Über Mankeeping und Male Consequences Epidemic, vom Pitch zum Exit, eine neue Religion in Frankreich, die Leadership-Fallen-Test, den Start der OMR Digital Masterclasses & 3 Fragen an Aileen Puhlmann
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Mankeeping & Male Consequences Epidemic ◆ Vom Pitch zum Exit ◆ Neue Religion in Frankreich ◆ Leadership-Fallen-Test ◆ Start OMR Digital Masterclasses ◆3 Fragen an Aileen Puhlmann
Ich habe ein neues Wort gelernt: Mankeeping. Es beschreibt die Arbeit, die Frauen leisten, um die emotionalen und sozialen Bedürfnisse von Männern zu erfüllen. Wow.
Pläne machen, emotionale Stütze sein, Geschenke besorgen, an besondere Anlässe erinnern … Seit ich dieses Wort kenne, sehe ich es überall und könnte unzählige Beispiele nennen, in denen Frauen das Sozialleben der Jungen und Männer in ihrem Umfeld managen – egal ob Partner, Bruder, Vater, Freund oder Kollege.
Forscherin Dr. Angelica Puzio Ferrara prägte den Begriff als eine Erweiterung von »Kinkeepig«, also der Aufgabe, die Beziehungen im kompletten familiären Umfeld zu pflegen und zu organisieren. Eine Aufgabe, die überproportional oft auf Frauen fällt. Klar.
Doch immer mehr Frauen haben darauf keine Lust mehr. Isa hatte bereits vor ein paar Monaten über die Theorie der »Male Consequences Epidemic« von Tara Louise Wittwer gesprochen: Viele Männer vereinsamen, weil sie Schwierigkeiten haben, Nähe zuzulassen oder über Gefühle zu sprechen. Gleichzeitig ziehen sich immer mehr Frauen zurück, weil sie keine therapeutische Rolle übernehmen wollen.
Das Ergebnis? Missverständnisse, Einsamkeit und im schlimmsten Fall Misogynie. Die Lösung? Männer, die sich öffnen. Die füreinander da sind, statt all ihre Bedürfnisse bei einer einzigen Person abzuladen. Denn emotionale Arbeit ist keine weibliche Pflicht. Sie ist menschliche Kompetenz.
SCHON ENTDECKT?
AI is not your friend: In New York City werben U-Bahn-Plakate für eine neue KI-Halskette namens »Friend«. Die Kampagne definiert einen Freund als jemanden, der zuhört, antwortet und unterstützt – und verweist auf die Domain friend.com. Auf den Plakaten tauchen Graffiti-Kommentare auf wie »AI wouldn’t care if you lived or died« oder »Go make real friends. This is surveillance«. Ziemlich treffend.
Neue Religion in Frankreich? Eine Französin namens Eudérame hat über Tiktok eine neue Religion ins Leben gerufen: »Femmes d’Iduna«. Eine Glaubensgemeinschaft ausschließlich für lesbische Frauen. Sie verbindet feministische Ideale mit Spiritualität und hat bereits ein eigenes Manifest, Rituale und Regeln. Eine davon sorgt für Kritik: Transfrauen sind ausgeschlossen. Der Ansatz erinnert stark an die TERF-Bewegung. Expert*innen erkennen Parallelen zu neuen spirituellen Strömungen, betonen aber, dass es noch zu früh sei, von einer Sekte zu sprechen.
Great News: Vom Pitch zum Exit! Cleverly übernimmt Complori, ein EdTech-Startup, das spielerische Online-Kurse zu Programmierung und Finanzwissen für Kinder anbietet. Das Unternehmen war Teil unseres Gründer*innen-Pitches 2024. Ein starkes Beispiel dafür, warum sich die Teilnahme am Pitch-Format absolut lohnt. Glückwunsch und viel Erfolg an beide Teams!
❥ In welche Leadership-Falle tappst Du? Viele Frauen in Führungsrollen kennen das: stark sein, belastbar bleiben, alles im Griff haben. Doch genau diese Muster können zur Falle werden: Wenn Helfen zu Überverantwortung wird, Kontrolle Vertrauen ersetzt oder Perfektion Mut bremst. Der Leadership-Fallen-Test von »Ten More In« zeigt, welche Muster deine Führung prägen und wo sie dich zurückhalten. Finde heraus, was wirklich wirksam ist, und setze deine Stärken gezielt ein. Jetzt den Test machen!
❥ Wir lieben Weiterbildung Die OMR Digital Masterclasses sind zurück. Vom 17. bis zum 20. November sprechen eine ganze Riege an Expert*innen und Unternehmen zu unterschiedlichen Marketingthemen. Wenn ich du wäre, würde ich mir auf jeden Fall unsere Kolleg*innen von Podstars zum Thema »State of Podcast« anhören und Marcus Merheim, der über den Wandel des Arbeitsmarktes spricht. Du kannst dich ab sofort kostenlos anmelden!
❥ Alles Einzelfälle? Klare Watch-Empfehlung: Die Dokumentation »Kein Freund, kein Helfer: Lorenz und die Einzelfälle« des Journalisten Hubertus Koch. In sechs Fällen tödlicher Polizeigewalt sucht er nach strukturellen Gemeinsamkeiten, um die Einzelfalltheorie zu überprüfen. Dabei helfen ihm Whistleblower – Polizeibeamte, die aus dem Inneren des Apparats berichten.
DREI FRAGEN AN
Aileen Puhlmann ist Geschäftsführerin von Lemonaid & ChariTea e.V.
Sie setzt sich für soziale Gerechtigkeit, Vielfalt und faire internationale Zusammenarbeit ein und hinterfragt, wie wir endlich Menschen statt Macht in den Mittelpunkt stellen.
Aileen Puhlmann
Foto: Jean Bizimana
Was bedeutet für dich persönlich »People over Power« – und warum ist dieser Perspektivwechsel so wichtig? »Es bedeutet, den Menschen in seiner Vielfalt zu sehen und Macht kritisch zu hinterfragen. Ziel sollte sein, dass es allen gut geht – nicht nur einem kleinen Kreis von ›Bestimmer*innen‹. Erst wenn viele Perspektiven einbezogen werden, können wir wirklich erkennen, was für ein gutes Leben gebraucht wird. Macht an sich ist
nichts Negatives. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen. Sie bedeutet vor allem Verantwortung – und wenn sie im Sinne der Menschen eingesetzt wird, kann Großes entstehen.«
Du möchtest Menschen statt Macht in den Mittelpunkt stellen. Wo siehst du die größten Chancen, diesen Wandel wirklich voranzutreiben? »Aufmerksamkeit ist eine Währung: Wohin wir sie lenken, bestimmt, was sichtbar wird. Oft hören wir dieselben Nachrichten und verengen so unseren Blick. Ich habe das Privileg, mit Initiativen weltweit, besonders im sogenannten ›globalen Süden‹, verbunden zu sein. Dort erlebe ich Geschichten von Menschen, die unter schwierigen Bedingungen Beeindruckendes leisten – und dennoch kaum Beachtung finden. Ein Beispiel ist mein Freund Patient Niyitegeka aus Ruanda, der seit Jahren Projekte für bessere Landwirtschaft und Einkommen umsetzt. Solche Geschichten weiten Horizonte. Je größer unser Blick, desto stärker wachsen Empathie und Wohlwollen für andere Lebensrealitäten.«
Welchen ersten Schritt können wir alle schon morgen gehen? »Ein erster Schritt ist, die eigene Bewertung zurückzuhalten. Wir sind geprägt von Bildern, was ›richtig‹ oder ›falsch‹ sei – oft ungerecht. Innehalten, reflektieren und neugierig bleiben verändert viel. Dinge, die fremd wirken, als Schatzkiste zu betrachten, öffnet neue Perspektiven. Hilfreich ist auch, sich bewusst anderen Welten auszusetzen – etwa durch Literatur aus fremden Kontexten. Und schließlich geht es darum, im Alltag Macht zu teilen: das Kind entscheiden lassen, wem man im Job zuhört, oder in der Freundesgruppe faire Wege finden, mit Ressourcen umzugehen. Gerade im Kleinen entstehen die größten Veränderungen.«
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