Secondhand lohnt: EQT und ein anderer Investor haben noch mehr Anteile vom Secondhand-Marktplatz Vinted gekauft und das zu einer Bewertung von 8 Mrd. €. 2024 war Vinted noch 5 Mrd. € wert, aber die Plattform wächst auch krass stark. Allein im letzten Jahr um die 50% und sie machen auch schon Gewinne. Als nächster Schritt könnte ein Börsengang demnächst kommen.
Viele Grüße von Timon, Christoph & Noah
Was war los gestern?
(Stand 27.04.2026, 22:00 Uhr)
DAX
24.084
-0.19%
STOXX 50
5.860
-0.39%
S&P 500
7.174
+0.12%
NASDAQ
24.887
+0.20%
Bitcoin
76.919 $
-2.23%
Domino's Pizza
335 $
-8.93%
Zahl des Tages:2028. In dem Jahr soll das erste OpenAI-Smartphone in die Massenproduktion gehen. Laut einer Analystin von TF International Securities entwickelt Qualcomm die Chips, Luxshare (Apple-Zulieferer) und MediaTek aus Taiwan sollen bei der Produktion helfen. OpenAI hat letztes Jahr das Startup vom ehemaligen Apple-Designer Jony Ive gekauft und setzt jetzt offenbar auf die sichere Bank: ein eigenes Phone statt eines experimentellen Gadgets. Qualcomm hat nur kurz positiv reagiert, Apple hat rund 2% verloren.
Thema des Tages:
Guter Tag für Energie
Gestern war ein starker Tag für alles, was mit Energie zu tun hat. Nicht nur, weil der Ölpreis wieder gestiegen ist (die Friedensverhandlungen mit dem Iran ziehen sich weiter):
Nr. 1: Nordex (+6%)
Die Hamburger Windkraft-Aktie hat sich in den letzten zwölf Monaten fast verdreifacht. Der Grund: 17 Mrd. € im Auftragsbuch (vor einem Jahr noch 13,5 Mrd. €). Dazu kommt ein Effekt, den viele unterschätzen. Bei Projektgeschäften wie Windkraftanlagen gehen Verzögerungen brutal an die Margen, weil einzelne Projekte viele Kosten binden. Umgekehrt heißt das: Wenn alles stabil durchläuft, explodieren die Margen. Genau das ist passiert. Der Umsatz ist letztes Quartal 11% gestiegen, der operative Gewinn vor Abschreibungen aber über 60%.
Nr. 2: Shell kauft ARC Resources
Shell hat für 14 Mrd. $ den kanadischen Konkurrenten ARC Resources übernommen und sich damit über Jahre zusätzliche Erdgas- und Ölproduktion gesichert. Es ist die erste große Übernahme seit dem CEO-Wechsel 2023. Gleichzeitig steigt Shell damit wieder ins nordamerikanische Schiefergas-Business ein (das andere Geschäft dort hatten sie 2021 verkauft). ARC ist nach der Meldung 21% hochgeschossen und beendet damit eine krasse Börsenzeit: Seit dem IPO 1996 gab's im Schnitt 13% Rendite pro Jahr. Das ist mehr, als Berkshire Hathaway von Buffett geschafft hat.
Was sonst noch los war:
Meta / Manus (Deal geplatzt): Meta wollte für 2 Mrd. $ das chinesische KI-Startup Manus kaufen. Die chinesischen Behörden haben das jetzt verboten. Das Kuriose: Der Deal war eigentlich schon durch. Die Manus-Mitarbeiter sitzen bereits in Meta-Büros, die Investoren haben ihr Geld bekommen. Das zeigt mal wieder, wie groß das regulatorische Risiko bei China-Investments ist.
Microsoft / OpenAI haben ihre exklusive Zusammenarbeit gelockert. Bisher durfte OpenAI manche Produkte nur über Microsoft verkaufen. Das fällt jetzt weg. Microsoft ist mit über 20% zwar weiterhin der größte Investor, aber die beiden driften langsam auseinander.
Verizon (+2%) hatte überraschend starke Zahlen und das erste Mal seit 2013 Kundenwachstum im Handy-Bereich. Analysten hatten einen Rückgang um 90.000 Kunden erwartet. Die Aktie ist 4% gestiegen und dieses Jahr schon 20% im Plus. Konkurrent T-Mobile hat in derselben Zeit 10% verloren. Hinter dem Turnaround steckt der neue CEO Dan Schulman (vorher PayPal), der vor allem auf Bestandskunden setzt statt auf teures Marketing für Neukunden.
Domino's Pizza (-9%) hat schon wieder enttäuscht und ist nur noch 10 Mrd. $ wert. Vor drei Jahren war's das Doppelte. Der Umsatz in bestehenden US-Läden ist letztes Quartal unter 1% gewachsen, Analysten hatten fast das Dreifache erwartet. Das Management meint, die Konkurrenz fahre gerade Werbeaktionen, die sie langfristig nicht durchhalten können. Aber solange sie es durchhalten, leidet Domino's.
In der Kurz-Analyse:
Auto-König BYD
In China war am Wochenende die Peking Auto Show. Das ist mittlerweile die größte Automesse der Welt und größer, als es Frankfurt oder Detroit je gewesen sind. Was bewegt die Branche und wie wollen die Hersteller sich auf dem wichtigsten Automarkt der Welt präsentieren? Das haben wir mit Auto-Analysten Jürgen Pieper besprochen.
Das ganze Gespräch gibt’s im Podcast, hier paar seiner Aussagen:
BYD ist der neue Gigant: Laut Pieper haben die Chinesen eine VW-ähnliche Produktpalette aufgebaut und den heimischen Markt übernommen. Nur bei der Wette auf globale Premium-Exporte haben sie aus Sicht des Analysten auf die Schnelle noch nicht abgeliefert.
Volkswagen im freien Fall: Die Wolfsburger haben ihre Führungsrolle verloren. Deshalb steuern sie laut Pieper jetzt mit der 10.000-Euro-Marke Jetta im untersten Segment gegen. Trotzdem hat er eine Trendwende erst für 2027 auf dem Schirm.
Technologischer Rückwärtsgang: Auch Mercedes und Audi haben empfindlich Stückzahlen verloren. Der Grund dafür sind laut Pieper strategische Fehler: Das autonome Fahren wurde zurückgefahren. Wer als Luxusmarke hier keine Zeichen gesetzt hat, hat für den Analysten seine technologische Glaubwürdigkeit verspielt.
Europa wird wieder wichtig: Der Heimatmarkt hat laut Pieper eine überraschend starke Erholung hingelegt. Weil hier weiterhin rund die Hälfte der Erträge erwirtschaftet wird, darf Europa trotz China-Fokus für Pieper auf keinen Fall vergessen werden.
BMW ist der Top-Pick für Pieper: Die Münchner haben sich laut ihm am besten durch die Krisenjahre manövriert. Sie haben die attraktivste Modellpalette auf die Straße gebracht.
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