PayPal-Übernahme geplatzt. Marvell fällt 10% und zieht Chip-Aktien mit. Iren will 30 Mrd. $ Investieren. Gap hat neuen Old-Navy-Chef. ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­    ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­  
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Die US-Zentralbank entscheidet am 16. September wieder über den Leitzins und am Freitag hat der FED-Chef Kevin Warsh zwar noch keinen klaren Zinskurs bekannt gegeben, aber gesagt, dass die FED handeln muss, wenn die Inflation nicht klar näher an das 2%-Ziel kommt. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es höhere Zinsen geben könnte.

 

Guten Start in die Woche wünschen Timon, Christoph & Noah

Was war los gestern?

(Stand 30.08.2026, 22:00 Uhr)

DAX26.570+0.77%
STOXX 506.486+0.95%
S&P 5007.712-0.25%
NASDAQ26.402-0.52%
Bitcoin78.503 $+0.34%
PayPal Holdings54 $-12.71%

Zahl des Tages: 53%. So viel von seinem Umsatz hat BYD (+1%) im letzten Quartal im Ausland gemacht. Damit war der Auslandsumsatz zum ersten Mal höher als der im Heimatmarkt. Die Exporte sind im ersten Halbjahr um 70% gestiegen, fast die Hälfte aller Autos hat BYD außerhalb Chinas verkauft. Laut einer Bloomberg-Umfrage haben mittlerweile fast 40% aller Europäer kein Problem mehr damit, ein chinesisches Auto zu kaufen. Der Nettogewinn ist im zweiten Quartal um 30% auf über 1 Mrd. $ gestiegen und lag leicht über den Erwartungen. Aber der Gesamtumsatz ist um 3% zurückgegangen, weil die Pkw-Verkäufe in China im ersten Halbjahr um 20% gefallen sind.

Thema des Tages:

Gap hat ein Old-Navy-Problem

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Die US-Klamottenkette Gap (+13%) hat Ende letzter Woche Quartalszahlen gebracht und will ihr größtes Problem anpacken: Old Navy.

 

Old Navy macht knapp 60% von Gaps Umsatz aus. Und im letzten Quartal sind die Verkäufe in bestehenden Filialen um 4% zurückgegangen. Das ist das erste Minus seit 2023, Analysten hatten nur mit der Hälfte gerechnet. Gaps CEO Richard Dickson war weder mit der letzten Werbekampagne noch mit der letzten Kollektion zufrieden.

 

Die Lösung: ein neuer Chef für die Marke. Ab dem 2. November soll Michael Francis Old Navy übernehmen. Der ist Anfang des Jahres zu Gap gekommen und war davor unter anderem Marketingchef bei Target.

 

Beim Rest des Geschäfts war's gemischt. Der Gewinn lag zwar über den Erwartungen, das lag aber auch an Rückerstattungen für gezahlte Zölle. Das Geld wird jetzt genutzt, um Produkte günstiger zu machen. Der Umsatz war mit knapp 3,5 Mrd. $ unter den Erwartungen und leicht niedriger als vor einem Jahr. Und wegen Old Navy wird die Umsatzprognose fürs Gesamtjahr auf maximal 1,5% Wachstum gesenkt. Vorher waren's 2%.

 

Was sonst noch los war:

  • PayPal (-15%) ist auf fast 47 Mrd. $ Börsenwert gefallen, nachdem Bloomberg berichtet hat, dass Finanzinvestor Advent International und Zahlungsdienstleister Stripe die Firma wohl nicht mehr übernehmen wollen. Im Juli hatten die beiden noch über 50 Mrd. $ für das ganze Unternehmen geboten. PayPal war das damals zu wenig. Heißt aber nicht, dass die Verhandlungen nicht irgendwann wieder aufgenommen werden können.

  • Marvell (-10%) hat Quartalszahlen über den Erwartungen gebracht und die Prognose angehoben. Hat trotzdem nicht gereicht (die Aktie war vorher seit Anfang des Jahres aber auch schon über 180% im Plus). Das hat auch andere Chip-Aktien wie Intel und Lumentum runtergezogen. Obwohl der Rechenzentrumsumsatz im letzten Quartal sogar fast 50% gestiegen ist. Laut Barron's sagen Marvells Zahlen sogar mehr über die KI-Nachfrage aus als die von NVIDIA, weil Marvell nicht nur Chips baut, sondern auch die Verbindungen zwischen Servern in Rechenzentren.

  • Iren (-13%) hat mit dem operativen Gewinn enttäuscht und will bis zu 30 Mrd. $ in Rechenzentren und GPUs investieren. Dafür müssen wohl Schulden aufgenommen oder eigene Aktien rausgegeben werden. Passend dazu: Blue Owl und Pimco wollen dem Unternehmen knapp 2,5 Mrd. $ leihen, zu 9% Zinsen. Damit kauft Iren NVIDIAs neue Blackwell-Ultra-Chips für sein Rechenzentrum in Kanada.

  • Elastic (+20%) hat bei Umsatz und Gewinn überrascht. Die Plattform zum Durchsuchen riesiger Datenmengen profitiert laut einem Cantor-Analysten direkt vom KI-Boom. Fürs Gesamtjahr werden jetzt gut 2 Mrd. $ Umsatz erwartet.

  • Pasqal ist am Freitag in den USA an die Börse gegangen und hat sich direkt am ersten Tag verdoppelt. Das französische Quantencomputer-Unternehmen macht im Gegensatz zu vielen anderen Firmen in dem Bereich schon Umsatz (auch wenn der mit 17 Mio. € noch sehr niedrig ist).

In der Kurz-Analyse:

Hafenlogistik aus Finnland

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Wer schon mal auf den Hamburger Hafen geschaut hat, kennt die spinnenartigen Fahrzeuge, die Container von A nach B tragen. Das sind sogenannte Straddle Carrier. Die Firma, die sowas baut, heißt Kalmar, kommt aus Finnland und ist an der Börse rund 3 Mrd. € wert.

 

Bis 2024 hat Kalmar noch zu Cargotec gehört. Dann ist eine große Fusion geplatzt und der Konzern hat sich selbst zerlegt, weil er als Ganzes weniger wert war als seine Einzelteile. Seitdem ist Kalmar eigenständig an der Börse.

  • Das Prinzip: Ein Carrier fährt auf hohen Beinen über einen Container, packt ihn von oben und trägt ihn übers Gelände. So muss der teure Hafenkran nicht auf freie LKWs warten und bleibt immer in Bewegung.

  • Die Umsatzstruktur: 2025 hat Kalmar rund 1,7 Mrd. € umgesetzt. Knapp zwei Drittel kommen aus dem Verkauf neuer Maschinen (Carrier, Greifstapler, Gabelstapler). Das restliche Drittel, rund 600 Mio. €, kommt aus dem Service.

  • Der Margenvorteil: Das Servicegeschäft ist das eigentlich Spannende. Knapp 18% operative Marge im Service gegen 13% bei den Maschinen.

  • Das Risiko: Der größte Teil des Umsatzes hängt am Welthandel. Wird weniger gehandelt, halten Häfen ihr Geld zusammen und bestellen weniger. Den Containerzyklus steuert Kalmar nicht selbst.

An der Börse kommt die Firma auf ein erwartetes KGV von 15. Für eine Firma mit rund 5% erwartetem Wachstum nicht wahnsinnig teuer, aber auch kein Überschnapper.

Zum Podcast

In der Kurz-Analyse:

Koreas Amazon im Comeback

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In Südkorea laufen über 30% vom gesamten Einzelhandel online. In Deutschland und den USA sind's unter 20%. Und es gibt ein Unternehmen, das in diesem Markt laut Morningstar über 30% Anteil hat: Coupang. Und die Aktie ist 50% günstiger als vor einem Jahr.

 

Was ist passiert? Im November ist ein Hack auf die Kontodaten von 33 Mio. Kunden aufgeflogen. Coupang hat eine Rekordstrafe von 400 Mio. $ gezahlt, wird weiter von Behörden untersucht und Kunden sind abgewandert. Der Börsenwert ist seitdem auf knapp 30 Mrd. $ gefallen.

 

Die Comeback-These:

  • Kunden kommen zurück: Im zweiten Quartal lag die Zahl der aktiven Kunden wieder auf dem Level vor dem Hack. Die verbliebenen und zurückgekehrten Kunden geben 16% mehr aus als vor einem Jahr.

  • Der Burggraben: Coupang garantiert Versand innerhalb von 24 Stunden dank eigener Lager. Händler schicken deshalb freiwillig große Mengen Inventar, das sie dann nirgendwo anders mehr anbieten können. Das ist zusammen mit der hohen Mitgliederzahl der Burggraben.

  • Die Bewertung: Das Kerngeschäft macht 30 Mrd. $ Umsatz und hatte vor dem Hack eine bereinigte operative Marge von 9%. Wenn Coupang da wieder hinkommt (Ziel: Mitte 2027), landen wir bei über 1 Mrd. $ Nettogewinn. Abzüglich Cash zahlt man dann rund das 22-fache. Und das für eine Firma, die den Umsatz über 5 Jahre mit im Schnitt 20% pro Jahr gesteigert hat.

ABER: Neben dem Kerngeschäft betreibt Coupang Zukunftswetten (Taiwan-Expansion, der Luxus-Retailer Farfetch und weitere Felder). Die machen 15% vom Umsatz aus und aktuell noch 1 Mrd. $ Verlust pro Jahr. Das frisst so gut wie den gesamten Gewinn aus dem Kerngeschäft. Falls die Zukunftsvisionen nicht aufgehen, ist das ein teurer Spaß.

Risikohinweis: Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente. Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung. Ihr entscheidet selber, was ihr macht.

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