX 506.281+1.14%
S&P 5007.412+0.05%
NASDAQ24.976-0.64%
Bitcoin64.642 $+0.51%
Verizon46 $+5.84%

Zahl des Tages: 150 Konkurrenten. So viele Autobauer tummeln sich aktuell auf dem chinesischen Markt. Alleine im ersten Halbjahr sind dort 500 neue Modelle auf den Markt gekommen. VW-Chef Oliver Blume hat das im Analystencall erwähnt, nachdem VW die Jahresprognose kassiert hat: Statt bis zu 3% Umsatzwachstum rechnet der Konzern jetzt mit bis zu 3% Rückgang. Die Aktie hat am Freitag weitere 2% verloren und steht dieses Jahr bei minus 30%.

Thema des Tages:

KI-Skepsis & Millionen-Scheidung

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Am Freitag hat sich die Stimmung bei KI-Aktien mal wieder gedreht. Intel hat trotz starker Zahlen 8% verloren, Oracle 4% (obwohl die einen 7 Mrd. $ Deal mit dem US-Verteidigungsministerium verkündet haben). Investoren waren mal wieder skeptisch, wie lange die gigantische Nachfrage nach KI-Rechenzentren noch anhält.

 

Passend dazu war SAP die große Ausnahme: +9% nach einem stärker als erwartet gestiegenen Cloud-Auftragsbestand. In Zeiten von KI-Sorgen ein sehr gutes Zeichen.

 

Die Unternehmen selbst zeigen übrigens keine Skepsis:

NVIDIA hat am Freitagabend einen Deal mit dem Speicherchip-Hersteller SK Hynix verkündet und sich Chips im Wert von bis zu 500 Mrd. $ für die nächsten Jahre gesichert. Parallel dazu gab's einen ähnlichen Deal zwischen Samsung und Broadcom über rund 200 Mrd. $.

 

Spannend sind aber vor allem die Fußnoten. SK Hynix gehört zu einem riesigen südkoreanischen Konglomerat, zu dem auch SK Telecom gehört. Die können als Teil des Deals NVIDIA-Chips kaufen, um ein eigenes Cloud-Business aufzubauen. Bei Samsung liefert die Firma nicht nur Speicherchips, sondern Broadcom wird dort auch Chips produzieren lassen. Samsung baut damit das Geschäft als Auftragsfertiger aus, wo es mit TSMC einen übermächtigen Konkurrenten und mit Intel einen stärker werdenden Wettbewerber gibt.

 

Und dann war da noch die teuerste Scheidung der südkoreanischen Geschichte. Der Aufsichtsratschef von SK Hynix (und Neffe des SK-Gründers) muss seiner Ex-Frau 640 Mio. $ zahlen. Den Scheidungsantrag gibt's seit 2017, ein niedrigeres Gericht hatte 2022 schonmal geurteilt: damals nur 50 Mio. $. Seitdem ist der Wert von SK Hynix aber so massiv gestiegen, dass sich auch der Scheidungspreis mehr als verzehnfacht hat.

 

Was sonst noch los war:

  • Verizon (+6%) hat nach soliden Quartalszahlen einen Deal mit Alphabet verkündet. Alphabet wird bisher ungenutzte Glasfaser-Verbindungen von Verizon nutzen, um Daten zwischen eigenen Rechenzentren zu transportieren. Volumen: 1 Mrd. $. CEO Dan Schulman (ja, der ehemalige PayPal-Chef) meinte, dass noch mehr Deals in der Pipeline sind, die über ein paar Jahre einige Milliarden bringen sollen. Eine KI-Wette, die noch ganz am Anfang steht, aber dafür 6% Dividendenrendite zahlt.
  • Apple (+3%) war am Freitag eine der wenigen großen Tech-Aktien im Plus. Apple profitiert oft von KI-Skepsis, weil sie anders als Microsoft, Meta, Alphabet und Amazon nicht massiv Geld in eigene KI-Rechenzentren pumpen.
  • Varta muss Insolvenz anmelden, nachdem das Sanierungsverfahren gescheitert ist. Einer der Hauptgründe: Die frühere Zukunftshoffnung (Batterien für die Airpods) bricht weg, weil Apple auf einen chinesischen Konkurrenten umsteigt.
  • Trump hat neue Zölle von 10-12,5% verhängt, die aber nur bestehende ersetzen, die jetzt ausgelaufen wären. Die offizielle Begründung: Handelspartner machen nicht genug gegen Zwangsarbeit. In Wahrheit geht's darum, Gesetzeslücken zu finden, mit denen er Zölle erlassen darf.
  • Canadian National Railway hat am Freitag die Prognose angehoben, weil sich Kunden wohl mehr und mehr an die Zölle anpassen und wieder mehr Produkte hin- und herschicken. Die Aktie hat nicht stark reagiert, ist dieses Jahr aber schon 30% gestiegen.

In der Kurz-Analyse:

GMs goldenes Halbjahr

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Höchster Gewinn pro Aktie in der Firmengeschichte. Das hat General Motors im ersten Halbjahr hingelegt, während VW schwächelt. Im zweiten Quartal hat GM knapp 48 Mrd. $ umgesetzt und einen überraschend hohen Gewinn gemacht. Und das, obwohl darin Milliarden an Restrukturierungskosten fürs E-Auto-Geschäft stecken und GM weniger Autos verkauft hat als im Vorjahr.

 

Drei Gründe erklären den Widerspruch:

  • Preisdisziplin: GM hält die Lagerbestände bewusst knapp. Der Bestand der Autohäuser reicht für gut 50 Tage, im Branchenschnitt sind‘s 80. Weniger Autos auf dem Hof heißt weniger Rabatte. Die Rabattquote liegt unter 5%, die Branche zahlt im Schnitt über 6%. Besonders stark ist GM da, wo die Margen hoch sind: Bei großen Pick-ups hält der Konzern über 40% Marktanteil (zehn Punkte vor Ford), bei großen SUVs ist GM seit 51 Jahren in Folge Marktführer.
  • E-Auto-Verluste schrumpfen: Die Restrukturierung ist fast abgeschlossen, insgesamt hat GM 11 Mrd. $ abgeschrieben. Fürs laufende Jahr rechnet der Konzern damit, dass sich das E-Auto-Ergebnis um 1,5 Mrd. $ verbessert, weil Batteriekosten sinken und weniger produziert wird.
  • Software-Abos als neuer Hebel: GM verkauft mittlerweile Abos. Der Konnektivitätsdienst OnStar hat schon 12 Mio. Abonnenten, dazu kommt Super Cruise (freihändiges Fahren auf der Autobahn) für rund 40 $ im Monat. Rund 6 Mrd. $ Umsatz sind damit schon vertraglich gesichert, ein Plus von 50%. Die Marge der Software ist dabei deutlich höher als beim Autoverkauf.

Fairerweise: Super Cruise ist drei Jahre im Autopreis enthalten, danach verlängern nur 30 bis 40% der Kunden. Und das Business ist noch klein (400 Mio. $ erwarteter Umsatz bei fast 190 Mrd. $ Konzernumsatz). Auf dem Schirm haben sollte man es trotzdem.

 

Die Aktie hat auf Sicht von einem Jahr 60% gewonnen. Der Börsenwert von 70 Mrd. $ entspricht aber nur dem 6-fachen des erwarteten Gewinns. Der Zehn-Jahres-Schnitt liegt bei 7. Dazu gibt's knapp 1% Dividendenrendite und vor allem aggressive Aktienrückkäufe: Seit 2023 hat GM die Aktienzahl um knapp 35% reduziert. Das ist auch ein Hauptgrund für den Rekordgewinn pro Aktie. Dafür hilft nämlich nicht nur ein hoher Gesamtgewinn, sondern auch weniger eigene Aktien.

Zum Podcast

In der Kurz-Analyse:

US-Rüstung boomt

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Lockheed Martin und RTX haben nach starken Quartalszahlen letzte Woche jeweils rund 10% zugelegt. Genau wie der Geheimdienstdienstleister Booz Allen Hamilton am Freitag.

 

Was da los?

  • Volle Auftragsbücher: RTX und Lockheed haben beide ihre Umsatzprognose angehoben und sind im letzten Quartal mehr als 10% gewachsen. Zusammen sitzen sie mittlerweile auf einem Auftragsbestand von über 500 Mrd. $ (im Quartal davor waren‘s eher 450 Mrd. $).
  • Der Treiber: Raketen und Luftabwehrsysteme, vor allem wegen des Iran-Konflikts. Ein Beispiel: Von RTX haben die USA in den letzten 10 Jahren im Schnitt 86 Tomahawk-Raketen pro Jahr bestellt. Für 2027 alleine sind‘s 785.
  • Booz Allen Hamilton: Die liefern keine Waffen, sondern beraten Behörden und Geheimdienste. Lange gab's Gegenwind, weil Trump im zivilen Bereich Kosten sparen wollte. Der Vorteil: Die Nachfrage beim Verteidigungsministerium und den Geheimdiensten steigt, während sie im zivilen Bereich sinkt.
  • Startups mischen mit: Das Rüstungs-Startup Anduril spricht gerade mit Investoren über eine Bewertung von 100 Mrd. $. Damit wäre es nach Lockheed und RTX die drittwertvollste US-Rüstungsfirma. Dazu passt: Große Konzerne wie Lockheed oder BAE haben dieses Jahr schon 4 Mrd. $ in Rüstungs-Startups gepumpt, so viel wie noch nie.

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