NVIDIA hat seine Zahlen gebracht und im letzten Quartal mal wieder Rekorde aufgestellt:
Umsatz +85% auf 81 Mrd. $. Dabei hat sich der Umsatz mit Rechenzentren auf 75 Mrd. $ fast verdoppelt.
Die Bruttomargen sind konstant bei 75% geblieben. Das könnte Sorgen über starken Wettbewerb etwas Wind aus den Segeln nehmen.
Im nächsten Quartal soll der Umsatz bei etwa 90 Mrd. $ liegen. Das war höher als der Durchschnitt der Analysten, es gab aber auch deutlich höhere Schätzungen. Deshalb war die Aktie nach den Zahlen erstmal leicht down, hat sich dann aber erholt.
Neben den Zahlen hat NVIDIA ein Aktienrückkaufprogramm über 80 Mrd. $ angekündigt und die Quartalsdividende soll von 1 Cent auf 25 Cent steigen.
Das war aber nicht alles gestern Abend: Nach US-Börsenschluss wurde auch das offizielle IPO-Filing von SpaceX veröffentlicht:
Der Konzern wird am 12.6. an die Nasdaq gehen.
Was noch nicht klar ist: Wie viele Aktien verkauft die Firma und welche Bewertung strebt sie an. Da sind noch Platzhalter im Dokument, die werden erst in paar Wochen ausgefüllt.
SpaceX hat aber zuletzt laut Medienberichten eine Bewertung von 1.500 Mrd. $ und einen Erlös um die 80 Mrd. $ angestrebt. Damit wäre es ein Rekord-Börsengang. Bisherigen Rekord hält übrigens Saudi Aramco, das 2019 26 Mrd. $ erlöst hat.
SpaceX hat letztes Jahr 18,7 Mrd. $ Umsatz gemacht und ist damit um die 30% gewachsen. Unterm Strich blieb ein Verlust von 4,9 Mrd. $. Fairerweise kam ein Großteil des Verlustes aus dem neueren KI-Geschäft. Das Kerngeschäft mit Space sieht da deutlich attraktiver aus.
Guten Start in den Tag von Timon, Noah und Christoph!
Was war los gestern?
(Stand 20.05.2026, 22:00 Uhr)
DAX
24.737
+1.38%
STOXX 50
5.976
+2.13%
S&P 500
7.433
+1.08%
NASDAQ
26.270
+1.54%
Bitcoin
77.589 $
+1.08%
Immunovant
36 $
+35.26%
Monat des Tages: September. OpenAI könnte laut Wall Street Journal in dem Monat an die Börse gehen. Noch in dieser Woche soll die Firma demnach ihren Börsenprospekt einreichen und arbeitet dafür wohl mit Goldman Sachs und Morgan Stanley zusammen. Zuletzt hat die Bewertung der ChatGPT-Firma bei 850 Mrd. $ gelegen. Eine wichtige Hürde ist diese Woche weggefallen: OpenAI hat einen Rechtsstreit mit Mitgründer Elon Musk gewonnen, der den Börsengang hätte blockieren können.
Thema des Tages:
Zwei Einzelhändler, zwei Welten
Gestern gab's gleich zwei Mal Quartalszahlen aus dem US-Einzelhandel. Das Ergebnis: TJX feiert, Target kämpft.
Nr. 1: TJX (+6%)
Die Muttergesellschaft von TK Maxx hat den Umsatz um rund 10% gesteigert und den Jahresausblick angehoben. Das Geschäftsmodell funktioniert gerade perfekt: Überbestände und Restposten von Herstellern aufkaufen und Markenware deutlich günstiger verkaufen. In Zeiten, in denen Kunden wegen der Inflation sparen, ist das besonders gefragt. Dazu kommt, dass TJX durch seine Größe an hochwertige Ware rankommt, die kleinere Händler nicht bekommen.
Nr. 2: Target (-4%)
Bei Target waren die Zahlen eigentlich auch gar nicht schlecht. Der Umsatz ist um mehr als 5% gestiegen, das war der größte Anstieg seit Ende 2021. Besonders gut gelaufen sind Health & Wellness, Baby und Spielzeug. Warum ist die Aktie dann trotzdem gefallen? Wegen des vorsichtigen Ausblicks. Target warnt, dass das laufende Quartal schwieriger wird und höhere Kosten auf den Konzern zukommen. Das Grundproblem: Seit dem Ende des Pandemie-Booms hat Target Marktanteile an Konkurrenten wie Costco oder Walmart verloren. Apropos Walmart: Da kriegen wir heute den direkten Vergleich, denn die Supermarktkette bringt heute Zahlen.
Was sonst noch los war:
Immunovant (+35%) hat positive Studiendaten für ein neues Medikament gegen schwer behandelbare rheumatoide Arthritis veröffentlicht. Fast drei Viertel der Patienten haben nach knapp vier Monaten eine spürbare Verbesserung gezeigt. Die Muttergesellschaft Roivant (+15%) hat mitprofitiert.
Cava (+3%) hat den Umsatz um rund 30% gesteigert und den Ausblick angehoben. Noch wichtiger: Die Besucherzahlen sind gewachsen. In einer Phase, in der viele Restaurantketten kämpfen, Kunden überhaupt in die Läden zu kriegen, hat die mediterrane Kette offenbar eine gute Position gefunden. Nicht die günstigste Option, aber frisch, gesund und gute Preis-Leistung.
Hasbro (-9%) hat den Umsatz um fast 15% gesteigert und beim Gewinn die Erwartungen geschlagen. Wachstumstreiber war vor allem das Kartenspiel Magic: The Gathering (+25%). Trotzdem ging's runter, weil der Jahresausblick nur am unteren Ende der Analysten-Prognosen gelegen hat. Dazu kommen ein Cybersecurity-Vorfall mit unklaren Kosten und der steigende Ölpreis.
Samsung (+2%) hat sich mit seiner Gewerkschaft auf einen vorläufigen Tarifvertrag geeinigt und damit einen Streik abgewendet, an dem sich fast 50.000 Mitarbeiter beteiligt hätten. Experten hatten geschätzt, dass der Streik das südkoreanische Wirtschaftswachstum um einen halben Prozentpunkt gedrückt hätte. Samsung steht als weltgrößter Speicherchip-Konzern für ein Viertel der südkoreanischen Exporte.
Ottobock (+3%) hat sich gegen die Short-Attacke von Grizzly Research gewehrt und prüft eine Anzeige bei der BaFin wegen Marktmanipulation. Das Russland-Geschäft beschränke sich ausschließlich auf die Versorgung von Zivilisten. Die Aktie war leicht im Plus, obwohl sie mit Dividendenabschlag gehandelt wurde.
Die EU will das Zollabkommen mit den USA umsetzen. Heißt: keine Zölle auf US-Waren wie Autos oder Maschinen, dafür halten die USA ihre Zölle bei 15%. Trump hatte zuletzt gedroht, die Autozölle auf 25% anzuheben.
In der Kurz-Analyse:
Stadion-Screens als Business
Wer am Times Square steht, ein Yankees-Spiel besucht oder College Football schaut, guckt mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Videotafel von Daktronics. Auch in der Crypto.com-Arena in LA hängt ein Mega-Würfel des Konzerns (siehe Bild). Die Firma aus South Dakota ist ein echter Hidden Champion mit über 50% Marktanteil je nach Sportart. Der nächste Konkurrent liegt im einstelligen Bereich.
Die Gründerstory ist verrückt: Zwei Professoren haben Daktronics mit 3.000 $ Startkapital gegründet, eigentlich für Medizintechnik. Das lief nicht, und eher durch Zufall hat eine Begegnung mit einem Wrestling-Trainer zur ersten Anzeigetafel geführt. Heute setzt die Firma über 750 Mio. $ um und baut Screens vom High-School-Gym bis zum Bernabéu von Real Madrid.
Das Problem: 89% der Umsätze kommen vom Bau neuer Videotafeln. Reines Hardware-Geschäft mit einmaligen Erlösen. Große Projekte wie der 21 Mio. $ Screen für die University of Illinois klingen gut, aber die Kohle wirkt sich nur einmal auf den Umsatz aus. Dazu hängt viel an öffentlichen Ausschreibungen, was Marge kostet.
Wo das Potenzial liegt:
Software im Abo: Die Control Suite lässt Kunden ihre Videotafeln per Cloud bespielen. Wiederkehrende Umsätze statt Einmal-Deals.
Cleverer Lock-in: Daktronics Curriculum bringt Schülern und Studenten Videoproduktion für Mega-Screens bei. Wer einmal mit Daktronics lernt, will auch mit Daktronics arbeiten.
Nachholbedarf: Das Management hat im letzten Earnings Call zugegeben, dass sie den Software-Bereich verschlafen haben und jetzt ausbauen wollen. Service macht aktuell nur 11% vom Umsatz aus.
Die Aktie wird mit einem KGV von 18 wie eine Hardware-Firma bepreist. Schafft Daktronics den Umstieg Richtung Software, trauen Analysten der Aktie ein KGV von 30 zu. Bei rund 1 Mrd. $ Börsenwert wäre das ordentlich Luft nach oben.
Seit Jahren heißt es, die Blockchain revolutioniert das Finanzsystem. Passiert ist wenig. Aber im Repo-Markt funktioniert es tatsächlich. Über sogenannte Repurchase Agreements tauschen Banken und Fonds kurzfristig Staatsanleihen gegen Cash, meistens über Nacht. Das ist der Mechanismus, der sicherstellt, dass Broker und Banken jeden Tag genug Liquidität haben. Marktvolumen: knapp 13.000 Mrd. $.
JPMorgan hat vor sechs Jahren eine Blockchain-basierte Repo-Plattform gestartet und seitdem rund 3.000 Mrd. $ darüber abgewickelt. Täglich laufen mehrere Milliarden durch das System, auch HSBC nutzt es.
Warum es ausgerechnet hier funktioniert:
Feste Fenster, viele Zwischenhändler: Der klassische Repo-Markt hat starre Handelszeiten, etliche Zwischenhändler und feste Fristen. Wer zu spät ist, verliert den Deal. Die Blockchain macht alles digital, rund um die Uhr und in Echtzeit.
Messbarer Vorteil: Laut einer Studie könnten große Banken ihre Liquiditätspuffer um bis zu 15% senken, wenn mehr Repo-Geschäfte über Blockchain laufen. Für eine Bank mit 1 Mrd. € Puffer würden so fast 200 Mio. € frei.
Rückenwind von der Börse: Nasdaq und NYSE planen 24-Stunden-Handel. Wenn Aktien rund um die Uhr gehandelt werden, braucht man auch jederzeit Liquidität. Die Blockchain im Repo-Markt könnte genau das liefern.
Aber: Das System ist noch nicht krisenerprobt. Die verschiedenen Blockchain-Netzwerke sprechen nicht miteinander, was Banken zwingt, auf mehreren Plattformen gleichzeitig aktiv zu sein. Und auf der Blockchain gibt's keinen Spielraum für Ausnahmen: Was im Code steht, gilt. Trotzdem, wenn mal wieder jemand fragt, ob die Blockchain in der echten Welt schon irgendwas bewirkt, habt ihr jetzt ein Beispiel.
Mit dem Link da unten kannst du diesen Newsletter weiterempfehlen. Wozu? Wenn du mehr als 15 erfolgreiche Empfehlungen hast, packen wir deinen Namen in den Newsletter inklusive Link zu deinem LinkedIn-Profil oder einer Aktie, die du grad spannend findest.*
Antworte dazu einfach auf diese Mail, sobald du die Marke erreicht hast.
*P.S.: Da es schon manche gab, die das System mit Fake-Mails austricksen wollten, entscheiden wir auf Fallbasis, ob die gewonnenen Mails auch wirklich echt sind und verpflichten uns generell nicht, euch zu erwähnen.
Komm in die Gruppe
Jemand hat dir diesen Newsletter weitergeleitet? Dann kannst du dich HIER anmelden.
Diesen Newsletter vom 21.05.2026, 7:00 Uhr stellt dir die Podstars GmbH zur Verfügung. Christoph Damm, Timon Wunderlich und Noah Leidinger sorgen dafür, dass auch was drin steht.
Podstars GmbH, Lagerstraße 36, 20357 Hamburg, Deutschland