Apple wird teurer, Accenture KI-Crash, Siemens Energy spaltet ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­    ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏  ͏ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­ ­  
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Stell dir vor, du kaufst für 3 Mrd. $ eine Firma, um ihren Gründer zu kriegen. Und nach 2 Jahren geht der Gründer. Ist so passiert bei Alphabet. Die verlieren einen ihrer wichtigsten KI-Köpfe: Noam Shazeer wechselt zu OpenAI. Besonders bitter, weil Google ihn eben erst 2024 über den 2,7 Mrd. $ teuren Acqui-Hire-Deal von Character AI zurückgeholt hat. Sein Abgang zeigt, wie riskant solche Deals sind. Und es ist ein starkes Signal für OpenAI.

 

Schönes Wochenende von Timon, Christoph & Noah

Was war los gestern?

(Stand 18.06.2026, 22:00 Uhr)

DAX25.027+0.37%
STOXX 506.323+0.37%
S&P 5007.494+1.00%
NASDAQ26.421+1.54%
Bitcoin62.720 $-2.68%
Intel134 $+10.71%

Zahl des Tages: 270 $. So viel müsste Apple laut TechInsights das neue iPhone Pro verteuern, um bei den massiv gestiegenen Speicherchippreisen die Margen zu halten. Tim Cook hat dem Wall Street Journal bestätigt, dass iPhones, Macs und andere Apple-Geräte teurer werden. Wann genau und um wie viel, hat er offengelassen.

Thema des Tages:

Berater-Crash

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Fast 16% hat Accenture gestern an einem einzigen Tag verloren. Mit 80 Mrd. $ Börsenwert steht die Aktie jetzt auf dem tiefsten Stand seit 2017. Anfang 2025 war die Firma noch 250 Mrd. $ wert.

 

Das Krasse: Die Faktenlage sieht gar nicht so schlecht aus. Accenture hat zwar die Jahresprognose gesenkt, erwartet aber immer noch Wachstum. Nur halt maximal 4% statt 3-5%. Und die Buchungen sind im letzten Quartal zwar gesunken, aber nur um 2%.

 

Warum dann der Crash?

 

Es geht nicht um die aktuellen Zahlen. Es geht um die Frage, was in 2-3 Jahren mit dem Business passiert, wenn immer mehr Firmen neue IT-Projekte mit Hilfe von KI umsetzen. Ohne teure Beratungen wie Accenture. Also genau dieselbe Angst, die gerade auch Software-Aktien unter Druck setzt.

 

Wer glaubt, dass es so schlimm nicht kommt, kriegt die Aktie gerade zum 10-fachen des Gewinns und mit rund 5% Dividendenrendite. Aber das KI-Risiko ist da.

 

Accenture hat die ganze Branche mitgerissen. Infosys und Capgemini haben gestern jeweils rund 10% verloren.

 

Was sonst noch los war:

  • Intel (+11%) hat von einem Trump-Post profitiert. Der Präsident hat verkündet, dass Apple künftig einen Teil seiner Chips von Intel in den USA produzieren lassen wird. Welche Rolle Trump dabei wirklich gespielt hat, ist unklar. Fakt ist aber: Immer mehr Tech-Firmen sprechen neben TSMC auch mit Samsung und Intel, weil TSMC so überlastet ist. Seit die US-Regierung sich letzten August 10% an Intel gekauft hat, hat sich die Aktie vervierfacht.
  • Micron (+9%) und SK Hynix (+7%) haben gestern zugelegt. Wahrscheinlich getrieben von Tim Cooks Aussagen zu den steigenden Speicherchippreisen.
  • Siemens Energy (+5%) hat 2025 schon wieder rund 40% zugelegt. Gestern nicht wegen neuer Turbinen-Bestellungen, sondern weil laut Manager Magazin eine Abspaltung der Sparte mit Kompressoren und Dampfturbinen im Raum steht. Übrig würde das boomende Business mit Gasturbinen und Produkten fürs Stromnetz bleiben und das Windkraft-Geschäft. Die Hoffnung: Beide Teile sind getrennt mehr wert als zusammen.
  • BYD will seinen neuen SUV Ende des Jahres in Europa ausrollen, nachdem er in China ein Riesenerfolg war. Deutsche Auto-Aktien sind gestern durch die Bank gefallen.
  • Evonik (-3%) will wegen der schwachen wirtschaftlichen Lage nochmal rund 3.000 Stellen streichen. Chemie-Aktien waren insgesamt wieder schwach.
  • Der Ölpreis hat gestern verloren, nachdem die USA und der Iran einen vorläufigen Deal unterschrieben haben.
  • SpaceX (-4%) ist den zweiten Tag in Folge deutlich gesunken, obwohl Tech-Aktien insgesamt stark performt haben. Nach der krassen Rally der letzten Tage aber auch nachvollziehbar.

In der Kurz-Analyse:

Robo-Reiniger

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Tennant stellt industrielle Reinigungsmaschinen her. Bodenschrubber, Kehrmaschinen für Supermärkte, Krankenhäuser oder Flughäfen. Am Frankfurter Flughafen putzen seit 2024 Tennant-Roboter das Terminal 1. In Nord- und Südamerika ist die Firma mit rund 25% Marktanteil Marktführer.

 

Ende 2025 hat eine ERP-Umstellung den Betrieb fast lahmgelegt. Als das System live ging, sind Bestellungen und Lieferungen komplett zum Stillstand gekommen. Die Folgen: 30 Mio. $ fehlender Umsatz und 22 Mio. $ weniger Gewinn. Bei einem operativen Ergebnis ohne Abschreibungen von 210 Mio. $ im Vorjahr war das deutlich spürbar. Die Aktie hat rund 20% verloren.

 

Trotzdem ist die Aktie auf Jahressicht 15% im Plus. Der Grund:

  • Solides Kerngeschäft: 1,2 Mrd. $ Umsatz, dazu ein lukratives Aftermarket-Geschäft. Über die Lebensdauer einer Maschine kassiert Tennant durch Service und Ersatzteile nochmal fast den ganzen Verkaufspreis obendrauf.
  • Robotik als Wachstumstreiber: Die Bodenschrubber fahren immer öfter autonom. 2024 hat Tennant eine exklusive Partnerschaft mit Brain Corp geschlossen (KI- und Navigationssoftware). Statt nur Maschinen gibt's jetzt ein laufendes Software-Abo dazu. Im letzten Quartal hat Robotik fast 10% vom Umsatz ausgemacht.
  • Rückenwind durch Arbeitskräftemangel: Reinigungspersonal wird knapper, autonome Maschinen werden attraktiver.

Mit 1,5 Mrd. $ Börsenwert kommt Tennant auf ein erwartetes KGV von 15. Das wirkt selbst für einen klassischen Maschinenbauer bei 5-10% erwartetem Wachstum nicht teuer. Aber so ein ERP-Disaster sollte dafür nicht nochmal passieren.

Zum Podcast

In der Kurz-Analyse:

ASMLs Monopol-Paradox

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ASML war Anfang 2025 noch 270 Mrd. € wert. Jetzt sind‘s 640 Mrd. €. Mehr als verdoppelt. Trotzdem wirkt die Performance im Vergleich zu anderen Chip-Aktien mager. Samsung ist im gleichen Zeitraum von 230 Mrd. € auf über 1.200 Mrd. $ gestiegen.

 

Warum hinkt ausgerechnet die wichtigste Chip-Firma Europas hinterher?

 

Das Business funktioniert fundamental anders. ASML verkauft einzelne Maschinen für über 200 Mio. $ das Stück. Ohne die kann weder NVIDIA noch Intel noch Samsung Chips produzieren. Aber die Produktion hochzufahren ist extrem schwer. In den Maschinen stecken hochspezialisierte Teile (z.B. Linsen von Carl Zeiss), und auch die Zulieferer müssen erst Kapazitäten ausbauen.

  • Volle Auftragsbücher, begrenztes Tempo: Allein SK Hynix hat im März Maschinen für 7 Mrd. € bestellt. Trotzdem soll der Umsatz 2025 nur um rund 20% wachsen. Analysten erwarten für die Folgejahre auch nicht dramatisch mehr.
  • Teure Bewertung: Das erwartete KGV liegt bei 50. NVIDIA kommt auf 20, Broadcom auf 25, Samsung auf unter 10. Allerdings sind ASMLs Umsätze und Margen deutlich stabiler, weil das Geschäft nicht so weit von den Niveaus vor dem KI-Hype entfernt ist.
  • Wenig kurzfristiger Hebel: Es könnte theoretisch passieren, dass Kunden in einem Nachfrageengpass plötzlich 1 Mrd. $ statt ein paar hundert Millionen pro Maschine zahlen. Aber das ist reine Spekulation, aktuell gibt's wenig, was darauf hindeutet.

Auf Sicht von 15-20 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ASML als eine der relevantesten Chip-Firmen solide performt. Kurzfristig haben NVIDIA oder Samsung mehr Upside-Potenzial, tragen aber auch mehr Downside-Risiko, falls der Boom in 2-3 Jahren dreht.

Tipp der Woche - von Noah

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Ken Griffin ist sicher einer der einflussreichsten Unternehmer der letzten Jahrzehnte und einer der Top-5 erfolgreichsten Investoren. Der New Yorker hat grad ein langes Profil über ihn geschrieben. Ist hinter Paywall, aber man kann beim ersten Abruf drauf zugreifen.

Und für alle, die lieber hören als lesen, hab ich noch eine Podcast-Empfehlung: Die Historikerin Katja Hoyer war im Conversations with Tyler Podcast zu Gast und hatte viele spannende Perspektiven über Deutschland und vor allem die DDR.

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