Die KI-Welt boomt und boomt. Gestern nach Börsenschluss gab's neue Zahlen von Dell:Statt 35 Mrd. $ hat Dell 44 Mrd. $ Umsatz gemacht und ist damit im Vergleich zum Vorjahr 88% gewachsen. Die Prognosen für die nächste Zeit waren ähnlich stark. Und das Krasse ist, dass nicht nur der Umsatz viel höher ist als erwartet, sondern auch die Margen – das war bei Dell ja lang die Sorge. Also kurz gesagt: Die Nachfrage nach KI-Servern und IT-Equipment an sich ist extrem hoch.
Und wenn wir schon bei großen Zahlen sind: Scalable Capital hat die Wertpapierkredit-Grenze von 100.000 € auf 250.000 € angehoben. Heißt: Ihr könnt eure Depotpositionen beleihen, und bis zu 250.000 Kredit bekommen. Alle Details hier.
Schönes Wochenende von Timon, Christoph & Noah
Was war los gestern?
(Stand 28.05.2026, 22:00 Uhr)
DAX
25.092
-0.34%
STOXX 50
6.055
-0.25%
S&P 500
7.564
+0.58%
NASDAQ
26.917
+0.91%
Bitcoin
73.721 $
-0.82%
Unusual Machines
30 $
+57.20%
Zahl des Tages:1.200.000 $. So viel hat ein Polymarket-Trader mit dem Namen AlphaRaccoon verdient, als er auf die Top-Google-Suchergebnisse für 2025 gewettet hat. Einige seiner Wetten waren extrem unwahrscheinlich, sind aber trotzdem aufgegangen. Problem: AlphaRaccoon hatte nicht einfach Glück, sondern ist Mitarbeiter bei Google. Er darf sich jetzt vor Gericht verantworten.
Thema des Tages:
The Tale of Retail-Tailwinds
Die Aktie von Dollar Tree ist gestern 18% nach oben geschossen. Die Kette eröffnet immer mehr neue Läden, aber das eigentlich Spannende ist das Wachstum in bestehenden Filialen: knapp 4% im letzten Quartal.
Woher kommt das Wachstum? Dollar Tree ist ja eigentlich als 1-Dollar-Store bekannt. Aber sie verkaufen immer mehr Produkte, die einen Tick teurer sind. Gleichzeitig kommen mehr wohlhabende Kunden vorbei und kaufen bei Dollar Tree ein.
Positiv war außerdem, dass der Schwund endlich zurückgeht (also wie viel geklaut wird). Beim letzten Investoren-Tag war die Reduktion von Diebstahl sogar eine von sechs großen Zukunftschancen, die das Management identifiziert hat.
Dollar Tree ist damit nicht allein. Auch Best Buy (+16%) hat solide Zahlen geliefert. In bestehenden Läden wächst der Umsatz zwar nur um die 2%, aber im aktuellen Umfeld, wo viel Elektronik durch steigende Speicherchippreise teurer wird, ist das solide. Vor allem Gaming-Konsolen und neue Produkte wie die Meta-Brillen, 3D-Drucker oder der Oura-Ring laufen gut.
Und selbst Kohl's (+21%) hat positiv überrascht. Zwar ist der Umsatz in bestehenden Läden um 1% gesunken. Analysten hatten aber 2% Rückgang erwartet, und der Wert war die beste Performance seit mehr als vier Jahren.
Was sonst noch los war:
Die Stimmung in den USA war gestern generell gut. Neben Einzelhändlern haben auch Software-Aktien zugelegt. Ein Grund könnten Medienberichte sein, dass der Iran und die USA doch wieder näher an einer Einigung sind. Aktuell dreht die Nachrichtenlage aber so schnell, dass man das mit großer Vorsicht genießen muss.
Unusual Machines (+57%) hat von einem Bericht profitiert, dass die Trump-Regierung die US-Drohnenindustrie pushen will und mit mehreren Playern über Investments verhandelt. Auch Red Cat, Ondas und AeroVironment (je +20% oder mehr) sind mitgezogen. Alles sehr spekulativ.
Rheinmetall, TKMS, Hensoldt und Renk haben gestern europäische Rüstungsaktien angeführt. Rheinmetall war ganz oben im DAX, die anderen drei ganz oben im MDAX.
Ferrari (+4%) hat profitiert, nachdem CEO Benedetto Vigna sein neues E-Auto verteidigt hat. Es gebe bereits Bestellungen, sowohl von bestehenden als auch von neuen Kunden. Wie viele genau, hat er nicht verraten.
MongoDB ist ja ähnlich wie Snowflake im Datenbereich aktiv. Auch wenn in einem ganz anderen Datenbereich. Und genau wie bei Snowflake boomt das Business eher durch KI, als bedroht zu sein. Zumindest aktuell. Die Aktie ist gestern nach Börsenschluss und neuen Quartalszahlen über 20% hoch.
In der Kurz-Analyse:
Zoom = Anthropic
2023 hat Zoom über seinen Investmentarm knapp 50 Mio. $ in Anthropic gesteckt. Damals lag die Bewertung bei 5 Mrd. $. Heute ist nur der Anteil rund 3 Mrd. $ wert.
Zieht man den Anthropic-Anteil und die 8 Mrd. $ Nettocash vom fast 30 Mrd. $ Börsenwert ab, wird das operative Geschäft nur mit dem 15-Fachen vom operativen Gewinn bewertet. Dabei ist der über die letzten drei Jahre mit im Schnitt 50% gestiegen.
Margenhebel: Die operative Marge hat sich auf 24% verdoppelt, unter anderem durch einen Stellenabbau von 15% Anfang 2023, weniger Aktienpakete und günstigeren Partnervertrieb. Der Umsatz ist mit 4% pro Jahr nur leicht auf 5 Mrd. $ gewachsen.
Neue Produkte: Zoom Phone, ein KI-Assistent (über die Anthropic-Partnerschaft) und Software für Kundenserviceteams wachsen zweistellig. Laut Morningstar gewinnt Zoom hier Marktanteile.
Aktivist an Bord: Spruce Point Capital ist im April eingestiegen und fordert weitere Kostensenkungen, eine Dividende und ein höheres Rückkaufprogramm. Kursziel: Verdopplung innerhalb eines Jahres.
Aber Insider verkaufen: CEO, CFO und mehrere Führungskräfte haben in den letzten zwei Jahren Aktien im Wert von über 200 Mio. $ verkauft. Gekauft hat niemand. Das kann Diversifikation sein (der CEO hält noch 7%), fällt aber auf.
Das größte Risiko bleibt der Wettbewerb. Microsoft Teams und Google Meet werden oft als kostenloser Anhang zu bestehenden Softwarepaketen angeboten. Bisher hat Zoom sich dagegen behauptet, aber der Druck bleibt.
Die Cloud-Margen sinken bei CoreWeave, Oracle und in der Microsoft-Cloud. Bei AWS steigen sie. Von 33% Anfang 2025 auf jetzt 38%. Laut SemiAnalysis hat das strukturelle Gründe.
Die großen Schlagzeilen der letzten Monate waren riesige Deals, bei denen Meta, Anthropic oder OpenAI für Jahre Rechenkapazität abkaufen. Das klassische "Infrastructure as a Service"-Modell. Damit baut Oracle sein Cloud-Business auf, damit werden CoreWeave und Co. groß. Aber Amazon verdient sein Geld zunehmend anders: mit "Token as a Service".
Das Produkt: Amazon Bedrock. Über 125.000 Kunden nutzen das Tool, darunter 80% der 100 umsatzstärksten US-Firmen. Einfach gesagt: Unternehmen greifen über AWS auf verschiedene KI-Modelle (Claude, ChatGPT, Mistral) zu und bekommen eine Rechnung von AWS.
Der Margenvorteil: Amazon wird nicht nur dafür bezahlt, dass Claude über AWS läuft, sondern kassiert zusätzlich eine Umsatzbeteiligung an jeder Nutzung. Die gibt's bei fixen Infrastruktur-Deals nicht. SemiAnalysis schätzt die operative Marge von Bedrock auf fast 60%.
Das Risiko: Das Modell hängt komplett davon ab, wie viel die KI-Tools genutzt werden. Keine Garantie wie bei Jahresverträgen. Aber solange die Claude-Nutzung durch die Decke geht, ist das ein perfektes Setup.
Langfristig sieht SemiAnalysis AWS im Vorteil, weil Amazon die meiste Rechenkapazität hat, eigene Chips für effizienten Betrieb besitzt und anders als Google kein eigenes riesiges KI-Modell betreibt, das intern Kapazität frisst.
Über Geld spricht man nicht, heißt es oft. Dabei gibt’s dabei doch so viele spannende Geschichten. Einige davon gibt’s beim YouTube-Channel „Lohnt sich das?“ vom Bayerischen Rundfunk. Er zeigt echte Menschen in ganz verschiedenen Berufen: Was verdienen zum Beispiel Biergartenbesitzer, Musiker oder eine Finanzbeamtin? Wie leben die Menschen von dem Geld, und reicht das Gehalt in den Jobs überhaupt aus? Spannende Storys für alle, die mal einen Blick hinter die Gehaltszettel anderer werfen wollen.
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