Aritzia: 570% mit Mode. Anthropic-Risiken. Oura cancelt IPO. ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­    ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­  
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Trump hat sich ja gestern mit den großen Tech-CEOs zum Thema KI getroffen. Die Sitzordnung hat's in sich:

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Was war los gestern?

(Stand 29.09.2026, 22:00 Uhr)

DAX25.399+0.10%
STOXX 506.320+0.30%
S&P 5007.671-0.17%
NASDAQ26.798-0.09%
Bitcoin83.611 $+0.15%
FICO618 $-26.52%

Zahl des Tages: 70. So viele Leute arbeiten bei World Labs, einem 2024 gegründeten KI-Startup. Gegründet von Fei-Fei Li, einer der bekanntesten KI-Forscherinnen der Welt. Das Startup entwickelt sogenannte World Models, mit denen sich zum Beispiel Roboter in der echten Welt zurechtfinden. Gestern hat AMD World Labs für 8 Mrd. $ gekauft.

 

An der Börse kam das trotz des verrückten Preises relativ gut an. Denn es gibt einfach super wenige KI-Entwickler, die das auf höchstem Niveau beherrschen. Und gemessen am AMD-Börsenwert sind die 8 Mrd. $ weniger als 1%. Dass eine der führenden KI-Entwicklerinnen der Welt AMD 1% wertvoller macht, ist auf jeden Fall nicht ganz abwegig.

Chart der Woche - Wer errät die Aktie?

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Hint: Diese 30% entsprechen mehreren hundert Milliarden Dollar.

 

Auflösung unten.

Thema des Tages:

IPO-Drama

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Eigentlich sollte der Smart-Ring-Konzern Oura heute an die Börse gehen. 70% Umsatzwachstum, attraktives Geschäftsmodell mit Hardware plus Abo-Einnahmen. Klingt gut. Aber die Bewertung von knapp 15 Mrd. $ bei nur 1,5 Mrd. $ Umsatz war wohl zu saftig. Gestern hat Oura den IPO gecancelt. Ob das am Marktumfeld liegt oder ob Investoren in den Gesprächen einfach nicht genug Begeisterung gezeigt haben, ist schwer zu sagen.

 

Deutlich spannender ist sowieso der Börsengang von Anthropic. Auch der verzögert sich zwar grad, aber gestern wurden zumindest Teile der Börsengangsdokumente an Medien wie die Financial Times geleakt.

 

Die Zahlen: Letztes Jahr hat Anthropic 5 Mrd. $ umgesetzt. Allein im zweiten Quartal 2026 waren's über 11 Mrd. $. Also in drei Monaten mehr als doppelt so viel wie im gesamten Vorjahr. Gleichzeitig will Anthropic in den nächsten Jahren über 500 Mrd. $ in Rechenleistung investieren. Das wäre genug Geld, um die zwei wertvollsten deutschen Firmen zu kaufen: SAP und Siemens.

 

Spannend ist auch, was zu Risiken im Dokument steht. Ein Drittel des Dokuments dreht sich nur darum, inklusive der Risiken einer zu fähigen KI, die für Menschen gefährlich wird.

 

Und: Fast ein Viertel vom letztjährigen Umsatz kam von nur zwei Kunden. Klingt erstmal komisch für eine Massenanwendung mit Millionen Nutzern. Aber das meiste Geld verbrennen Programmierer, die ihre KI-Tools auf Hochtouren laufen lassen. Laut früheren Berichten könnten Cursor und GitHub Copilot diese zwei Großkunden gewesen sein. Das wiederum wäre besonders spannend, weil Cursor dieses Jahr von SpaceX gekauft wurde.

 

Was sonst noch los war:

  • FICO (-27%) hat gestern massiv verloren. Die Federal Housing Finance Agency hat entschieden, Konkurrenz zum FICO-Score zuzulassen. FICO hatte bisher ein Quasi-Monopol bei der Bonitätsbewertung in den USA und deswegen verrückt hohe Margen. Mal wieder ein guter Reminder, wie hart politische Risiken manche Investments treffen können.
  • Novo Nordisk (-1%) dreht richtig auf. Nach dem Milliardendeal mit Nanexa letzte Woche haben sie jetzt für bis zu 2,6 Mrd. $ eine Abnehmpille von der chinesischen Firma Hengrui Pharma lizenziert. Noch sehr frühe Phase, bis daraus was Großes wird, dauert's Jahre. Aber Novo muss anfangs nur 300 Mio. $ zahlen, der Rest fließt nur bei erreichten Meilensteinen.
  • Summit Therapeutics (+6%) geht einen ungewöhnlichen Deal mit AstraZeneca (-1%) ein. Astra investiert 2 Mrd. $ in Summit, beide entwickeln danach gemeinsam Krebsmedikamente. Die Rechte an den eigenen Medikamenten behält aber jeder für sich.
  • Carnival (+13%) hat gestern zugelegt, weil die Kunden trotz Inflation und Unsicherheit letztes Quartal so viel gebucht haben wie noch nie.

In der Kurz-Analyse:

Kanadas Berkshire

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Brookfield Corp. hat über 30 Jahre im Schnitt 19% Rendite pro Jahr gemacht. In den letzten sechs Wochen ist der Börsenwert aber um fast 20% auf 80 Mrd. $ gefallen. Das Management selbst sieht den fairen Wert bei rund 160 Mrd. $, also fast beim Doppelten.

 

Was macht Brookfield? Im Kern ein Vermögensverwalter für Pensionsfonds, Staatsfonds und Versicherungen. Die geben Brookfield ihr Geld, Brookfield investiert es in Sachwerte (Häfen, Stromnetze, Windparks, Rechenzentren) und kassiert dafür jedes Jahr Gebühren. Läuft ein Fonds gut, gibt's noch einen Gewinnanteil obendrauf (den sogenannten Carry).

 

Dazu kommt ein Versicherungsgeschäft, vor allem Rentenversicherungen. Brookfield sammelt Beiträge ein, muss oft erst Jahrzehnte später auszahlen und legt das Geld in der Zwischenzeit in die eigenen Projekte an. Der Umsatz ist über 20 Jahre im Schnitt um 14% pro Jahr auf 75 Mrd. $ gewachsen.

 

Warum der Einbruch? Sorgen um Private Credit, mögliche Zirkeldeals im KI-Bereich und hohe Zinsen, die langfristige Anlagen wie Immobilien und Infrastruktur weniger wert machen.

 

Was sagt die Rechnung?

  • Börsenbewertete Töchter: Brookfields 74% an der Vermögensverwaltungstochter sind gut 50 Mrd. $ wert, die Anteile an Infrastruktur, Energie und Private Equity zusammen knapp 20 Mrd. $. Dazu kommen Investments, Immobilien, die Versicherung und der Carry. Minus Schulden ergibt das die knapp 160 Mrd. $.
  • Wo die Rechnung wackelt: Der Carry wird mit 30 Mrd. $ angesetzt, ist aber größtenteils Prognose. Zuletzt kamen hier gut 500 Mio. $ pro Jahr rein, und das Ziel wurde gerade gesenkt. Beim Versicherungsgeschäft wird ein Verkaufsmultiple vom 15-Fachen des Gewinns angenommen, die meisten Rentenversicherer werden aber niedriger bewertet.
  • Konservatives Szenario: Selbst mit dem 10-Fachen für die Versicherung und null Carry kommen unter 120 Mrd. $ raus. Der Börsenwert liegt aktuell 30% darunter.
  • Das Klumpenrisiko: Die Geschäfte sind eng miteinander verflochten. Die Versicherung investiert in Brookfields eigene Fonds und hält sogar Aktien der Töchter. Wenn die Fonds schlecht laufen, trifft's Brookfield dreifach: weniger Gebühren, kein Carry und Verluste in der Versicherung.

Brookfield hat dieses Jahr für rund 500 Mio. $ eigene Aktien zurückgekauft, zu höheren Kursen als heute. Wenn das Management wirklich glaubt, dass das Business fast doppelt so viel wert ist, müssten sie jetzt deutlich mehr kaufen.

Zum Podcast

In der Kurz-Analyse:

Kanadas Inditex?

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Nach bald 1.500 Podcast-Folgen passiert's nicht mehr so oft, dass man noch eine komplett neue Erfolgsgeschichte an der Börse findet. Schon gar nicht im Modebereich.

 

Aber manchmal passiert's: Aritzia hat seit dem Börsengang 2016 über 570% Rendite gemacht, das sind über 20% pro Jahr. Die kanadische Modemarke ist rund 10 Mrd. $ wert und damit mehr als GAP, Levi's, Abercrombie & Fitch oder Puma.

 

Was machen die anders?

  • Luxus-Feeling ohne Luxus-Preis: Statt normalen Verkäuferinnen gibt's Style-Berater, die wie in einer Boutique perfekte Outfits zusammenstellen. In den Umkleiden hängen bewusst keine Spiegel. Wer sich anschauen will, muss raus zu den gemeinsamen Spiegeln, wo wieder Berater warten.
  • Eigene Marken: Über 97% der Produkte sind Eigenmarken, nur 2-3% kommen von externen Anbietern (meist Schuhe oder Trendmarken).
  • Gründer-DNA: Brian Hill hat den ersten Laden 1984 eröffnet und hält immer noch 15%. Die heutige CEO Jennifer Wong hat 1987 als Style-Beraterin angefangen. Unter ihrer Führung seit 2022 hat sich der Umsatz auf 2,7 Mrd. $ circa verdoppelt.
  • Langer Wachstumsweg: Die 140 Läden teilen sich grob 50/50 auf Kanada und die USA auf. Sonst gibt's international noch so gut wie gar keine Läden. Allein in den USA sieht Aritzia über 180 weitere passende Locations. Eröffnet werden aktuell 13 pro Jahr, jeder Laden kostet ca. 4 Mio. $, macht aber schnell 10 Mio. $ Umsatz. Dazu kommen über 30% Online-Umsatz.

Das KGV von 23 ist für eine Modeaktie schon relativ teuer. Allein über die Laden-Expansion kann's aber jedes Jahr rund 10% Offline-Umsatzwachstum geben, dazu Online und Wachstum in bestehenden Läden. Bei 15% Wachstum über mehrere Jahre kann das auch ohne steigende Margen rund 15% Rendite pro Jahr bringen. Einem muss aber klar sein: Trends in der Mode drehen schnell, wie man bei Lululemon oder Nike grade sieht.

Risikohinweis: Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente. Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung. Ihr entscheidet selber, was ihr macht.

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Auflösung: Es geht um Meta, die vom Boom beim Muse-KI-Bot profitieren.

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