Morgen gibt's hier feiertagsbedingt keinen Newsletter. Wir wünschen schonmal ein schönes verlängertes Wochenende, während wir die letzten Vorbereitungen fürs OMR Festival & unseren Live-Podcast am 4., 5. und 6. Mai treffen.
Was war los gestern?
(Stand 29.04.2026, 22:00 Uhr)
DAX
23.955
-0.27%
STOXX 50
5.816
-0.34%
S&P 500
7.136
-0.04%
NASDAQ
24.673
+0.04%
Bitcoin
75.929 $
-0.54%
Seagate
643 $
+11.10%
Zahl des Tages:29.000.000.000 €. So viel will der finnische Aufzugkonzern Kone für den Konkurrenten TK Elevator zahlen (inklusive Schulden). Die Thyssenkrupp-Aktie ist danach um die 10% gestiegen, weil denen noch rund 16% an TK Elevator gehören. Den größeren Anteil halten seit 2020 die Private-Equity-Investoren Advent und Cinven, die damals 17 Mrd. € gezahlt haben und jetzt ordentlich Rendite einfahren. Das Aufzugsbusiness ist vor allem deshalb so spannend, weil der Großteil vom Gewinn aus stark wiederkehrenden Wartungsumsätzen kommt. Kone selbst hat nach der News leicht verloren. Der Deal macht wirtschaftlich zwar Sinn, aber für eine Firma, die selbst nur 30 Mrd. € wert ist, ist das einfach ein riesiger Brocken.
Thema des Tages:
Adidas läuft
Erst hat am Wochenende ein Adidas-Athlet zum ersten Mal einen Marathon in unter 2 Stunden gewonnen. Dann kamen gestern die Quartalszahlen und die Aktie ist über 5% gestiegen. Zur Einordnung: Nike ist letztes Quartal gar nicht gewachsen und währungsbereinigt sogar geschrumpft. Adidas ist währungsbereinigt 14% gewachsen und im eigenen Online-Shop sowie den eigenen Läden sogar in allen Regionen zweistellig.
Das Bekleidungsgeschäft hat 31% zugelegt, der Fußballbereich sogar fast 50%. Klar muss man fairerweise sagen: Adidas profitiert massiv von den WM-Trikotverkäufen. Im letzten Quartal kamen nochmal die Auswärtstrikots dazu, die den Umsatz gepusht haben. Das reine Schuhbusiness ist dagegen nur 4% gewachsen.
Wie nachhaltig ist das Wachstum also wirklich? Genau die Frage stellen sich Investoren. Und sie erklärt auch, wieso die Bewertung von 27 Mrd. € auf den ersten Blick gar nicht so teuer wirkt. Denn Adidas plant dieses Jahr 2,3 Mrd. € operativen Gewinn.
Was sonst noch los war:
NXP (+26%) hat nach starken Quartalszahlen den größten Kurssprung im Chipsektor hingelegt. Der niederländische Halbleiterkonzern profitiert weiter von der hohen Nachfrage.
Festplatten-Hersteller Seagate (+11%) feiert weiter steigende Speicherchip-Preise. Aktie hat sich dieses Jahr mehr als verdoppelt.
Starbucks (+8%) liefert Anzeichen, dass der Turnaround vom neuen CEO funktioniert. Der Umsatz in bestehenden Läden ist 6% gewachsen, vor allem weil's mehr Bestellungen gab.
Deutsche Bank (-2%) hat mit 2,2 Mrd. € Nachsteuergewinn im letzten Quartal einen Rekordwert erreicht. Die Börse hatte aber noch mehr erwartet, und die Bank hat mehr Geld für Kreditrisiken zur Seite gelegt.
Mercedes-Benz (-1%) hat im letzten Quartal so wenig Gewinn gemacht wie zuletzt im ersten Corona-Jahr. Wurde aber schon erwartet, und das Management ist optimistisch, dass 40 neue Modelle zwischen 2025 und 2027 das Wachstum wieder antreiben.
GE Healthcare (-13%) rechnet dieses Jahr mit 250 Mio. $ an zusätzlichen Kosten. Höhere Öl- und Frachtpreise sowie teurere Speicherchips belasten den Hersteller von MRT- und CT-Geräten.
Booking (+0%) hat wegen dem Iran-Krieg die Wachstumsprognose für dieses Jahr gesenkt. Weil die Zahlen sonst solide waren und die Aktie schon 20% im Minus lag, hat sie entspannt reagiert.
Der Ölpreis (+7%) ist gestiegen, nachdem Trump signalisiert hat, dass die Straße von Hormus wohl doch noch länger blockiert bleiben wird.
Die US-Zentralbank hat den Leitzins wie erwartet nicht verändert. Aber: Vier von zwölf Mitgliedern haben gegen die Entscheidung gestimmt. So viele Gegenstimmen gab's zuletzt 1992.
In der Kurz-Analyse:
Big Tech zahlt
Meta, Amazon, Microsoft und Alphabet haben gestern am selben Abend Quartalszahlen gemeldet. Der klare Gewinner: Alphabet (+7% nach Börsenschluss). Der Verlierer: Meta (-7%).
Meta wächst wie verrückt: 33% Umsatzwachstum, 14 Mrd. $ mehr Umsatz in einem Quartal. Zum Vergleich: Das ist doppelt so viel wie Snapchat in einem ganzen Jahr umsetzt. Trotzdem hat die Aktie verloren, weil die 3,56 Mrd. täglichen Nutzer (+4%) einen Tick unter den Erwartungen lagen. Und vor allem: Meta will dieses Jahr bis zu 145 Mrd. $ in Rechenzentren pumpen, 10 Mrd. $ mehr als die bisherige Obergrenze. Chips, Gasturbinen und andere Komponenten werden einfach teurer.
Amazon (-2%) liefert bei AWS: Die Cloud-Sparte ist 28% gewachsen, so schnell wie seit 2022 nicht mehr. Aber auch hier kosten die Investments mehr als erwartet. Fun Fact am Rande: Amazons Werbegeschäft macht mittlerweile 17 Mrd. $ Umsatz im Quartal (währungsbereinigt +22%). Das ist circa doppelt so viel wie ganz YouTube mit Werbung verdient.
Microsoft (-2%) solide, aber nicht mehr: Azure ist währungsbereinigt 39% gewachsen, nur minimal über den Erwartungen. An einem Tag, an dem Meta und Amazon deutlich schneller wachsen als gedacht, reicht das nicht für Begeisterung.
Alphabet überrascht im Cloud-Business: 60% Wachstum bei einer operativen Marge von 33% (deutlich über den Erwartungen). Die Google-Suche wächst weiter solide mit 19%. Und die Investments lagen nicht über den Erwartungen. Genau das wollte der Markt hören.
Dazu hat Qualcomm nach Börsenschluss rund 10% zugelegt, weil sie angekündigt haben, dieses Jahr noch einen Chip-Deal mit einem der großen Hyperscaler abzuschließen.
Prediction Markets wie Polymarket und Kalshi sind ein immer größeres Thema. Aber wer verdient hier wirklich Geld? Bloomberg hat sich alle Polymarket-Konten seit Anfang 2025 angeschaut: Über 100.000 Nutzer haben unterm Strich mehr als 1.000 $ verloren. Nicht mal 50.000 haben über 1.000 $ Gewinn gemacht.
Das Bot-Problem: Ein Großteil der Gewinner sind Bots, die automatisch handeln. Rechnet man die raus, haben alle anderen Nutzer insgesamt 131 Mio. $ Verlust gemacht. Die Bots schließen schneller und damit zu besseren Quoten ab. Normale Nutzer sind oft so spät dran, dass selbst ihre richtigen Wetten kaum noch was bringen.
Übrigens hat man gestern gesehen, dass auch Robinhood Probleme im Prediction-Market-Business hat. Der Markt scheint aktuell doch sehr auf Polymarket und Kalshi fokussiert zu sein.
Im Februar wurden Prediction Markets im Analysten-Call noch 36 Mal erwähnt, am Dienstag nur noch 9 Mal. Im Q4 wurden 8,5 Mrd. Wetten auf dem Prediction-Market von Robinhood abgeschlossen, im Q1 waren es jetzt 8,8 Mrd. Kaum Wachstum. Allein im Januar hatte Robinhood 3,4 Mrd. Wetten, danach ist das Volumen deutlich gesunken.
Der Rest schwächelt auch: Krypto-Transaktionsumsätze sind im Vergleich zum Vorquartal 39% eingebrochen, Aktien und Optionen über 10%. Die Aktie hat gestern rund 10% verloren.
Bewertung sportlich: Im besten Jahr hat die Firma 2 Mrd. $ Nachsteuergewinn gemacht, die aktuelle Bewertung liegt beim fast 40-Fachen davon.
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