Donald Trump hat gestern auf Truth Social verkündet, dass die USA und Iran „gute Gespräche" über eine vollständige Beilegung der Feindseligkeiten geführt haben. Alle geplanten Militärschläge sollen für fünf Tage ausgesetzt werden.
Die Aktienmärkte sind danach deutlich ins Plus gesprungen, der Ölpreis ist zwischendurch um die 10% gefallen. Davon haben energieintensive Branchen profitiert: Delta Airlines (+3%), United Airlines (+4%), Carnival (+6%), Royal Caribbean (+6%) genauso wie Brenntag (+6%), Lanxess (+9%), Tui (+4%) und Lufthansa (+3%). Allerdings: Das iranische Außenministerium hat die Gespräche dementiert. Die Lage bleibt also unduchsichtig.
Was war los gestern?
(Stand 23.03.2026, 22:00 Uhr)
DAX
22.654
+1.22%
STOXX 50
5.574
+1.33%
S&P 500
6.581
+1.15%
NASDAQ
21.947
+1.38%
Bitcoin
70.916 $
+4.51%
Delivery Hero
16.50 €
+7.91%
Zahl des Tages:260.000. So viele Fans haben die Behörden beim BTS-Comeback-Konzert in Seoul erwartet. Gekommen sind nur gut 100.000. Die strengen Sicherheitsmaßnahmen nach der Massenpanik bei einer Halloweenparty von 2022, bei der 150 Menschen gestorben sind, haben viele abgeschreckt. Die Aktie von Hybe, dem Management-Unternehmen hinter BTS, hat gestern um die 15% verloren. Das war der größte Kursrutsch seit Juni 2022. Letzte Woche hatten Analysten geschätzt, dass die Tour konservativ 2 Mrd. $ einspielen soll.
Thema des Tages:
Retail-Merger-Monday
Danone setzt auf den Boom rund um funktionale Ernährung und kauft das britische Food-Startup Huel. Die Firma verkauft trinkbare Mahlzeiten, Pulver und Riegel mit Vitaminen und Protein, oft direkt an die Kunden über die eigene Website. Huel soll 2025 um die 300 Mio. € Umsatz gemacht haben, ein Plus von fast 20%. Die Danone-Aktie hat sich nach der Meldung kaum bewegt, was bei Übernahmen eine gute Nachricht ist. Oft verlieren Aktien der Unternehmen, die zukaufen.
Wir haben darüber mit Karo Junker de Neui gesprochen. Sie ist Geschäftsführerin von Etribes, Host des Kassenzone Podcasts und Expertin im Bereich E-Commerce. Karo findet den Deal spannend, weil Huel datenbasiert aufgebaut ist und Danone dadurch seine Kunden besser kennenlernen könnte. Für Huel alleine wäre eine internationale Expansion eher schwierig geworden.
Wie haben Karo noch zu einem anderen Thema befragt:
Zara-Mutter Inditex eröffnet nächstes Jahr die erste Filiale der Discount-Marke Lefties in Düsseldorf. Die Marke macht Takko, Kik und Co. Konkurrenz. Spannender Fakt: Der Standort war jahrelang eine Primark-Filiale, bis Februar 2025.
Wenn Zara die Filiale eröffnet, wird jede Inditex-Marke erstmals in Deutschland vertreten sein. Lefties erfüllt laut Karo die Rolle für Inditex, eine günstige Marke zu haben, die gegen die Billig-Konkurrenz von SHEIN absichert.
Was sonst noch los war:
Synopsys (+3%) profitiert vom Einstieg des aktivistischen Investors Elliott. Elliott glaubt, dass Synopsys deutlich zu günstig ist, gerade jetzt, wo der KI-Boom Chips immer komplexer macht. Auf Sicht von einem Jahr hat die Aktie um die 5% verloren und die Marge ist schwächer als beim Konkurrenten Cadence.
Tesla (+4%) will zusammen mit SpaceX zwei neue Chipfabriken in Texas bauen. Eine soll Halbleiter für humanoide Roboter und Autos produzieren, die andere Chips für Rechenzentren im Weltraum. Laut Musk sollen die beiden Fabriken Chips mit einer Rechenleistung von einem Terawatt pro Jahr erzeugen. Zum Vergleich: In den gesamten USA werden bisher nur 0,5 Terawatt generiert. Die Aktie hat nach der Meldung leicht gewonnen.
Delivery Hero (+8%) verkauft sein Taiwan-Geschäft (die Plattform foodpanda) für 600 Mio. $ an Grab aus Singapur. Grab ist eine Art Super-App für Fahrdienste und Essenslieferungen und Marktführer in Südostasien. Delivery Hero will mit dem Geld vor allem Schulden abbauen.
Telecom Italia (+6%) soll von der staatlichen italienischen Post für 11 Mrd. € übernommen werden. Das ist ein Aufschlag von knapp 10% auf den Schlusskurs von Freitag. Die Post war schon größter Aktionär und will Telecom Italia von der Börse nehmen. Allerdings gibt's Stimmen, dass das Kaufangebot zu niedrig sein könnte.
Estée Lauder (-7%) verhandelt mit dem spanischen Duft- und Kosmetikkonzern Puig über eine Übernahme. Das passt einerseits gut, weil die Marken zusammenpassen. Andererseits hat die Aktie von Estée Lauder in den letzten fünf Jahren 70% verloren und die Firma steckt grade im Turnaround. Jetzt eine Firma für über 10 Mrd. $ zu kaufen, wenn man selbst nur 30 Mrd. $ wert ist, ist schon mutig.
In der Kurz-Analyse:
Berkshire ohne Buffett
Das erste große Aktien-Investment nach Warren Buffetts Abgang als CEO: Berkshire Hathaway hat sich 2,5% an der japanischen Versicherung Tokio Marine gekauft, für knapp 2 Mrd. $.
Der Deal hat drei Teile: Berkshire wird Rückversicherer von Tokio Marine, kauft sich als Aktionär ein und beide wollen gemeinsam nach Übernahmezielen suchen. Berkshire hat zugesichert, ohne Zustimmung nicht über 9,9% zu gehen. Das kennt man schon von den fünf japanischen Handelshäusern (Mitsubishi, Itochu, Mitsui, Marubeni, Sumitomo), wo Buffett seit 2019 schrittweise aufgestockt hat.
Aus 15 Mrd. $ Investment sind dort 35 Mrd. $ plus fast 1 Mrd. $ Dividende pro Jahr geworden.
Kann Tokio Marine auch so erfolgreich werden? Was hat Berkshire gereizt?
Starkes Wachstum: Der Gewinn pro Aktie ist zwischen 2019 und 2024 um fast 20% pro Jahr gestiegen. Zum Vergleich: Allianz, Axa oder Zurich Insurance kommen auf unter 10%.
Nischen statt Massenmarkt: Tokio Marine fokussiert sich auf Schaden- und Unfallversicherungen in Spezialbereichen. Zum Beispiel hat die Firma letztes Jahr für 600 Mio. $ eine Spezialversicherung für Autosammler gekauft. Hinter Chubb ist Tokio Marine außerdem der zweitgrößte Versicherer von Luxushäusern in den USA.
Weniger Konkurrenz: Die Private-Equity-Player, die gerade ins Versicherungsgeschäft drängen, konzentrieren sich auf die großen Bereiche. Die Spezialnischen sind zu kleinteilig für sie.
Berkshires eigene Erfahrung: Das Vorzeige-Investment Geico (Autoversicherung) ist in den letzten Jahren von digitaleren Konkurrenten abgehängt worden. Vielleicht sucht Berkshire deshalb bewusst Versicherungen mit weniger Konkurrenzdruck.
Mit einem KGV von elf und rund 3,5% Dividendenrendite ist Tokio Marine kein Schnäppchen, aber auch nicht teuer. Eher ein stabiles Dividenden-Investment mit Upside, wenn neue Übernahmen oder die Partnerschaft mit Berkshire das Wachstum zusätzlich pushen.
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