Heute eine Ausgabe für alle Succession-Fans. Von den Klamotten bis zu den Deals:
Was war los gestern?
(Stand 15.06.2026, 22:00 Uhr)
DAX
24.894
+1.05%
STOXX 50
6.229
+0.68%
S&P 500
7.554
+1.65%
NASDAQ
26.684
+3.07%
Bitcoin
66.552 $
+1.28%
SpaceX
193 $
+19.60%
Zahl des Tages:1.000.000.000.000 $ Umsatz. Elon Musk meinte gestern, er wäre überrascht, wenn SpaceX 2031 unter 1.000 Mrd. $ Umsatz macht. Zum Einordnen: Die optimistischsten Prognosen seiner eigenen Banker liegen bei der Hälfte. Die SpaceX-Aktie hat gestern den zweiten Handelstag in Folge deutlich zugelegt, getragen von der guten Tech-Stimmung nach der Iran-Einigung.
Thema des Tages:
Fox kauft Roku
Fox hat gestern angekündigt, den Streaming-Anbieter Roku für 22 Mrd. $ zu übernehmen. Bezahlt werden soll zu 60% in Cash und zu 40% in eigenen Aktien. Das Problem: Fox selbst ist an der Börse auch nur 22 Mrd. $ wert. Die Aktie hat gestern direkt rund 15% verloren.
Was ist die Logik dahinter?
Roku ist der führende Connected-TV-Anbieter in den USA. Über deren Geräte streamen Millionen Amerikaner Netflix, Amazon und Co. Finanziert wird das über Abos und ein Werbebusiness. Fox kommt aus dem klassischen TV, baut aber eigene Streaming-Dienste auf. Zusammen will man mit den großen Streamingdiensten mithalten: Fox kann seine Inhalte auf Roku besser platzieren, beide können ihre Werbevermarktung zusammenlegen und Werbepartnern größere Pakete anbieten.
Aber Investoren überzeugt dasbisher nicht.
Die Fox-Aktionäre haben Angst, dass der Deal zu teuer ist. Und bei Roku? Die Aktie hatte schon am Freitag zugelegt, als erste Übernahme-Gerüchte aufkamen. Gestern, als der Deal dann offiziell wurde, hat sie sich kaum bewegt. Auch kein Zeichen von Euphorie.
Was sonst noch los war:
Iran-Deal & Ölpreis: Die Einigung zwischen dem Iran und den USA hat den Ölpreis zeitweise unter 80 $ gedrückt (erstmals seit März). Allerdings gibt's schon wieder unterschiedliche Statements beider Seiten, was der Deal genau bedeutet. Über das Atomprogramm wird erst noch verhandelt. Rüstungsaktien haben verloren, Luftfahrt-Aktien haben zugelegt.
Redcare Pharmacy (+20%) hat nach starken Quartalszahlen die Jahresprognose angehoben. Statt 13 bis 15% Umsatzwachstum peilt die Online-Apotheke jetzt 15 bis 17% an.
Tripadvisor (+1%, zwischenzeitlich +10%) verkauft seine Restaurant-Buchungsplattform TheFork für 700 Mio. $ an American Express. Klingt erstmal gut bei einer Marktkapitalisierung von nur 1,5 Mrd. $. Allerdings war TheFork mit über 20% Wachstum das spannendste Business im Portfolio. Der Rest von Tripadvisor schrumpft eher.
Salesforce kauft die KI-Kundenservice-Plattform Fin für 3,6 Mrd. $. Fin arbeitet unter anderem für Anthropic und setzt stark auf KI-Agenten, die Kundenanfragen beantworten. Für Salesforce ein wichtiges Signal an Investoren, dass man beim Thema KI-Agenten vorne mitspielen will. Spannend: Erst vor Kurzem haben sie Contentful aus Deutschland übernommen. Viele Zukäufe in kurzer Zeit können auch ein Zeichen sein, dass es im Kerngeschäft nicht ganz so rund läuft.
Europäische Rüstungsaktien haben neben der Iran-Meldung auch unter Berichten gelitten, dass nach dem gescheiterten deutsch-französischen Kampfjetprojekt jetzt auch das gemeinsame Panzer-Projekt scheitern könnte. Laut Rheinmetall-CEO sind in das Projekt in zehn Jahren bisher nur 25 Mio. € geflossen.
In der Kurz-Analyse:
Frankreichs Autobahn-Monopol
Mit über 25 Mrd. € Umsatz ist Eiffage einer der größten Baukonzerne Europas. Gebäude, Brücken, Energieanlagen, Rechenzentren, Hochspannungsnetze. Besonders stark wächst die Energiesparte. Insgesamt hat der Umsatz über die letzten drei Jahre im Schnitt 8% pro Jahr zugelegt.
Aber Eiffage ist mehr als ein Baukonzern.
Das Maut-Monopol: In Frankreich gibt es seit 1955 eine Autobahnmaut. Eiffage gehören knapp 10% des privaten Autobahnnetzes. Über 80% vom Umsatz kommen zwar aus dem Bau, aber zwei Drittel vom operativen Gewinn werden mit Nutzungsgebühren gemacht: Autobahnmaut, Kanaltunnel Getlink, Flughafen Toulouse. Die Margen sind viel höher, weil die großen Investitionen schon durch sind und es sich um kritische Infrastruktur mit quasi-Monopolstellung handelt.
Das Risiko: Die Autobahnverträge müssen in weniger als 10 Jahren neu verhandelt werden, oder die Autobahnen gehen an den Staat zurück. In Frankreich gibt‘s schon länger Diskussionen um eine Verstaatlichung, in den letzten Jahren gab's dadurch auch Sondersteuern. Ab 2035 könnte also ein extrem wichtiger Teil vom Business wegfallen.
Das Gegenargument: Die Regierung hat die Verträge in der Vergangenheit genutzt, um den Bau neuer Autobahnen zu finanzieren. Eiffage hat dafür höhere Mautgebühren oder längere Vertragslaufzeiten bekommen, der Staat musste kein eigenes Geld aufbringen.
Das Maut-Risiko dürfte ein Grund sein, warum Eiffage nur mit 12 Mrd. € Börsenwert und dem 11-Fachen vom erwarteten Gewinn gehandelt wird, während Konkurrent Vinci beim 14-Fachen liegt. Dazu kommen knapp 9 Mrd. € Netto-Schulden. Zumindest bis 2035 ist es aber ein ziemlich stabiles Business. Über 20% der Aktionäre sind Mitarbeiter, die Dividendenrendite liegt bei 4%.
Brunello Cucinelli ist die Luxusmarke der Tech-Milliardäre. Zuckerberg trägt seine T-Shirts, Jeff Bezos und der Salesforce-Gründer waren schon für philosophische Konferenzen bei ihm in Italien. Und genau diese Positionierung macht die Marke so besonders.
Anti-Luxus-Marketing: Brunello produziert im Heimatdorf seiner Frau, Mitarbeiter verdienen über Branchenschnitt, nach 17:30 gibt's keine Mails, die Mittagspause dauert 90 Minuten. Er kritisiert sogar öffentlich die hohen Margen von Hermès und LVMH, weil Kunden irgendwann verstehen, dass sie abgezogen werden. Laut Branchenkennern ist das natürlich auch extrem smartes Marketing.
Kontrolliertes Wachstum: Das große Problem von LVMH und Gucci war in den letzten Jahren, dass sie zu stark auf Wachstum gedrückt und Exklusivität verloren haben. Bei Brunello ist das anders. Auch im schwachen Luxusjahr 2025 ist die Firma über 10% gewachsen, das Gleiche wird für 2026 und 2027 erwartet.
Riesige Runway: Weltweit hat Brunello aktuell nur 450.000 bis 500.000 Kunden bei 1,4 Mrd. € Umsatz. Das zeigt, wie viel Potenzial noch da ist.
KI-Profiteur: Nicht wegen der eigenen Shopping-KI, sondern weil die KI-Welle immer mehr Tech-Leute sehr reich macht. Und die Luxusmarke mit der besten Verbindung in die Tech-Welt ist eben Brunello.
Aber das weiß der Markt. Letztes Jahr hat die Firma 140 Mio. € Nachsteuergewinn gemacht. Der Börsenwert von 6 Mrd. € entspricht mehr als dem 40-Fachen davon. Wenn man annimmt, dass die Bewertung so bleibt und die Firma 10% wächst, sollte man auch nicht viel mehr als 10% Rendite erwarten. Viel schneller wachsen wäre für die Marke auch gar nicht gut.
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