Unter anderem MTU, Airbus, TUI und Lufthansa sind gestern deutlich gestiegen. Laut Nachrichtenportal Axios wird an einem Deal zur Beendigung des Iran-Krieges gearbeitet, was vor allem Tourismus- und Airline-Aktien angetrieben hat.
Einen guten Tag wünschen Timon, Christoph & Noah.
Was war los gestern?
(Stand 06.05.2026, 22:00 Uhr)
DAX
24.919
+2.12%
STOXX 50
6.027
+2.68%
S&P 500
7.365
+1.46%
NASDAQ
25.839
+2.02%
Bitcoin
81.300 $
+0.49%
Hut 8
108.94 $
+35.34%
Zahl des Tages:1.000.000.000.000 $. Samsung hat gestern die Marke von einer Billion Dollar Börsenwert geknackt. Die Aktie ist 15% gestiegen und macht Samsung damit zum zweiten asiatischen Unternehmen ever nach TSMC, das in diesem Club ist.
Thema des Tages:
Nvidia investiert 500 Mio. $ in Corning
Nvidia pumpt 500 Mio. $ in den Glasfaserkabel-Hersteller Corning. Den kennen viele eher als Glas-Lieferant für Apple-Displays. Aber Corning ist auch einer der wichtigsten Glasfaser-Produzenten der Welt. Und genau da wird's für Nvidia spannend.
Warum Glasfaser? KI-Rechenzentren produzieren so absurde Datenmengen, dass herkömmliche Kupferkabel nicht mehr ausreichen. Glasfaser ist schneller und wird zum Standard für die nächste Generation an Rechenzentren. Im Gegenzug für das Investment verpflichtet sich Corning, seine US-Glasfaserproduktion um mehr als 50% auszubauen. Drei neue Werke entstehen in North Carolina und Texas mit über 3.000 neuen Jobs. Das dürfte auch Trump gefallen.
Corning ist 12% hochgeschossen, Nvidia selbst war 6% im Plus.
Das Spannende ist die Strategie dahinter. Nvidia investiert seit Monaten quer durch das gesamte KI-Ökosystem: von OpenAI über Chip-Hersteller bis jetzt eben zu Optik und Glasfaser. Das Kalkül ist klar: Je schneller die gesamte Infrastruktur wächst, desto mehr Nvidia-Chips werden gebraucht.
Was sonst noch los war:
AMD (+19%) und Super Micro Computer (+25%) haben nach Börsenschluss am Dienstag starke Zahlen geliefert.
Hut 8 (+35%) hat den größten Tagesgewinn seit fünf Jahren hingelegt. Der ehemalige Bitcoin-Miner wandelt sich zum KI-Rechenzentrum-Betreiber und hat einen Mietvertrag für ein Rechenzentrum in Texas bekanntgegeben. Mindestwert: 10 Mrd. $, bei Verlängerung sogar bis zu 25 Mrd. $ über 15 Jahre. Beim Umsatz hat sich das Geschäft im ersten Quartal mehr als verdreifacht, allerdings wächst der Verlust mit, weil der Infrastruktur-Aufbau erstmal richtig Geld kostet.
Walt Disney (+8%) hat besser als erwartet abgeliefert. Der Umsatz ist um 7% auf 25 Mrd. $ gestiegen. Disney+ läuft zum ersten Mal mit zweistelliger Gewinnmarge, dazu haben neue Filme zusammen fast 4 Mrd. $ eingespielt, und die Leute geben in den Freizeitparks mehr Geld aus als je zuvor. Es waren die ersten Zahlen unter Neu-CEO Josh D'Amaro, der Bob Iger abgelöst hat.
Uber (+9%) hat beim Wachstum überrascht. Die Gesamtbuchungen sind um 25% gestiegen, das schnellste Wachstum seit Ende 2022. Langfristig setzt Uber stark auf Premium-Angebote für Geschäftsreisende und Luxus-Chauffeurservices. Das Segment macht schon über 5 Mrd. $ Buchungen pro Jahr und soll bis 2028 auf 10 Mrd. $ wachsen.
Novo Nordisk (+2%) hat gemischte Zahlen geliefert. Der Umsatz ist währungsbereinigt um 4% gesunken, vor allem wegen massivem Preisdruck in den USA, wo Eli Lilly die Marktführerschaft bei GLP-1-Spritzen übernommen hat. Das Übergewicht-Segment ist dank der Wegovy-Pille trotzdem um 22% gewachsen und die Dänen haben ihren Ausblick angehoben. CEO Mike Doustdar hat angekündigt, künftig deutlich aggressiver Übernahmen anzugehen. Auf Sicht von einem Monat hat die Aktie 25% zugelegt.
In der Kurz-Analyse:
Japans Profit-Maschine
Es gibt eine japanische Firma, die zu den profitabelsten Industrieunternehmen der Welt gehört, den Kurs in zehn Jahren verzehnfacht hat und trotzdem kaum jemand in Deutschland kennt: Keyence. Die Firma baut Sensoren und Kameras für Fabrikautomatisierung. Damit erkennt man in der Produktion, ob eine Schraube fehlt oder ein Bauteil den richtigen Abstand hat.
Der Gründer hat nie studiert, vorher zwei Firmen in den Bankrott geführt und dann im dritten Anlauf Keyence gebaut. Im Firmensitz stehen Fossilien mit der Botschaft: Wer keine neuen Produkte entwickelt, stirbt aus. Nach über 50 Jahren hat er jetzt den Aufsichtsrat verlassen.
Was er hinterlässt:
7,5 Mrd. $ Jahresumsatz. Besonders stark laufen Amerika und Asien mit zweistelligem Wachstum. Dazu gibt's Rückenwind vom schwachen Yen, der die im Ausland verdienten Dollar in der japanischen Bilanz aufwertet.
Versteckter KI-Profiteur: Die Sensoren werden bei der Chip-Produktion für Qualitätskontrolle und Präzisionsmessung gebraucht.
Operative Marge über 50%. Keyence lässt extern fertigen und verkauft direkt über eigene Ingenieure, die beim Kunden Probleme analysieren und dann die Lösung verkaufen. Dienstleistung und Produkt in einem, das rechtfertigt höhere Preise. Zum Vergleich: US-Konkurrent Cognex kommt auf 16%, selbst Apple nur auf 30%.
Erstes Aktienrückkaufprogramm ever. Die Firma sitzt auf über 3 Mrd. $ Cash und will damit erstmals eigene Aktien zurückkaufen. Das war ein Kurstreiber nach den letzten Zahlen.
Seit Jahresbeginn liegt die Aktie 25% im Plus, der Börsenwert steht bei rund 120 Mrd. $. Das erwartete KGV von knapp 40 klingt teuer, liegt aber unter dem Fünf-Jahres-Schnitt. Aber: Europa schwächelt noch, China macht 25% vom Umsatz aus und ist geopolitisch anfällig. Und dreht der Yen nachhaltig (Japan hat letzte Woche bereits interveniert), sehen die gleichen Zahlen plötzlich schlechter aus.
900 Mio. $ Umsatz, 10 bis 15 Mitarbeiter. Hyperliquid ist wahrscheinlich die große Krypto-Success-Story der letzten zwei Jahre. Wir haben darüber mit Julius Nagel vom Podcast "Alles Coin Nichts Muss" gesprochen. Hier sind seine wichtigsten Aussagen:
Das Modell: Hyperliquid versteht sich als Plattform. Kernaufgaben wie das Listing neuer Assets werden an externe Protokolle ausgelagert. Das hält das Team klein und die Margen extrem hoch. Selbst Tether mit dem Stablecoin USDT wird bei Gewinn pro Mitarbeiter geschlagen.
Über Krypto hinaus: Auf Hyperliquid kann man mittlerweile auch Aktienindizes, Einzeltitel und Rohstoffe handeln. Das ging so weit, dass am Wochenende (wenn traditionelle Börsen geschlossen haben) der Ölpreis auf Hyperliquid referenziert wurde.
PredictionMarkets: Seit Kurzem werden auch Wettmärkte auf Hyperliquid gehandelt. Noch ganz am Anfang, aber die These ist klar: Wo sich Prediction Markets professionalisieren und Trader bessere Liquidität wollen, könnte Hyperliquid Polymarket Marktanteile wegnehmen, so Julius.
Pre-IPO-Handel: Julius erklärt auch, dass ein Team aus dem Ökosystem versucht, Märkte für Aktien wie SpaceX aufzusetzen, bevor sie an die Börse gehen. Die Frage: Kann man einen Teil der Preisfindung abbilden, bevor die Aktie live geht?
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