Wie sieht es aus, wenn Mark Zuckerberg & Elon Musk miteinander chatten? Seht selbst. Übrigens generell ein cooler X-Account. Da zeigen sie immer mal interne Chats, die bei Gerichtsverfahren etc. öffentlich wurden.
Guten Wochenstart!!
Von Timon, Christoph & Noah
Ach ja, paar wenige Zahlen gibt's diese Woche noch:
Was war los gestern?
(Stand 29.03.2026, 22:00 Uhr)
DAX
22.301
-1.38%
STOXX 50
5.506
-1.08%
S&P 500
6.369
-1.67%
NASDAQ
20.948
-2.15%
Bitcoin
66.440 $
+0.16%
Entergy
110 $
+6.82%
Zahl des Tages:30-40%. So viel der globalen Heliumproduktion kommt aus Katar. Helium wird intensiv in der Chipproduktion genutzt, und seit der Iran die Straße von Hormus blockiert, kommt von dort deutlich weniger. Noch führt das nur zu Kostensteigerungen, weil Chiphersteller bei der Beschaffung Vorrang vor weniger kritischen Abnehmern haben und einfach mehr zahlen. Aber wenn die Lage so bleibt oder weiter eskaliert, könnte daraus ein Engpass werden.
Thema des Tages:
CTS Eventim halbiert
Über 20% Minus an einem einzigen Tag. CTS Eventim, eine der wichtigsten Tech-Firmen in Deutschland, hat am Freitag nach neuen Zahlen massiv verloren. Und in den letzten zwölf Monaten hat sich die Aktie fast halbiert.
Die Zahlen waren eigentlich solide. Der Umsatz ist das erste Mal über 3 Mrd. € gestiegen (2023 hatte man gerade erst die 2-Mrd. € Marke geknackt). Beide Geschäftsbereiche, also das Ticketing und das eigene Event-/Venue-Geschäft, sind jeweils um die 10% gewachsen.
Warum der Absturz?
Der neue Finanzchef Dr. William Willms hat keine konkreten Ziele für 2026 genannt. Nur, dass Umsatz und Gewinn leicht über Vorjahr liegen sollen. Ein Analyst hat im Call nachgehakt, ob moderates Wachstum im Event-Bereich 5-15% bedeutet. Die Antwort: Moderates Wachstum ist moderates Wachstum. Keine Zahlen. Dazu hat Eventim auch noch die Dividende gekürzt.
Und dann gibt‘s da noch das Thema KI-Disruption beim Ticketing-Geschäft. Fairerweise: Im Ticketing gab's schon immer viel Konkurrenz, und am Ende zählen Netzwerkeffekte und Stabilität. Beides ändert sich durch KI nicht wirklich. Im Entertainment-Bereich investiert Eventim gerade stark in eigene Hallen und Venues. Das kann langfristig total Sinn machen, gerade mit Blick auf KI. Aber Investoren mochten an Eventim immer, dass das Geschäftsmodell so kapitaleffizient ist. Das ändert sich damit.
Ein Signal gibt's aber von ganz oben: Gründer und Großaktionär Klaus-Peter Schulenberg hat am Freitag Aktien für 10 Mio. € nachgekauft.
Was sonst noch los war:
Ölpreis (+5%) hat den Freitag auf dem höchsten Stand seit 2022 beendet. Der Iran hat zwei chinesische Containerschiffe in der Straße von Hormus gestoppt. Dass der Iran sogar gegen China vorgeht, zeigt: Die Blockade wird so schnell nicht aufhören. Dazu haben die Huthi-Rebellen am Wochenende Israel angegriffen. Das erste Mal seit Kriegsbeginn.
Meta (-11% auf Wochensicht) hat gleich auf mehreren Ebenen Schlagzeilen gemacht. Die Aktie hat vor allem wegen dem Gerichtsurteil zum Suchtpotenzial von Instagram und Facebook verloren. Seit Jahresanfang jetzt 20% im Minus. Gleichzeitig finanziert Meta den Bau neuer Kraftwerke für den Stromversorger Entergy (+7%), um genug Energie für eigene Rechenzentren in Louisiana zu haben. Und diese Woche sollen neue Smart Glasses mit Sehstärke rauskommen.
Delivery Hero (+5%) hat zugelegt, weil Großaktionär Prosus wohl Anteile an den zweiten Großaktionär Aspex verkaufen will. Das ist der aktivistische Fonds, der Druck aufs Management macht. Dass der mehr Stimmrechte bekommt, findet die Börse offenbar gut.
In der Kurz-Analyse:
Simons Erbe
1960 haben die Brüder Melvin, Fred und Herbert Simon ein kleines Immobilienunternehmen in Indianapolis gegründet. Als das Business in finanzielle Probleme geraten ist, hat Melvins Sohn David seine Karriere als Investmentbanker aufgegeben und ist eingestiegen.
1993 hat er den größten Immobilien-IPO der US-Geschichte hingelegt (fast 1 Mrd. $). Mit 33 wurde er CEO. Wer beim Börsengang investiert und bis heute gehalten hat, kommt auf über 4.300% Rendite. Der S&P 500 hat in der Zeit nur ca. 1.300% geschafft.
Die Strategie: Einkaufszentren in der Krise aufkaufen, Premium-Händler reinholen und Kunden durch Non-Shopping-Angebote wie High-End-Fitnessstudios und Restaurants anlocken.
Die Größe: Über 250 Immobilien mit 19 Quadratkilometern Verkaufsfläche. Mehr als irgendwer sonst auf der Welt. International gehört ihnen z.B. das Parndorf Designer Outlet in Österreich.
Das Geschäftsmodell: Grundmiete plus Umsatzbeteiligung der Händler. Die Auslastung lag (abgesehen von der Pandemie) immer über 95%. Umsatz mittlerweile bei 6 Mrd. $.
Die Offline-These: Onlinehandel macht in den USA fast 30% der relevanten Einzelhandelsumsätze aus. Aber Simon hat sich immer auf die besten Standorte konzentriert, die Händler auf keinen Fall aufgeben wollen. Dazu kommt: Die Gen Z shoppt wieder lieber offline als ältere Generationen.
Die Bewertung: Die Funds from Operations (quasi der Cashflow aus Mieteinnahmen) liegen bei fast 5 Mrd. $. Das ist das 14-Fache vom 70 Mrd. $ Börsenwert, ungefähr auf dem Niveau der Wettbewerber. Dazu gibt's knapp 5% Dividende, aber auch knapp 30 Mrd. $ Schulden.
Nach dem Tod von David Simon letzte Woche übernimmt jetzt sein 38-jähriger Sohn Eli. Die Familie hält weiterhin rund 10% der Aktien und gehört mit fast 12 Mrd. $ Vermögen zu den 40 reichsten Familien der USA.
Die meisten klassischen Tech-Firmen leiden gerade unter KI. Bei Trustpilot ist das Gegenteil der Fall. Die dänische Bewertungsplattform verdient ihr Geld nicht mit uns Nutzern, sondern mit den Firmen: Wer seine verifizierten Trustpilot-Bewertungen als Gütesiegel auf der eigenen Website anzeigen will, muss dafür zahlen.
Warum KI hier zum Wachstumstreiber wird:
Die Fantasie: Wenn KI-Agenten in Zukunft für uns einkaufen, brauchen sie authentische Daten, um zu entscheiden, wo sie bestellen. Die Klicks über KI-Modelle sind im Vergleich zum Vorjahr um 1.500% gestiegen. Laut Promptwatch war Trustpilot im Januar die fünftmeistzitierte Domain von ChatGPT weltweit.
Der Strategiewechsel: Trustpilot konzentriert sich stärker auf zahlungskräftige Großkunden. Die machen mehr Umsatz, zahlen mehr an Trustpilot, aber der Aufwand für die Plattform bleibt quasi gleich. Ergebnis: Mehr bleibt hängen.
Das Ziel: Die operative Marge (vor Abschreibungen) soll bis 2030 auf 30% steigen, fast eine Verdopplung zu 2025. Gleichzeitig wächst der Umsatz aktuell mit rund 20% im Jahr.
Die Bewertung von 850 Mio. € entspricht fast dem 40-Fachen des erwarteten Gewinns. Nicht günstig, aber wenn die Wachstumsfantasie aufgeht, auch nicht absurd. Ein kleines Warnsignal: Gründer Peter Holten Mühlmann hat nach den starken Zahlen vor knapp zwei Wochen über 1 Mio. Aktien verkauft.
Mit dem Link da unten kannst du diesen Newsletter weiterempfehlen. Wozu? Wenn du mehr als 15 erfolgreiche Empfehlungen hast, packen wir deinen Namen in den Newsletter inklusive Link zu deinem LinkedIn-Profil oder einer Aktie, die du grad spannend findest.*
Antworte dazu einfach auf diese Mail, sobald du die Marke erreicht hast.
*P.S.: Da es schon manche gab, die das System mit Fake-Mails austricksen wollten, entscheiden wir auf Fallbasis, ob die gewonnenen Mails auch wirklich echt sind und verpflichten uns generell nicht, euch zu erwähnen.
Komm in die Gruppe
Jemand hat dir diesen Newsletter weitergeleitet? Dann kannst du dich HIER anmelden.
Diesen Newsletter vom 30.03.2026, 7:00 Uhr stellt dir die Podstars GmbH zur Verfügung. Christoph Damm, Timon Wunderlich und Noah Leidinger sorgen dafür, dass auch was drin steht.
Podstars GmbH, Lagerstraße 36, 20357 Hamburg, Deutschland