Ein Modell wie Berkshire Hathaway wäre in Deutschland wegen der Regulatorik nicht möglich. Pferdeversicherungen sind ein attraktives Business. Eine Versicherung mit hoher Schadenquote ist für Kunden optimal.
Das sind paar Insights aus unserem Samstags-Deep-Dive mit dem Finanzchef von Talanx - dem 50% Aktionär der Hannover Rück, der außerdem noch ein riesiges eigenes Versicherungsgeschäft hat. Mehr dazu hier.
Guten Wochenstart von Timon, Christoph & Noah
Hier die Earnings:
Was war los gestern?
(Stand 23.08.2026, 22:00 Uhr)
DAX
26.137
+0.59%
STOXX 50
6.462
+0.63%
S&P 500
7.674
+0.43%
NASDAQ
26.180
+0.43%
Bitcoin
77.351 $
+0.36%
Tesla
363 $
+5.14%
Zahl des Tages: 80.000.000.000 $. So viel will Samsung dieses Jahr an seine Aktionäre ausschütten, über Dividenden und Aktienrückkäufe. Bei einem Börsenwert von 1.300 Mrd. $ entspricht das rund 6% der gesamten Marktkapitalisierung. Dass Samsung die Ankündigung genau jetzt macht, ist vielleicht kein Zufall: Die Aktie hat seit dem Hoch im Juni rund 20% verloren. Seit Jahresanfang hat sie sich aber immer noch mehr als verdreifacht.
Thema des Tages:
Deals, Zölle, Zinsen
Trump hat im Juni über 1.000 Aktien-Trades gemacht, mit einem geschätzten Volumen von 78 bis 263 Mio. $. Die große Spanne kommt daher, dass er nur eine Range offenlegen muss, nicht den exakten Wert. Klingt wild, die Erklärung ist aber einfach: Sein Portfolio wird von einem Algorithmus gesteuert, der Indizes wie den Schwab 1.000 nachbaut. Das kann steuerliche Vorteile haben. Böse Zungen würden sagen: Bei 1.000 Trades im Monat kann man natürlich auch einzelne Trades verstecken, die sonst auffallen würden.
Gleichzeitig hat Trump einen neuen Handelskonflikt mit Kanada losgetreten. In der Nacht auf Samstag hat Kanada die Verhandlungen abgebrochen. Die USA haben in eigentlich guten Gesprächen wohl auf einmal extrem viele neue Bedingungen gestellt, die Kanada nicht akzeptieren konnte. Jetzt verhängt Kanada Zölle auf rund 20 Mrd. $ an US-Importen.
Weniger Zölle gibt's dafür erstmal beim Fleisch. Die USA haben einen Rindermangel, die Preise steigen immer weiter. Trumps Lösung: Mehr Rindfleisch zollfrei importieren. Profitieren könnten davon vor allem Fastfood-Aktien, die unter den hohen Einkaufspreisen leiden.
Für die großen Fleischkonzerne wie JBS und Tyson ist’s schwieriger. Die kaufen Rinder von US-Bauern und verkaufen das Fleisch weiter. Trumps Import ändert nichts an der Anzahl an Rindern in den USA. Wenn durch das importierte Fleisch die Verkaufspreise sinken, die Einkaufspreise für Rinder aber hoch bleiben, trifft's die Konzerne doppelt.
Was die US-Regierung aktuell kaum unter Kontrolle hat: die Zinsen. Lang laufende Staatsanleihen haben letzte Woche den höchsten Zinsstand seit über 10 Jahren erreicht. Das Finanzministerium hat danach ja angekündigt, selbst mehr Anleihen zu kaufen, um die Zinsen zu drücken. Hat nicht funktioniert. Schon am Donnerstag und auch am Freitag sind die Zinsen weiter gestiegen.
Was sonst noch los war:
Broadcom denkt laut Medienberichten darüber nach, bis zu 80 Mrd. $ an Krediten aufzunehmen, um Chip-Deals für Firmen wie Anthropic zu finanzieren.
NVIDIA hat eine Quasi-Übernahme der KI-Firma Poolside gemacht. Poolside hat NVIDIA für 6 Mrd. $ eine Lizenz ihrer Technologie verkauft, gleichzeitig wechseln die meisten Poolside-Entwickler zu NVIDIA. De facto eine Übernahme, die in Lizenz-Form aber nicht so streng von Kartellbehörden geprüft wird. Ziel: eigene offene KI-Modelle vorantreiben und gegen die chinesische Konkurrenz angehen.
Tesla (+5%) hat zugelegt, möglicherweise wegen der Meldung, dass sie im September auf einer Messe in Europa mehr Infos zum Europa-Start ihres LKW geben wollen. Außerdem gab's optimistische Berichte, dass Tesla in den nächsten Tagen das erste Mal sein Cybercab ohne Lenkrad auf die Straße bringen wird.
Monte deiPaschi wehrt sich gegen eine ungewollte Übernahme durch Intesa Sanpaolo. Dafür haben sie am Freitag zwei Deals angekündigt: Für 25 Mrd. € wollen sie den Konkurrenten Banco BPM kaufen und für 9 Mrd. € die Banca Generali. Bezahlen wollen sie die Mega-Deals vor allem mit eigenen Aktien. Ob überhaupt einer der beiden Deals durchgeht, ist fraglich. Aber mutig ist es.
Fielmann (-7%) hat die Prognose für dieses Jahr gesenkt und will nur noch 2-5% statt 5-7% wachsen. Grund ist vor allem die schwierige Wirtschaftslage in Deutschland. Dass es nicht noch schlechter läuft, liegt auch an der internationalen Expansion in den USA der letzten Jahre.
In der Kurz-Analyse:
Minebeas Roboter-Lager
Unitree ist am Mittwoch an die Börse gegangen und der Kurs hat sich am ersten Tag vervierfacht. Börsenwert: 50 Mrd. $. Laut dem Startup-Investor A16z sind Investments im Robotics-Bereich auf einem Allzeithoch. Das Problem: Fast alle börsennotierten Robotik-Aktien sind extrem teuer bewertet. Unitree kommt auf das 180-Fache vom Umsatz.
Deshalb lohnt sich ein Blick auf die japanische Minebea Mitsumi. Die stellen keine Roboter her, aber seit 1951 Miniaturkugellager mit nur wenigen Millimetern Durchmesser. Weltweiter Marktanteil: über 60%. Dazu kommen Sensoren und kleine Motoren. Genau das, was humanoide Roboter in ihren Händen und Fingern brauchen.
Das Kerngeschäft: Minebea macht 10 Mrd. $ Umsatz, hauptsächlich mit Teilen für Techunternehmen, Autohersteller und Rechenzentren. Da stecken die Lager in Serverlüftern und Festplatten. Auch ohne Robotik ist die Firma in den letzten 10 Jahren im Schnitt 11% pro Jahr gewachsen.
Die Bewertung: Der Börsenwert liegt bei 10 Mrd. $, das KGV bei 15. Ziemlich genau auf dem Schnitt der letzten Dekade.
Das Potenzial: Eine Roboterhand braucht rund 60 Kugellager. Die allein reichen aber nicht für attraktive Umsätze. Das Geld wird mit Motoren und Sensoren gemacht. Realistisch könnte Minebea auf rund 1.000 $ pro Roboter kommen. Bei geschätzt 2,5 Mio. Robotern pro Jahr (2035) wären das 2,5 Mrd. $ Marktgröße.
Der Realitätscheck: Selbst wenn Minebea seinen Marktanteil nutzen kann und die Hälfte des Markts abbekommt, wären das nur ca. 1,25 Mrd. $ zusätzlicher Umsatz. Oder 12% mehr als heute, in neun Jahren.
Eine langfristige Wette auf Robotik, aber eine greifbare. Zu einer Bewertung, die auch ohne Roboter nicht absurd wäre.
Die Aktie vom New York Knicks-Eigentümer Madison Square Garden Sports hat sich seit September mehr als verdoppelt. Der NBA-Titel hat geholfen, aber auch die Tatsache, wie krass wertvoll NBA-Teams geworden sind.
Nach dem Lakers-Deal für über 12 Mrd. $ gab's jetzt den nächsten: Marc Lore, Ex-Walmart-E-Commerce-Chef, hat einen Großteil seiner Anteile an den Minnesota Timberwolves zu einer Team-Bewertung von 4,5 Mrd. $ an Milliardär Marc Stad verkauft. Lore hatte 2021 noch 1,5 Mrd. $ gezahlt.
Der Käufer: Stad hat den Startup-Investor Dragoneer aufgebaut, verwaltet über 30 Mrd. $ und hat genau wie Josh Kushner auch in OpenAI investiert. Damit wird nach Kushner der zweite Tech-Investor mit KI-Hintergrund NBA-Haupteigentümer.
Die Geschichte: Im Gegensatz zu Kushner ist Stad Selfmade. Erster in seiner Familie mit High-School-Abschluss. In Harvard musste er sich bei einem Unterstützungsfonds melden, weil er sich keine warme Winterjacke leisten konnte. Danach kam der Einstieg in die Investmentwelt und 2012 die Gründung von Dragoneer mit Investments in Uber, Waymo und Airbnb.
Aber nicht alle sind happy im Umfeld der NBA:
Der Lakers-Verkäufer Mark Walter steckt zunehmend in Schwierigkeiten. Ein Kredit an seine Firma Guggenheim Partners (fast 400 Mrd. $ verwaltetes Vermögen) hat allein letzte Woche 20% an Wert verloren. Investoren zweifeln, ob er seine Schulden bedienen kann.
Das Problem: Walter hat wie viele Investmentfirmen Versicherungen aufgekauft, um deren Geld im Warren-Buffett-Stil zu investieren. Dabei haben die Versicherungen allerdings 20 Mrd. $ an andere Walter-Firmen verliehen, ohne es offenzulegen.
Risikohinweis: Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente. Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung. Ihr entscheidet selber, was ihr macht.
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