Gestern vor sechs Jahren hat die WHO Corona als globale Pandemie eingestuft. Bei all den Krisen aktuell ist's auch mal gut, sich zu erinnern, welche Krisen wir schon überstanden haben.
Was war los gestern?
(Stand 11.03.2026, 22:00 Uhr)
DAX
23.640
-1.37%
STOXX 50
5.795
-0.73%
S&P 500
6.776
-0.08%
NASDAQ
22.716
+0.08%
Bitcoin
70.734 $
+1.11%
Papa John's
39 $
+19.42%
Zahl des Tages: 3.200.000.000 €.So viel Dividende kassiert Inditex-Gründer Amancio Ortega dieses Jahr. Rekordwert. Ist fairerweise nur ein Bruchteil der rund 100 Mrd. €, die sein Anteil an Inditex wert ist. Aber genug Geld, um weiter fleißig Immobilien zu kaufen. Bloomberg schätzt seinen Immobilienbestand mittlerweile auf über 10 Mrd. €.
Nebenbei hat Inditex auch verkündet, dass der Umsatz in den letzten fünf Wochen währungsbereinigt um rund 9% gewachsen ist. Schneller als die 7% im Vorjahr. Die Aktie hat gestern rund 5% zugelegt.
Thema des Tages:
Gute Zahlen, schlechte Zahlen
Rheinmetall hat gestern richtig starke Zahlen geliefert. Die Aktie hat trotzdem um die 10% verloren. Warum? Weil die Erwartungen zu hoch waren. Die operative Marge lag letztes Jahr bei einem Rekordwert von 18,5%. Dieses Jahr sollen's sogar 19% werden. Aber Analysten hatten wegen der extremen Nachfrage fast 20% erwartet.
Unabhängig von der Kursreaktion sind das beeindruckende Werte. Dazu hat das Management gesagt, dass die Nachfrage aus dem Nahen und Mittleren Osten grade stark steigt. Einerseits für Munition (mit 29% übrigens die Sparte mit den besten Margen), andererseits für Flugabwehrsysteme. Auch die Dividende steigt auf 11,50 € pro Aktie, was beim aktuellen Kurs aber nur 0,8% Rendite ergibt.
Bei Porsche war's gestern genau andersrum. Die Zahlen waren absolut gesehen miserabel: Umsatz fast 10% runter, operative Marge auf 1% eingebrochen. Die Aktie hat's trotzdem kaum bewegt, weil genau das erwartet wurde.
Spannender als die Zahlen war der erste Ausblick vom neuen CEO Michael Leiters. Kurzfassung: Leute werden entlassen, Bürokratie abgebaut, die technische Basis der Modelle wird vereinheitlicht (was vor allem Zulieferer treffen könnte). Auf der Wachstumsseite will er mehr Individualisierung anbieten und noch teurere Modelle auf den Markt bringen. Lieber über Preis als über Volumen wachsen. Da merkt man seinen Ferrari-Background. Bei Ferrari funktioniert Personalisierung als Wachstumstreiber extrem gut.
Was sonst noch los war:
Ölpreis (+7%) ist gestern wieder gestiegen, obwohl die Internationale Energieagentur die größte Reservefreigabe aller Zeiten verkündet hat: 400 Mio. Barrel. Das war aber schon eingepreist und kann auch als Signal gesehen werden, dass der Krieg im Iran den Ölmarkt noch länger belasten könnte.
Aroundtown, LEG, Vonovia, TAG (jeweils rund -5%) haben unter der Angst vor höherer Inflation durch steigende Ölpreise gelitten. Höhere Inflation heißt höhere Zinsen, und das ist schlecht für Immobilien-Aktien.
McDonald's rollt laut Wall Street Journal neue 3 $ und 4 $ Deals aus, vor allem zur Frühstückszeit. Dort sind in den letzten Jahren besonders viele Kunden mit niedrigem Einkommen weggebrochen. Die günstigen Aktionen aus dem letzten Jahr haben gut funktioniert, jetzt wird nachgelegt.
Nebius (+16%) hat eine 2 Mrd. $ Investition von NVIDIA bekommen. Das Geld fließt vor allem in den Bau von Rechenzentren, was natürlich bedeutet: noch mehr NVIDIA-Chips. NVIDIA pusht damit mal wieder einen eigenen Kunden.
Papa John's (+19%) hat ein Übernahmeangebot über 1,5 Mrd. $ vom katarischen Investor Irth Capital erhalten. Damit könnte eine lange Börsen-Ära enden: Seit dem IPO 1993 hat die Aktie 2.400% gemacht. 2019 waren's aber noch 7.500%. Seitdem ging’s massiv bergab, weil Domino's und Ketten wie Chipotle immer mehr Marktanteile gewonnen haben.
Das 2025 gegründete Roboter-Startup Mind Robotics hat 500 Mio. $ eingesammelt (Bewertung: 2 Mrd. $). Die Firma ist ein Spin-Off von Rivian. Rivian-CEO RJ Scaringe ist gleichzeitig CEO von Mind Robotics.
In der Kurz-Analyse:
Pokémon-Power
Pokémon Pokopia ist nach nur sechs Tagen bei vielen US-Händlern ausverkauft. Die Nintendo-Aktie hat deshalb gestern rund 10% zugelegt. Laut Jefferies treibt das Spiel auch die Switch-2-Verkäufe an.
Pokémon ist sowieso das größte IP-Franchise der Welt: über 150 Mrd. $ Gesamtumsatz mit Games, Trading-Karten, Anime und Merch. Mehr als Star Wars (105 Mrd. $), Marvel oder Harry Potter.
Nintendo hält ein Drittel an der Pokémon Company und braucht die Marke, um Hardware zu verkaufen. Die Switch 2 hat seit dem Launch im Juni 2025 alle Rekorde gebrochen:
Raketenstart: Über 3,5 Mio. verkaufte Konsolen in vier Tagen. Bis Jahresende waren's 17 Mio., die am schnellsten verkaufte Nintendo-Konsole ever.
Starke Game-Pipeline: Mario Kart World (14 Mio. verkauft), Donkey Kong (4 Mio.), dazu Mario Tennis Fever und Pokémon Pokopia. 2026 kommt ein neuer Super-Mario-Film, 2027 ein Zelda-Film. Der letzte Mario-Film hat 1 Mrd. $ eingespielt und die Spielverkäufe gepusht.
Gegenwind: Steigende Speicherchip-Preise (KI-Nachfrage) könnten Nintendos Margen drücken oder zu Preiserhöhungen führen. Dazu kommt die Abhängigkeit von Seefracht aus Asien, was durch den Iran-Konflikt zum Risiko wird.
Wegen des Gegenwinds hat die Aktie in den letzten drei Monaten rund 25% verloren und wird mit 70 Mrd. $ bewertet – dem 25-fachen des erwarteten Gewinns. Das liegt unter dem Durchschnitt der letzten drei und zehn Jahre (eher 30er KGV), entspricht aber dem Fünf-Jahres-Schnitt.
Globale Krisen sind eigentlich schlecht für Krypto. Investoren gehen in sichere Assets, der Dollar legt zu, und beides drückt auf Bitcoin & Co. Es gibt aber überraschende Krisenprofiteure.
Circle (Stablecoins): Der USDC-Herausgeber funktioniert vereinfacht wie eine Bank mit 100% Zinsmarge. Kunde gibt Dollar, bekommt Stablecoin, Circle legt den Dollar an und kassiert die Zinsen. Laut Geschäftsbericht würde ein Zinsanstieg um 0,2 Prozentpunkte rund 700 Mio. $ zusätzlichen Gewinn bringen. Bei 30 Mrd. $ Börsenwert ist das sehr relevant. Wieso Krisenprofiteur? Steigende Ölpreise treiben Inflation, Inflation treibt Zinsen, und Circle profitiert.
Hyperliquid: Die dezentrale Kryptobörse hat vom Iran-Konflikt profitiert, weil sie 24/7 offen hat. Dort kann man nicht nur Kryptos traden, sondern auch auf Ölpreise wetten. Öl-Futures sind aktuell das Instrument mit dem zweithöchsten Handelsvolumen (über 1 Mrd. $ in 24 Stunden). Vor dem Krieg lag das bei unter 20 Mio. $ am Tag. Der Hyperliquid-Coin hat entsprechend stark performt.
Die starke Performance von Hyperliquid könnte ein Grund dafür sein, dass klassische Börsen so stark in den Krypto-Markt drängen:
Intercontinental Exchange (NYSE-Betreiber) hat letzte Woche in die Kryptobörse OKX investiert. Bewertung: 25 Mrd. $.
NASDAQ hat vor paar Tagen eine Partnerschaft mit Kraken verkündet, um Aktien auf der Blockchain handelbar zu machen.
Ansonsten noch zwei Krypto-News am Rande: Polymarket hat Palantir an Bord geholt, um mit deren Software dubiose Trades aufzuspüren (Insider-Trading). Und Strategy kauft weiter aggressiv Bitcoin: allein zwischen dem 2. und 8. März für 1,3 Mrd. $.
Mit dem Link da unten kannst du diesen Newsletter weiterempfehlen. Wozu? Wenn du mehr als 15 erfolgreiche Empfehlungen hast, packen wir deinen Namen in den Newsletter inklusive Link zu deinem LinkedIn-Profil oder einer Aktie, die du grad spannend findest.*
Antworte dazu einfach auf diese Mail, sobald du die Marke erreicht hast.
*P.S.: Da es schon manche gab, die das System mit Fake-Mails austricksen wollten, entscheiden wir auf Fallbasis, ob die gewonnenen Mails auch wirklich echt sind und verpflichten uns generell nicht, euch zu erwähnen.
Komm in die Gruppe
Jemand hat dir diesen Newsletter weitergeleitet? Dann kannst du dich HIER anmelden.
Diesen Newsletter vom 12.03.2026, 7:00 Uhr stellt dir die Podstars GmbH zur Verfügung. Christoph Damm, Timon Wunderlich und Noah Leidinger sorgen dafür, dass auch was drin steht.
Podstars GmbH, Lagerstraße 36, 20357 Hamburg, Deutschland