Heute im Programm: PodcastOne startet am NASDAQ • Die Zahl der Neuerscheinungen schrumpft • Acast hilft Luminary auf neuen Wegen
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Heute im Programm: 

PodcastOne startet am NASDAQ • Die Zahl der Neuerscheinungen schrumpft • Acast hilft Luminary auf neuen Wegen
 

Heute melde ich mich aus Vancouver. Bis auf die wenigen Stunden, die ich im März hier war, ist es das erste Mal seit fast zehn Jahren, dass ich etwas mehr Zeit in der Stadt verbringe. Mein Programm diese Woche ist allerdings recht straff. Da bleibt wenig Luft zum Podcast hören. Aus dem gleichen Grund werde ich erst nächste Woche wieder hier berichten. Bis dahin halten Maren und Kristina euch auf dem Laufenden.

 

Bevor ich mich aber abmelde, eine kurze Beobachtung vom Wochenende: Ein Podcast kann durchaus profitieren, wenn es Gäst*innen gelingt, das Konzept komplett (aber charmant) über den Haufen zu werfen. Wie ich darauf komme?

 

Kurz vor Abreise habe ich die neueste Ausgabe »Alles gesagt?« gehört. Zu Gast ist Schriftsteller Ferdinand von Schirach. Das Gespräch dauert ungewöhnlich »kurze« drei Stunden. Wo gut und gerne mal über sieben, acht Stunden hinweg munter interviewt wird, setzt von Schirach einfach einen Timer und beendet tatsächlich rund um die Drei-Stunden-Marke entschieden das Gespräch. Das traditionelle »A-oder-B-Spiel«, bei dem es eigentlich auf schnelle, intuitive Antworten ankommt, umspielt er unbeeindruckt mit ab- und ausschweifenden Exkursen, bis sogar Host Jochen Wegner nach wenigen Fragen aufgibt und sich voll auf die philosophischen Wanderungen seines Gastes einlässt.

 

Obwohl gefühlt mit jeder ungeschriebenen Regel des Formats gebrochen wird, schadet es dem Podcast keineswegs. Die Folge lohnt sich sehr. Große Themen, anspruchsvoll, in einer nahezu »normalen« Länge … auch wenn Letzteres gar nicht so gedacht war.

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WAS GEHT AB?

🔔🤑📈 Börsengang

 

Das Network PodcastOne, Tochterfirma der Streamingplattform LiveOne, ist nun am NASDAQ, dem größten elektronischen Handelsplatz in den USA, gelistet. Ende August hatte das Unternehmen die Freigabe erhalten. Der Börsengang wurde am Freitag in einem Livestream zelebriert. Dort wurde LiveOne CEO Rob Ellin die Ehre zuteil, den NASDAQ mit der symbolischen »Opening Bell« zu eröffnen. Die Aktie von PodcastOne stieg mit einem Preis von $8 US-Dollar pro Stück ein, was einem Unternehmenswert von insgesamt $230 Millionen US-Dollar entsprechen soll.

🤨🔎📉 Talfahrt

 

Was ist denn da los? Seit fünf Monaten schrumpft die Zahl der Neuerscheinungen kontinuierlich mit einem neuen Tiefststand im August. Das schreibt zumindest RAIN News und beruft sich auf die Daten von Listen Notes. Bei der Bewertung der Daten muss berücksichtigt werden, dass viele Daten erst mit Verzögerung eintrudeln und noch nicht voll erfasst sind. Auch im Jahresvergleich sei die Zahl neuer Podcasts wie auch veröffentlichter Episoden rückläufig. Die sogenannten »toten Podcasts«, wo z. B. der RSS-Feed schon gelöscht wurde, seien hingegen nicht so zahlreich wie in den Vorjahren. Das wird als »künstlerische Stabilität« gewertet. The show does go on.

📣🤝🟡 Luminary braucht Acast

 

Neben der Kooperation mit Zebralution fand Acast letzte Woche auch in Luminary einen neuen Partner. Luminary ist ein Netzwerk, das sich vor allem auf exklusiven Content spezialisiert hat. Bis jetzt: Bei der Zusammenarbeit gehe es nämlich darum, die Reichweite ausgewählter Luminary-Shows zu vergrößern. Konkret gehe es um sechs Formate, die über Acast abrufbar sein werden und so ein neues Publikum erreichen sollen. Darüber hinaus unterstütze Acast bei der Monetarisierung. Im Laufe des Monats will Luminary zudem damit beginnen, den Service Acast+ für sich zu nutzen, womit es Bonuscontent leichter auf verschiedenen Drittplattformen anbieten kann.

Noch nicht genug bekommen? 

 

▶︎ Laut Acast sind Podcasts das einflussreichste Medium in Singapur

3 FRAGEN AN ...

David Streit

David Streit, Founder & Podcast Strategist von St. Audio sowie Founder, Publisher & Media Strategist von Shelfd

Wie haben du und Podcasts (beruflich) zusammengefunden?

»Ich bin Gründer der Empfehlungsplattform Shelfd.com und innerhalb der Redaktion haben wir schon vor einiger Zeit überlegt, ob wir neben Mediatheken- und Streamingtipps nicht auch Podcasts kuratieren wollen. Bevor wir uns nun aber in dieses Abenteuer stürzen und unseren Video-Schwerpunkt verlagern, habe ich mich gefragt, wie ich davor schon Podcaster*innen helfen kann, das Thema Distribution strukturierter anzugehen. Dafür entstand erst eine lose Sammlung an Growth-Hacking-Ideen in einer stetig wachsenden Notizen-Datei, später ein umfassender Guide und schließlich ein ganzer Knowledge-Hub zum Thema. Für die technische Umsetzung dieser Anwendung erhielt ich schließlich eine Förderung vom Medieninnovationszentrum Babelsberg und konnte an das reine Wissen nun sogar noch einen KI-Assistenten dranhängen, der lernt, welcher Methoden-Mix in welcher Wachstumsphase besonders wirksam war (und entsprechende Tipps gibt). Und so entstand die Idee zu meinem Projekt St. Audio, das ich nun parallel zu Shelfd umsetze. Aktuell befindet sich unser Tool noch im geschlossenen Beta-Test mit +50 Teams, die bei ihrem Wachstum angeleitet werden und ich freue mich, die Tore schon bald für alle Podcaster*innen zu öffnen.«

 

Was ist für dich das Besondere an Podcasts?

»Jeder gute Podcast macht meine Welt ein Stückchen größer. Ich liebe es, mich mit Themen, Menschen und Ansichten auseinanderzusetzen, zu denen ich sonst keine Zugänge habe! Darum würde ich mir auch wünschen, dass Podcasts in der Popkultur noch eine größere Rolle spielen würden und nehme mir vor, aktiv auf eine Rezensionskultur hinzuwirken. Also, dass die Dinge, die in Podcasts stattfinden, medial aufgegriffen und weiter besprochen werden. Da liegt noch ein großes Potenzial für Medienhäuser! Denn Podcasts sind Teil der Lebenswirklichkeit so vieler Menschen, dass die sich auch weiter mit den Inhalten auseinandersetzen wollen, als nur zu konsumieren. Eine Win-Win-Situation für alle, wenn ihr mich fragt.«

 

Welchen Trend beobachtest du gerade auf dem Podcast-Markt?

»Die Professionalisierung der Branche wirkt sich endlich auch auf die Distribution aus. Es wird erkannt, dass sich der Podcast-Erfolg allein mit der Veröffentlichung eben nicht von selbst einstellt. Meine Empfehlung ist es genauso viele Ressourcen (und Liebe) in das Marketing zu investieren, wie man es längst mit der Produktion tut. Die drei größten Wachstumshebel für Podcasts, die ich aktuell bei St. Audio sehe, sind übrigens die thematisch zugespitzte Ausspielung in algorithmenbasierten Social-Media-Plattformen, Kooperationen mit anderen Formaten und Audioschaffenden (unbedingt auch themenübergreifend) und das fortlaufende Kreieren von neuen Kommunikationsanlässen, welche die Leute ins Reden bringen.«

BACKSTAGE

GaLiGrü vom Hustlen durch Vancouver! 🙋‍♂️
Hustlen auf den Straßen von Vancouver

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