China pusht KI. Boston Scientific zu günstig? Porsche macht KI mit Indien. ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­    ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­  
Im Browser anzeigen
OAWS_Newsletter_black

Klaus-Michael Kühne, laut Bloomberg reichster Mann Deutschlands, ist von Sonntag auf Montag im Alter von 89 Jahren verstorben. Er war nicht viel in den Medien für längere Interviews oder Ähnliches. Dieses ältere gibt aber einen ganz guten Einblick. Mehr zu ihm unten.

Was war los gestern?

(Stand 24.08.2026, 22:00 Uhr)

DAX26.107-0.11%
STOXX 506.448-0.22%
S&P 5007.653-0.28%
NASDAQ25.980-0.76%
Bitcoin78.788 $+1.36%
NVIDIA208 $-2.91%

Zahl des Tages: 1.300.000.000 €. So viel zahlt Porsche in den kommenden fünf Jahren an die indische IT-Beratung Tata Consultancy Services, um KI im eigenen Unternehmen einzuführen. Außerdem hat Porsche seine Beratungstochter MHP für rund 300 Mio. € an Tata verkauft. Die Aktie hat's nicht bewegt.

Thema des Tages:

Druck aus China steigt

-1x-1 (6)

Am Donnerstag liefert NVIDIA neue Zahlen, und gute Zahlen braucht die KI-Welt dringend. Denn die Stimmung bei Chip-Aktien war gestern ziemlich bescheiden. Und ein Grund dafür kommt aus China.

 

Nr. 1: Alibaba sammelt 10 Mrd. $ für KI ein

Alibaba hat Aktien verkauft und frisches Kapital eingesammelt, um damit KI-Investments zu finanzieren. Die Aktie hat danach 1% verloren, weil Investoren unsicher sind, ob sich die Ausgaben auszahlen werden. Aber es zeigt, wie aggressiv die KI-Entwicklung in China vorangetrieben wird.

 

Nr. 2: Chinas Speicherchip-Champion will an die Börse

Der chinesische Speicherchiphersteller YMTC hat seinen Börsengang angekündigt und will 5 Mrd. $ einsammeln. Das könnte westlichen Speicherchipherstellern langfristig schaden, falls chinesische Chips häufiger verbaut werden. Und gleichzeitig sind positive Chip-Entwicklungen in China ein schlechtes Zeichen, weil Halbleiter einer der wenigen Bereiche sind, in denen die USA noch klar vorne liegen.

 

Nr. 3: Xpeng steckt 700 Mio. $ in humanoide Roboter

Bei humanoiden Robotern ist der Vorsprung der USA deutlich kleiner. Der Autobauer Xpeng will jetzt 700 Mio. $ von Investoren wie Alibaba und Tencent einsammeln, um seine Roboter-Tochter zu finanzieren. Die Robotersparte wird schon mit 6 Mrd. $ bewertet, obwohl Xpeng selbst nur 11 Mrd. $ wert ist. Xpeng (-9%) hat nach eher schwachen Autozahlen gestern verloren.

 

Was sonst noch los war:

  • Zinspolitik USA: Es gab gestern viele kritische Stimmen zur Idee, dass die USA mehr Anleihen kaufen könnten, um die Zinsen zu drücken. Bei Goldman Sachs, Wells Fargo und der Allianz glaubt quasi niemand, dass das funktioniert. Die Zinsen sind zwar gestern nicht weiter gestiegen, aber die Stimmung bleibt angespannt. Passend dazu hat Gold den höchsten Stand seit Mitte Mai erreicht, auch aus Sorge vor einem instabilen Dollar.
  • Trump will ab Januar 50% Zölle auf Autos und Autoteile aus Kanada verhängen. Aktuell stehen wir bei 25%.
  • NVIDIA (-3%) verhandelt wohl über ein Investment in Perplexity, das die KI-Suchmaschine mit 30 Mrd. $ bewerten würde. Perplexity macht aktuell hochgerechnet 750 Mio. $ Jahresumsatz (Anfang des Jahres waren es noch 250 Mio. $). Die zirkulären Deals rund um NVIDIA nehmen kein Ende und dürften auch nicht unbedingt zur guten Stimmung beitragen.

In der Kurz-Analyse:

Insider kaufen Boston Scientific

WATCHMAN_physicianHand

Der Boston-Scientific-CEO hat Anfang August für 9 Mio. $ eigene Aktien gekauft. Seit Jahresanfang ist der Börsenwert um 50% auf 70 Mrd. $ gefallen. Und das bei einem der größten Medizintechnikunternehmen der Welt, das in den letzten fünf Jahren im Schnitt 15% pro Jahr gewachsen ist. Was da los?

 

Zwei Produkte haben das Wachstum getrieben, und bei beiden hakt‘s grade:

  • Farapulse (Herzrhythmusstörungen): Das Gerät behandelt störendes Gewebe im Herz mit kurzen Stromstößen, statt es zu verbrennen oder zu vereisen. Schneller, schonender. Aber Medtronic, Abbott und Johnson & Johnson haben Konkurrenzprodukte rausgebracht, die teilweise sogar besser sind. Der Marktanteil liegt noch über 50%, schrumpft aber. Dazu wird das Verfahren in den USA mittlerweile bei 80% aller Eingriffe eingesetzt, der Heimatmarkt ist also weitgehend durchdrungen. Im letzten Quartal nur noch 9% Wachstum im zugehörigen Segment, vorher immer über 20%.
  • Watchman (Schlaganfallprävention): Ein kleiner Stöpsel, der eine Ausbuchtung im Herz verschließt, in der sich Blutgerinnsel bilden können. Über 90% Marktanteil. Aber eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass eine spezielle Form von Schlaganfall bei Watchman-Patienten häufiger war als bei der Alternative (Blutverdünner). Statistisch zwar nicht signifikant, trotzdem genug Unsicherheit für Ärzte. Dazu noch paar andere Gründe, die das Wachstum dämpfen. Das Management erwartet fürs Gesamtjahr kein oder nur wenig Wachstum. Vorher ging's auch hier immer mit über 20% nach oben.

Zusammen machen die beiden Produkte nur rund ein Viertel vom Umsatz aus. Der Rest wächst stabil mit ca. 6%. Aber Farapulse und Watchman waren die Wachstumsmotoren, die die Bewertung nach oben getrieben haben. Mit einem erwarteten KGV von 15 liegt die Aktie jetzt deutlich unter dem 20-Jahres-Schnitt von 20. Das Management scheint sich bei dem Preis wenig Sorgen zu machen. Wie stark die Konkurrenz die Umsätze wirklich drücken wird, ist aber schwer zu sagen.

Zum Podcast

In der Kurz-Analyse:

Kühnes Erbe 

1920_klaus-michaelkuumlhnebwfr

Klaus-Michael Kühnes Vermögen von geschätzt 49 Mrd. $ liegt schon länger in einer Stiftung. Die hält über eine Holding 55% an Kühne + Nagel, 30% von Hapag-Lloyd, 20% von der Lufthansa und 20% von Brenntag. Dazu kommen Anteile an Flixbus und 3% am Prothesenhersteller Ottobock.

  • Die Logik: Prothesen, Busse, Luftfahrt, Chemiedistribution. Alles Bereiche, die von KI erstmal schwer disruptiert werden. Und Bereiche, zu denen Kühne persönlichen Bezug hatte. Nach dem Benko-Desaster (an dem er selbst beteiligt war) hat er vor allem dort investiert, wo er das Geschäft versteht und Transparenz hat.

Was muss man sonst zu Kühne wissen:

  • Der vielleicht beste Deal: Hapag-Lloyd. Kühne hat die Reederei 2008 mit anderen Investoren für 4,5 Mrd. € gekauft, vor allem weil er nicht wollte, dass asiatische Investoren übernehmen. Allein 2021 und 2022 hat er eine Dividende von insgesamt über 5 Mrd. € kassiert.
  • Die Geschichte dahinter: Kühne ist mit Mitte 20 in die Führung des Familienbetriebs eingestiegen, der eine dunkle Vergangenheit im Nationalsozialismus hat. Er ist stark ins Ausland expandiert und hat eine eigene Reederei aufgebaut. Nach der Ölkrise hat er damit fast alles verloren und musste die halbe Firma verkaufen. 1992 hat er sie komplett zurückgekauft.
  • Die Sparsamkeit: Immer Linienflieger statt Privatjet. Reiseanträge von Mitarbeitern spontan storniert, wenn ein Telefonat gereicht hätte. Manager durften wegen hoher Telefonrechnungen teilweise nur an geraden Kalendertagen telefonieren.
  • Langfristig beste Aktie im Depot: Kühne + Nagel. Seit dem Börsengang 1994 über 8.000% Rendite, das sind 15% pro Jahr.

Risikohinweis: Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente. Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung. Ihr entscheidet selber, was ihr macht.

Alte Folgen durchsuchen:

  • Suchmaschine für Ohne Aktien Wird Schwer.

Dir gefällt der Newsletter? Bitte teile ihn! Das hilft uns sehr. Link zum Teilen: oaws.de/newsletter

Komm in die Gruppe

Jemand hat dir diesen Newsletter weitergeleitet?
Dann kannst du dich HIER anmelden.

Diesen Newsletter vom 25.08.2026, 7:00 Uhr stellt dir die Podstars GmbH zur Verfügung. Christoph Damm, Timon Wunderlich und Noah Leidinger sorgen dafür, dass auch was drin steht.

Podstars GmbH, Lagerstraße 36, 20357 Hamburg, Deutschland

Abmelden