SpaceX ist schon jetzt an der Börse. EchoStar ist seit Montag im S&P 500. Der Grund sind aber nicht die eigenen Satelliten, sondern SpaceX-Aktien im Wert von aktuell 11 Mrd. $, die EchoStar für den Verkauf von Lizenzen bekommen hat.
Bei einem SpaceX-Börsengang mit 1.000 Mrd. $ Bewertung wären die Anteile rund 28 Mrd. $ wert. An der Börse ist EchoStar selbst um die 30 Mrd. $ wert.
Aber auch sehr fraglich, ob SpaceX die Bewertung wirklich erreicht.
Was war los gestern?
(Stand 24.03.2026, 22:00 Uhr)
DAX
22.637
-0.07%
STOXX 50
5.581
+0.13%
S&P 500
6.556
-0.37%
NASDAQ
21.762
-0.84%
Bitcoin
70.203 $
-0.98%
Circle
101 $
-20.11%
Zahl des Tages:325.000.000.000. In so vielen Geräten stecken Chips mit Designs von Arm. Handys, Autos, Server, alles. Bisher hat Arm aber nie eigene Chips verkauft, sondern nur die Baupläne lizenziert. Das ändert sich jetzt: Getrieben von der KI-Nachfrage hat Arm gestern seinen ersten eigenen Chip vorgestellt. Eine KI-CPU, der nicht fürs Training gedacht ist, sondern bei der täglichen Anwendung von KI Energie sparen soll. Konkret geht's vor allem um die Koordination von KI-Agenten.
Produziert wird das Ganze von TSMC, wichtigster Kunde zum Start ist Meta, aber auch OpenAI und SAP sollen früh dabei sein. Aktie hat gestern nicht zugelegt, weil das Ganze schon länger erwartet wurde.
Tabelle der Woche - Worum geht's?
Bei welcher Firma verdienen die Manager diese Summen, wenn eine Übernahme klappt?
Hint: Zwei davon kommen aus der deutschen Medienwelt.
Auflösung unten.
Thema des Tages:
Boom or Bust
Zwei der heißesten Finanzbereiche der letzten Jahre haben gestern für schlechte Stimmung gesorgt: Krypto und Private Credit.
Nr. 1: Krypto unter Druck
Der Bitcoin ist gestern zwar nicht dramatisch gefallen, aber Coinbase hat 10% verloren und der Stablecoin-Anbieter Circle sogar 20%. Der Grund: Die neue Version des Clarity Act (das geplante Krypto-Gesetz der Amis) soll verbieten, dass Stablecoin-Anbieter irgendeine Form von Zinsen an Eigentümer von Stablecoins auszahlen dürfen.
Klingt erstmal gut für die Margen, weil Circle das Geld der Kunden dann einfach selbst anlegen kann, ohne Zinsen zahlen zu müssen. Aber wenn es keine Zinsen auf Stablecoins gibt, werden Kunden dort auch nur begrenzt viel Geld parken wollen. Das Ganze ist erstmal nur ein Entwurf und kann sich noch ändern. Optimal ist‘s aber nicht.
Nr. 2: Private Credit bekommt kalte Füße
Bei Private Credit geht's darum, dass nicht Banken, sondern Private-Equity-Firmen Kredite vergeben. Die sind deutlich flexibler und finanzieren zum Beispiel neue Rechenzentrumsprojekte oder Deals von Software-Firmen. Jetzt wachsen aber die Sorgen, dass Rechenzentrumsprojekte nicht nachhaltig sind und Software-Firmen von KI zerstört werden könnten. Heißt auf Deutsch: Kredite könnten nicht mehr zurückgezahlt werden.
Viele dieser Fonds sind teilweise liquide, aber eben nur bis zu bestimmten Grenzen. Solange nicht massenhaft Leute gleichzeitig ihr Geld abziehen wollen, funktioniert das. Genau das passiert aber gerade: Zwei Fonds von Ares und Apollo mit jeweils über 10 Mrd. $ Volumen haben in den letzten zwei Tagen veröffentlicht, dass Kunden 11% der Gelder abziehen wollten, aber auf 5% beschränkt wurden. Beide Aktien haben gestern wieder verloren und sind in den letzten Monaten schon stark gesunken.
Was sonst noch los war:
SK Hynix (+5%) hat bei ASML die neuesten Maschinen für 8 Mrd. $ bestellt (eine einzelne kostet deutlich über 100 Mio. $). ASML (+2%) hat entsprechend profitiert. Gleichzeitig denkt SK Hynix darüber nach, auch in den USA an die Börse zu gehen und dabei 10 Mrd. $ einzusammeln. Konkurrent Micron (-2%) hat verloren, weil US-Investoren dann nicht mehr nur Micron als direkt investierbare Aktie hätten.
ServiceNow (-6%), SAP (-4%) und andere Software-Aktien haben wieder verloren. Der Auslöser könnte ein neues Update von Claude sein, mit dem die KI einen Computer wie ein Mensch bedienen kann. Das ändert jetzt nicht direkt was für Software-Aktien, hat aber wohl wieder die Angst vor KI-Disruption befeuert.
VW führt konkrete Gespräche mit der israelischen Rüstungsfirma Rafael. Eine Fabrik in Osnabrück soll umgestellt werden: statt Autos dann Komponenten für das Iron Dome Luftabwehrsystem, zum Beispiel die Transportfahrzeuge. Soll 2.300 Arbeitsplätze retten.
Uber denkt laut Manager Magazin darüber nach, die deutsche Chauffeur-Plattform Blacklane zu kaufen. Kaufpreis: einige hundert Millionen Euro.
Nintendo (-6%) will in diesem Quartal nur 4 Mio. Switch-2-Konsolen bauen statt der ursprünglich geplanten 6 Mio. Kann aber sein, dass der Erfolg von Pokémon Pokopia das nochmal ändert. Das Management will aber erstmal sehen, dass der Hype hält.
Xiaomi hat eher schwache Zahlen geliefert. Das Auto-Business wächst zwar stark, aber das Smartphone-Geschäft schrumpft und leidet unter hohen Speicherkosten und starkem Wettbewerb.
In der Kurz-Analyse:
Griechisches Anduril
Nachtsichtgeräte gibt's seit dem Zweiten Weltkrieg, trotzdem hat eine 1997 in Griechenland gegründete Firma über 50% Marktanteil bei Militär-Nachtsichtgeräten in Europa.
Theon International hat den Umsatz von 40 Mio. € (2019) auf 440 Mio. € (2025) mehr als verzehnfacht. Im Dezember kam der größte Auftrag eines europäischen NATO-Mitglieds für Nachtsichtgeräte ever: 1 Mrd. € für rund 100.000 Geräte, hauptsächlich für die Bundeswehr.
Der Markt ist noch lange nicht gesättigt. In den USA hat jeder Soldat ein Gerät, in Europa sind‘s grade mal 30%.
Was muss man zu Theon wissen?
Gesicherte Lieferkette: Rund 60% der Herstellungskosten entfallen auf Bildverstärkerröhren. Weltweit gibt es nur ca. fünf Hersteller, die zuverlässig Militärqualität liefern. Zwei sind US-amerikanisch (exportieren kaum), einer chinesisch (für NATO irrelevant). Von den verbleibenden zwei hält Theon an einem 60% (Harder Digital) und am anderen 10% (Exosens). Das sichert Preise und Versorgung ab.
Disruption: Das US-Startup Anduril entwickelt digitale Mixed-Reality-Headsets, die nicht nur Nachtsicht können, sondern per KI eigenständig Feinde markieren und verfolgen. Noch ein Prototyp, aber der Gründer Palmer Luckey hat vorher Oculus VR gebaut.
Klumpenrisiko: 2024 kamen über 50% vom Umsatz von nur drei Kunden. In der Rüstungsbranche nicht untypisch, aber ein Risiko.
Zur Bewertung: Theon kommt auf ein erwartetes KGV von 20 bei 2,5 Mrd. € Börsenwert. Der Auftragsbestand liegt bei rund 2,5 Mrd. €. Wenn man annimmt, dass keine neuen Aufträge reinkommen und Theon nur den Bestand über drei Jahre abarbeitet, wächst der Umsatz im Schnitt um 30% pro Jahr.
Der Gründer und CEO hält knapp 70% der Aktien, zahlt sich kein Gehalt aus und lebt von der Dividende (ca. 30% Ausschüttungsquote).
Fünf Wochen kein Rennen. Die Formel 1 hat wegen des Kriegs im Iran die April-Rennen in Saudi-Arabien und Bahrain abgesagt. Laut Guggenheim gehen dadurch rund 200 Mio. $ an Umsatz verloren (Austragungsgebühren, Sponsoren, Hospitality). Bei knapp 4 Mrd. $ Gesamtumsatz sind das nur ca. 5%, aber das Problem ist strukturell.
Abhängigkeit Mittlerer Osten: Mit Katar, Abu Dhabi, Aserbaidschan, Saudi-Arabien und Bahrain finden gleich fünf Rennen in der Region statt. Die Länder können sich die steigenden Austragungsgebühren leisten (im Schnitt +5% pro Jahr), aber jeder geopolitische Brandherd wird zum Geschäftsrisiko.
MotoGP als Puffer? Die zweite Rennserie der Firma hat nur ein Rennen im Mittleren Osten (Katar, auf November verlegt). MotoGP soll nach der Integration besser vermarktet werden: erster Straßen-Grand-Prix in Australien, Expansion in die USA. Aber mit 500 Mio. $ Umsatz kann MotoGP die F1-Risiken nicht auffangen.
Umsatz-Mix: Über 30% aus TV-Rechten, je 20% von Sponsoren und Hospitality, knapp 30% aus Austragungsgebühren. Die TV-Verträge und Austragungsgebühren sind die verlässlichsten Einnahmen.
Die Aktie hat seit Jahresanfang rund 15% verloren. Mit 19 Mrd. $ Börsenwert und dem 50-fachen des erwarteten Gewinns bleibt die Bewertung sportlich. Allerdings lag das durchschnittliche KGV der letzten fünf Jahre bei rund 90.
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