SpaceX hat gestern das erste Mal als börsennotierte Firma Quartalszahlen geliefert. Da sich bei SpaceX viel um Zukunftsvisionen dreht, sind die nicht so relevant wie bei anderen Firmen. Aber hier die wichtigsten Insights:
Umsatz hat sich auf knapp 8 Mrd. $ fast verdoppelt, was vor allem von Starlink getrieben wurde, wo’s 66% Wachstum gab. Und vom KI-Geschäft, wo sich der Umsatz ver-3,5-facht hat. Das lag vor allem an den Cloud-Deals, wo SpaceX die Rechenzentren vermietet
Bisschen kritisch kann man sehen, dass der Umsatz von Endkonsumenten, die Starlink direkt buchen, im Vergleich zum Vorjahr nur 44% gewachsen ist. Das meiste Wachstum kam von Regierungen und Firmen, die Starlink buchen - zum Beispiel Airlines.
Übrigens sollte man wissen, dass morgen eine Lock-Up-Frist endet und Mitarbeiter und frühe Investoren dann 900 Mio. Aktien verkaufen dürfen, die sie bisher nicht verkaufen durften. Das sind mehr Aktien als bisher von SpaceX an der Börse sind. Das heißt nicht, dass die alle verkaufen, aber auf dem Schirm haben sollte man’s.
Auch keine gute Reaktion auf die neuen Zahlen gab’s bei AMD. Die sind im Vergleich zum Vorjahr um 50% gewachsen und haben den Gewinn mehr als verdreifacht. Aber beides war nur minimal besser als Analysten erwartet haben. Und nachdem sich die Aktie dieses Jahr mehr als verdoppelt hat war sie nach den Zahlen um die 10% down.
Was war los gestern?
(Stand 04.08.2026, 22:00 Uhr)
DAX
26.202
+0.77%
STOXX 50
6.487
+0.94%
S&P 500
7.737
+1.79%
NASDAQ
26.585
+2.59%
Bitcoin
64.174 $
+1.12%
Zalando
25 $
-13.36%
Zahl des Tages:32.693.000.000 $. So viel Gewinn hat Saudi Aramco im letzten Quartal gemacht. Und die sind nicht allein: ExxonMobil hat seinen Gewinn auf fast 15 Mrd. $ verdoppelt (höchster Wert seit 2022), Chevron hat mit 12 Mrd. $ sogar den höchsten Gewinn ever erreicht, und BP hat ebenfalls verdoppelt.
Spannend dabei: Trump hat Anfang der Woche gesagt, dass die Ölkonzerne zu viel Geld verdienen und die Preise senken oder oder was davon abgeben sollen.
Spannend auch: Die neue BP-Chefin Meg O'Neill hat zu den Zahlen gestern ein spannendes Statement gemacht. BP solle sich nicht mehr als "Big Oil Supermajor" neben Chevron, Exxon oder Shell sehen, sondern in einer kleineren Liga spielen. Passend dazu hat sie gestern den Verkauf des US-Biogasgeschäfts angekündigt und letzte Woche den Rückzug aus der Öl- und Gasproduktion in der Nordsee.
Person der Woche - Um wen geht's?
Kleiner Hint: Er arbeitet im Finanzbereich und hat letzte Woche einen jungen Deutschen gerettet.
Auflösung unten.
Thema des Tages:
Tech + USA = Boom.
Tech + Europa = Doom.
Gestern war ein guter Tag für US-Tech-Aktien.
Wayfair (+30%) hat den höchsten Quartalsumsatz seit 2020 gemeldet, mit 20% Wachstum im Vergleich zum Vorquartal.
Zebra Technologies (+26%) erwartet für dieses Jahr 15% Wachstum bei ihren Barcode- und RFID-Scannern.
Und sogar Snap (+15%) hat überraschend starkes Wachstum im Werbebusiness geliefert (könnte auch an der WM liegen, aber die Börse hat's erstmal gefeiert).
Caterpillar (+6%) hat zum ersten Mal ever über 20 Mrd. $ Quartalsumsatz gemacht, weil alle Welt Stromaggregate für Rechenzentren bestellt. Dass die Aktie "nur" 5% zugelegt hat, liegt daran, dass sie sich in den letzten zwölf Monaten schon verdoppelt hat.
Coherent, Lumentum und Applied Optoelectronics (jeweils +10% oder mehr) haben profitiert, weil die USA darüber nachdenken, chinesische Transceiver für Glasfaserkabel in Rechenzentren zu verbieten.
Aber nicht überall steigen die Tech-Aktien.
Zalando (-15%) hat auf den ersten Blick starke Zahlen geliefert: 21% GMV-Wachstum. Nur steckt da die About-You-Übernahme drin. Rechnet man die raus und tut so, als wären beide Firmen schon vor einem Jahr zusammen gewesen, bleiben nur 4% Wachstum übrig.
Spotify (-2%) hat zwar zum ersten Mal ever die Marke von 300 Mio. zahlenden Abos geknackt. Aber die Kosten für Marketing und neue KI-Features sind stärker gestiegen als erwartet, und die Wachstumsprognose für die nächsten Monate war auch nicht berauschend.
Eine gute Nachricht für die europäische Tech-Industrie gab’s aber doch: Der italienische Software-Investor Bending Spoons kauft weiter aggressiv Firmen auf. Und zwar haben sie jetzt für für 2 Mrd. $ Airtable übernommen. Klingt nach viel, aber 2021 wurde Airtable noch mit fast 12 Mrd. $ bewertet. Bei 480 Mio. $ Umsatz ist der Kaufpreis gar nicht so teuer.
Die Kollegen bei Airtable können sich jetzt auf große Entlassungswellen und die Kunden auf teurere Abos einstellen.
Was war sonst los?
Lufthansa (-10%) leidet noch stärker unter dem Krieg im Iran als eh schon erwartet.
Bayer (+3%) hat solide Quartalszahlen geliefert. Vor allem das Agrargeschäft zeigt gerade richtig gutes Gewinnwachstum.
Der Ölpreis ist gestern über 5% gesunken, weil es Fortschritte bei den Friedensverhandlungen mit dem Iran gab.
Bis zu 200 € Empfehlungsbonus!
Wenn ihr eine Person erfolgreich als neuen Scalable-Kunden gewinnt, kriegt ihr 50€. Für die zweite Personen gibt’s 100 €. Und für die dritte 200 €.
Das Ganze geht bis zum 31. August und die Person muss das Konto normal nutzen, also: innerhalb von sechs Monaten mindestens sechs Trades (inkl. Sparplanausführungen) von jeweils mindestens 150 € ausführen und für den Zeitraum Kundin oder Kunde bleiben.
Die Firma, die wir in den letzten 5 Jahren mit am meisten unterschätzt haben, ist Palantir. Lange war die Sorge, dass Palantir eigentlich ein Agentur-Geschäft betreibt: Programmierer direkt zum Kunden schicken, individuelle Lösungen bauen. So ein Modell skaliert bei Margen und Wachstum einfach nie wie ein echtes Software-Business. Dazu ist das Umsatzwachstum von 47% (2020) auf nur noch 17% (2023) eingebrochen.
Und dann ist etwas passiert, das man selten sieht. Palantir hat das Wachstum massiv beschleunigt: 29% (2024), 56% im letzten Jahr, und nach der neuen Prognose von diesem Montag sollen's 2025 über 80% werden. Dazu eine operative Marge von 47% im letzten Quartal (vor einem Jahr unter 30%). Das sieht jetzt wirklich nach Software-Firma aus.
Was den Case besonders macht:
Kein Kapital: Während andere KI-Firmen Milliarden in Rechenzentren pumpen, hat Palantir letztes Quartal nur 22 Mio. $ für große Investitionen ausgegeben. Die Firma sitzt über den KI-Modellen und hilft Kunden, die sicher einzusetzen.
Kommerziell getrieben: Das Netzwerk rund um Peter Thiel und Co. ist mächtig, was Palantir hilft. Aber das kommerzielle US-Geschäft ist letztes Quartal fast 150% gewachsen, das Regierungsgeschäft „nur" 90%. Kein reines Politik-Wachstum.
Aber es sprechen auch Dinge gegen Palantir:
Insider verkaufen: Seit Ende 2024 kein einziger Aktienkauf von Insidern. Karp hat 2025 für über 100 Mio. $ verkauft, Thiel für fast 300 Mio. $. Karp hält zwar immer noch Aktien im Wert von über 5 Mrd. $, trotzdem nicht optimal.
Die Aktie ist gestern nach neuen Zahlen rund 30% gestiegen auf 390 Mrd. $ Börsenwert. Bei ca. 4 Mrd. $ operativem Gewinn entspricht das fast dem 100-Fachen. Wer davon ausgeht, dass 80% Wachstum noch drei Jahre hält und die Margen stabil bleiben, kommt auf 23 Mrd. $ operativen Gewinn in drei Jahren. Im Verhältnis zu den 390 Mrd. $ gar nicht so absurd.
Aber Analysten rechnen ab nächstem Jahr eher mit 40% Wachstum. Und 8 Mrd. $ Umsatz in einem Jahr zuzulegen, ist bei einem Produkt, das Sales-Teams und Kundenintegration braucht, schon eine große Challenge.
Long Story Short: Die Zahlen sind stark, die Bewertung ist nicht mehr so absurd wie früher, preist aber schon viel Perfektion ein.
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Auflösung: Auf dem Bild ist Ken Griffin zu sehen. Er ist Multi-Milliardär und Gründer des Hedgefonfs Citadel, der letzte Woche Leopold Aschenbrenner große Teile seines Portfolios abgekauft hat. Er hat damit sicher ein gutes Geschäft gemacht. Manche vermuten sogar, dass er den Absturz von Aschenbrenner gefördert hat (bspw. indem Citadel und andere Fonds absichtlich Aktien verkauft haben, die Aschenbrenner im Portfolio hatte). So oder so hat der Deal mit Citadel Aschenbrenner aber gerettet.
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