Alu-Dividende aus Polen. MongoDB leidet an Meta. Klage-Finanzierer dankt Apple. ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­    ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­  
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Ein amerikanischer Milliardär hat keine Kinder & keine Frau. Also pumpt er jetzt Millionen in eine Geisterstadt in Texas.

 

Von Timon, Christoph & Noah

Was war los gestern?

(Stand 28.09.2026, 22:00 Uhr)

DAX25.374-0.13%
STOXX 506.301-0.02%
S&P 5007.684-0.77%
NASDAQ26.820-0.92%
Bitcoin83.450 $-1.19%
Taylor Wimpey89 $+11.51%

Zahl des Tages: 1.400.000.000 $. So viel kassiert der Klagefinanzierer Burford Capital aus einem einzigen Gerichtsurteil. Burford hat die Firma Taction Technology finanziert, die Apple wegen angeblich geklauter Technologie verklagt hat. Ein Gericht in San Diego hat Apple jetzt zu fast 6 Mrd. $ Schadenersatz verurteilt, wovon Burford 1,4 Mrd. $ abbekommt. Obwohl sich das Urteil noch ändern kann, ist die Aktie gestern um die 8% gestiegen. Allerdings läuft’s nicht immer so gut: Erst im März ist sie noch 54% abgeschmiert, als eine andere finanzierte Klage (16 Mrd. $ gegen Argentinien) gescheitert war.

Thema des Tages:

Management-Crash

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Zwei Aktien haben gestern rund 20% verloren. Beide Male war das Management der Auslöser, aber aus unterschiedlichen Gründen.

 

Nr. 1: Nidec (-18%)

Der japanische Autozulieferer muss 6 Mrd. $ abschreiben, weil Tochterfirmen zu optimistisch bewertet wurden und es teilweise schlicht Betrug in der Buchhaltung gab. Dass es Probleme gibt, ist schon länger bekannt. Und der Hintergrund ist wohl, dass der Gründer über Jahre extremen Druck aufgebaut hat.

 

Ein Manager wurde mal als "Kriegsverbrecher" bezeichnet, weil er seine Ziele nicht erreicht hat. Ein Finanzchef musste die ganze Nacht wach bleiben, um Wege zu finden, den Gewinn zu schönen. Dabei wurden dann auch ein paar nicht ganz so legale Wege gefunden. In den letzten 5 Jahren hat die Aktie über 60% verloren.

 

Nr. 2: MongoDB (-18%)

Hier ist das Problem nicht Betrug, sondern Abgang. Der aktuelle CEO wechselt zu Meta, um dort ein KI-Produkt für Firmenkunden aufzubauen. Mark Zuckerberg hat mal wieder Top-Talente abgeworben.

 

Warum hat die Börse so heftig reagiert? Weil der Wechsel auch als Signal gelesen werden kann, dass der CEO selbst nicht mehr an extremes Zukunftspotenzial bei MongoDB glaubt. Außerdem war das Ganze sehr überraschend. Gleichzeitig zeigt es die Marktmacht der Tech-Giganten: Der CEO einer Firma mit 27 Mrd. $ Börsenwert wechselt als einer von vielen Managern zu Meta.

 

Was sonst noch los war:

  • NVIDIA (+2%) hat ein neues Aktienrückkaufprogramm über 150 Mrd. $ angekündigt. Klingt nach viel, ist bei einem Börsenwert von 5.500 Mrd. $ aber unter 3%. Trotzdem kam's gut an.
  • Britische Hausbauer (Taylor Wimpey, Persimmon, Barratt Redrow, Crest Nicholson, alle +10%) haben profitiert, weil die britische Regierung Erstkäufer von Immobilien stärker unterstützen will. Passend dazu hat Berkshire Hathaway ja zuletzt stark in US-Hausbaufirmen investiert.
  • SpaceX (-2%) hat mit dem Starship zum ersten Mal ever die Erdumlaufbahn erreicht. Die Aktie hat trotzdem nicht positiv reagiert, was an der generell schlechten Stimmung bei Tech-Aktien liegen könnte. (Zinsen & Öl sind mal wieder gestiegen). Fairerweise: Ein erfolgreiches Starship ist nötig, um die aktuelle Bewertung zu rechtfertigen. Für eine höhere Bewertung bräuchte es schon noch mehr Überraschung.
  • Evonik (+2%) hat das Übernahmeangebot von BASF als zu niedrig abgelehnt.
  • Northern Star Resources (+6%) hat ein Übernahmeangebot vom südafrikanischen Konkurrenten Gold Fields abgelehnt.
  • BioNTech muss drei Werke in Deutschland schließen, 1.800 Mitarbeiter sind betroffen. Einen Käufer für die Standorte hat BioNTech nicht gefunden. Kein gutes Zeichen für den Standort Deutschland.

In der Kurz-Analyse:

Versichert gegen den KI-Boom

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Grade sprechen alle über die Risiken einer zu mächtigen KI. Aber es gibt ein viel bodenständigeres Risiko für die KI selbst: Fast 80% der gesamten Rechenzentrumskapazität stehen laut Allianz in Regionen mit erhöhtem Risiko für Naturkatastrophen. In den USA liegen 40% der Kapazität in Tornado-Gebieten, und weil die Anlagen oft direkt nebeneinander stehen, kann ein einziger Sturm gleich mehrere Standorte treffen.

  • Das Versicherungsproblem: Ein einzelner Standort kann über 20 Mrd. $ kosten. Banken wollen die kompletten Baukosten abgesichert haben, aber Versicherer können das zu vernünftigen Preisen nur zu einem kleinen Teil abdecken. Die größten Pakete decken aktuell bis zu 8,5 Mrd. $ ab (bei Projekten von bis zu 25 Mrd. $). Viele große Projekte sind deshalb nur zu weniger als der Hälfte versichert.
  • Die Wachstumschance: Swiss Re und Allianz rechnen damit, dass sich das Prämienvolumen für Rechenzentrumsversicherungen von unter 11 Mrd. $ auf über 24 Mrd. $ bis 2030 mehr als verdoppelt. Das kommt zur richtigen Zeit: Die Preise für Industrieversicherungen sind zuletzt acht Quartale in Folge gefallen (zuletzt -6%), weil zu viel Kapital in den Markt geflossen ist.
  • Kreative Lösungen: Ein Teil des Risikos könnte künftig über sogenannte Cat Bonds aufgefangen werden (Anleihen, die an Versicherungsrisiken gekoppelt sind). Dazu tragen viele Tech-Konzerne das Risiko teilweise selbst und haben konzerneigene Mini-Versicherungen aufgebaut. Die Prämien für solche Eigenversicherungen sind 2025 weltweit übrigens um 8% auf rund 240 Mrd. $ gestiegen.

TLDR: Ein spannendes Wachstumsfeld für Versicherer, das viele noch nicht auf dem Schirm haben.

Zum Podcast

In der Kurz-Analyse:

Alu im Louvre

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Der polnische Aluminiumkonzern Grupa Kety hat nicht nur viel Dividende, sondern auch vor Kurzem die italienische Metra-Gruppe gekauft, die unter anderem an der Glaspyramide vor dem Louvre mitgebaut hat. Es ist die größte Übernahme in der Firmengeschichte.

 

Aber von vorn: Kety presst Aluminium zu Stangen und Schienen für Autoteile, Möbel, Fenster und Fassaden. Dazu kommen Verpackungsfolien. Dieses Jahr erwartet der Konzern fast 1,5 Mrd. € Umsatz, rund die Hälfte davon aus dem Ausland. Jetzt zur Übernahme:

  • Der strategische Hebel: Metra macht fast die Hälfte vom Umsatz in Nordamerika. Kety bekommt damit eigene Fabriken in den USA und muss nicht mehr aus Europa liefern. Nachfrage kommt dort zum Beispiel vom Bau neuer Rechenzentren.
  • Der Preis: Inklusive Schulden wird Metra mit 645 Mio. € bewertet, das entspricht gut dem 7-fachen EBITDA. Kety selbst kommt auf das 11-fache. Bezahlt wird vor allem mit einem Kredit über knapp 500 Mio. €.
  • Dividenden-Versprechen: Kety hat zuletzt 85% vom Gewinn ausgeschüttet (ca. 4% Dividendenrendite). Mindestens 60% sollen es bleiben, auch wenn Analysten die Quote jetzt eher am unteren Ende erwarten.

Seit Jahresbeginn liegt die Aktie 35% im Plus, der Börsenwert steht bei 2,8 Mrd. €. Das KGV von 17 ist etwas teurer als im Schnitt der letzten fünf Jahre. Die US-Expansion und der Rechenzentren-Boom könnten das rechtfertigen.

Risikohinweis: Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente. Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung. Ihr entscheidet selber, was ihr macht.

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