Wie reich ist Trump wirklich & baut Mark Zuckerberg das nächste AWS? Wir klären auf:
Was war los gestern?
(Stand 01.07.2026, 22:00 Uhr)
DAX
25.040
+0.18%
STOXX 50
6.283
-0.72%
S&P 500
7.483
-0.22%
NASDAQ
26.040
-0.66%
Bitcoin
60.062 $
+2.58%
Bending Spoons
41 $
+39.66%
Zahl des Tages:124.000.000 $. So viel hat Klarna (+1%) Ende 2021 für die Preisvergleichsseite PriceRunner bezahlt. Aus heutiger Sicht ein genialer Deal. Aus zwei Gründen. Erstens: 60% vom Kaufpreis hat Klarna in eigenen Aktien gezahlt, zu einer Zeit als Klarna über 40 Mrd. $ wert war. Heute ist die Firma unter 10 Mrd. $ wert. Zweitens hat gestern ein schwedisches Gericht entschieden, dass Google fast 2 Mrd. $ an Klarna zahlen muss für Umsatz, den PriceRunner durch Googles Marktmachtmissbrauch zwischen 2008 und 2023 verloren hat. Das Urteil kann noch angefochten werden und Klarna teilt den Betrag wohl mit ehemaligen PriceRunner-Aktionären. Trotzdem: Stand jetzt einer der besten Deals, die Klarna je gemacht hat.
Und noch eine Zahl des Tages: Über 650.000.000 €. So viel Fondsvolumen hat der Scalable MSCI AC World Xtrackers ETF mittlerweile und das nur ein knappes Jahr, nachdem er rausgekommen ist.
Was macht ihn besonders? Er ist ein All-Country-ETF, hat also auch Länder, die im normalen MSCI World nicht enthalten sind. Er kombiniert physische & synthetische Replikation und will so unter anderem Steuervorteile besser nutzen.
Thema des Tages:
Meta in den Wolken
Laut Bloomberg will Meta (+9%) die Rechenleistung seiner Rechenzentren vermieten. Dabei soll’s dann um die eigenen KI-Modelle gehen, man soll in einem Service von Meta aber auch andere KI-Modelle nutzen können, die in den Meta-Rechenzentren laufen. Und es kann auch sein, dass man „nur“ die Rechenleistung mieten kann. Super überraschend ist das nicht: Wer Rechenzentren nicht voll auslasten kann, vermietet die freie Kapazität. Das macht SpaceX ja genauso.
Warum hat die Börse dann so stark reagiert?
Wegen dem Timing. Zuckerberg hat beim Metaverse schon gezeigt, dass er bereit ist, Milliarden in eine Zukunftsvision zu versenken. Einige Investoren hatten die Sorge, dass er auch bei KI massiv Geld verbrennt, obwohl Meta bei den eigenen Modellen aktuell nicht mit ChatGPT oder Anthropic mithalten kann. Dass Meta jetzt schon darüber nachdenkt, Rechenleistung zu verkaufen statt alles selbst zu nutzen, ist ein Signal: Die KI-Investitionen laufen nicht komplett aus dem Ruder.
Und die Konkurrenz? Amazon, Alphabet und Microsoft haben kaum reagiert. Die verkaufen in ihrem Cloud-Business viel mehr als nur rohe Rechenleistung. Firmen, die genau das tun (rohe Rechenleistung vermieten), hat‘s dagegen erwischt: CoreWeave und Nebius haben beide über 10% verloren.
Generell war gestern schlechte Stimmung bei den gehypten KI-Aktien. Von Samsung über ASML bis Intel und Siemens Energy.
Die Logik dahinter: Wenn Meta Rechenleistung verkauft, müssen andere Rechenzentrumsanbieter weniger bauen. Und das drückt die Nachfrage nach Chips.
Was sonst noch los war:
Moltiply Group (+10%) hat als größter Profiteur des Klarna-Urteils reagiert. Die italienische Firma betreibt selbst Preisvergleichsseiten und hat ein ähnliches Verfahren gegen Google laufen.
Nike (+5%) hat besser als erwartet abgeliefert, aber die Zahlen waren immer noch nicht gut. Der Umsatz ist 1% gesunken, in China sogar 12% eingebrochen. Das Management sieht in den nächsten Monaten keine wirkliche Verbesserung, weil die Konsumlage angespannt bleibt. Dass die Aktie trotzdem zugelegt hat, liegt vor allem daran, dass sie seit Jahresanfang schon 30% gefallen ist. Die Erwartungen waren entsprechend niedrig.
Der Snack- und Müslikonzern General Mills (+9%) hatte überraschend gute Zahlen hinter denen eine Strategie steckt: Preise senken. Das Management hat erklärt, wie wichtig es ist, unter bestimmten Preisgrenzen zu bleiben, ab denen Kunden überhaupt erst wieder überlegen, ein Produkt zu kaufen.
Lime (+4%) ist gestern an die Börse gegangen (Bewertung: rund 2 Mrd. $) und hat danach um die 4% zugelegt. Ganz spannend: Lime gibt im Schnitt 1.300 $ pro E-Bike oder Scooter aus (inklusive Batterien und Logistik), das rechnet sich nach einem Jahr und die Dinger halten im Schnitt fünf Jahre.
Am Dienstag ist ein 927 Seiten langes Dokument über das Vermögen von Donald Trump erschienen. Auffällig: Rund 600 Seiten bestehen nur aus Aktientrades. Allein NVIDIA wird 73 Mal erwähnt. Zum Vergleich: Das gleiche Dokument von JD Vance hat 17 Seiten, er hat fast nur ETFs gekauft.
Aber der eigentliche Aufreger ist Krypto. Trump hat mit seinen Krypto-Projekten mehr als eine Milliarde Dollar verdient:
Memecoin-Lizenz: Eine Vereinbarung mit Celebration Coins hat ihm 635 Mio. $ eingebracht. Während der Coin selbst massiv abgeschmiert ist, hat Trump über Lizenzgebühren abkassiert.
World Liberty Financial: Durch den Verkauf von Token seiner Krypto-Firma hat er nochmal über eine halbe Milliarde eingenommen.
Krypto-Holdings: Dazu hält er für zig Millionen Dollar Bitcoin- und Ether-Coins.
Zum Vergleich: Sein riesiges Mar-a-Lago-Resort hat letztes Jahr rund 77 Mio. $ Umsatz gemacht, davon gehen dann noch die Kosten ab. Krypto ist damit der mit Abstand wichtigste Vermögenstreiber.
Nebenbei verdient er noch mit Produkten unter seinem Namen. Trump-Uhren haben fast 5 Mio. $ gebracht, das Buch "Save America" knapp 2 Mio. $. Weniger erfolgreich: Trump-Sneaker und Düfte mit nur 67.000 $ an Lizenzgebühren. Und an Geschenken gab's unter anderem Rolex-Tickets für die US Open (25.000 $), WM-Tickets vom FIFA-Präsidenten (15.000 $) und UFC-Tickets von Dana White (10.000 $).
In den letzten Monaten war's im Krypto-Markt wirklich nicht easy, Geld zu verdienen. Genau in solchen Phasen können aber Krypto-Aktien spannend sein, die nicht direkt von Krypto-Kursen abhängen. Ein Beispiel: Stablecoin-Anbieter Circle.
Das Geschäftsmodell: Für jeden ausgegebenen Stablecoin hält Circle einen Dollar an Reserven, legt die sicher an und kassiert Zinsen. Während steigende Zinsen dem Bitcoin schaden, helfen sie Circle sogar. Und das USDC-Volumen ist trotz Krypto-Crash kaum gefallen (von 75 Mrd. $ auf 73 Mrd. $), während Bitcoin in derselben Zeit von fast 90.000 $ auf unter 60.000 $ abgeschmiert ist.
Trotzdem hat die Circle-Aktie am Dienstag fast 20% verloren, auf zwölf Monate sind's -60%. Der Grund:
Neue Konkurrenz: Stripe, Mastercard, Visa, Adyen, PayPal und sogar Coinbase haben verkündet, gemeinsam am neuen Stablecoin "Open USD" zu arbeiten. Dass Coinbase mitmacht, ist besonders krass, weil die als wichtigster Circle-Partner einen großen Teil der USDC-Zinsen mitkassieren.
Besseres Modell: Bei Circle verdient vor allem Circle (und Coinbase) mit. Bei Open USD soll der Betreiber nur die Kosten decken, der Rest wird auf die Partner verteilt. Das macht's für Stripe und Co. viel attraktiver.
Coinbase-Kalkül: Im August stehen neue Vertragsverhandlungen mit Circle an. Mehr Konkurrenz stärkt die Verhandlungsposition. Außerdem zielt Open USD eher auf Überweisungen in der echten Welt, während USDC im Krypto-Trading stark bleiben könnte. So ist Coinbase an beiden Projekten beteiligt.
Aber ob Open USD ein Erfolg wird, ist offen. PayPals eigener Stablecoin kommt trotz zig Millionen Nutzern nur auf 3 Mrd. $ Volumen. Was das Projekt aber zeigt: Stablecoins sind ein ziemlich einfaches Produkt. Die Macht liegt bei denen, die den Kundenzugang haben. Deshalb ist Coinbase tendenziell die spannendere Stablecoin-Wette als Circle.
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