SK Hynix hat gestern 9% zugelegt und die 1.000 Mrd. $ Börsenwert geknackt. Damit ist sie die dritte asiatische Firma, nach Samsung und TSMC im Billionen-Club. Am Dienstag hatte schon Micron die Marke gerissen.
Grüße von Noah, Christoph und Timon
Was war los gestern?
(Stand 27.05.2026, 22:00 Uhr)
DAX
25.178
-0.03%
STOXX 50
6.071
+0.11%
S&P 500
7.520
+0.02%
NASDAQ
26.675
+0.07%
Bitcoin
74.492 $
-1.76%
Zscaler
126 $
-31.52%
Zahl des Tages:400.000 $. So viel können Mitarbeiter in Samsungs Speicherchip-Sparte dieses Jahr als Gewinnbeteiligung kassieren. Nach einem Streik hat sich die Gewerkschaft mit dem Management geeinigt: 78.000 Halbleiter-Mitarbeiter kriegen insgesamt 10% der operativen Gewinne, also rund 23 Mrd. $. Im Schnitt sind das 300.000 $ pro Person, in der besonders profitablen Speicherchip-Sparte sogar bis zu 400.000 $.
Auch SK Hynix hat einen ähnlichen Deal. In Südkorea gibt's jetzt aber Kritik, weil Mitarbeiter in anderen Branchen Ähnliches fordern könnten. Nur haben die wenigsten Firmen so eine Gewinnmaschine wie das Speicherchip-Business.
Thema des Tages:
Winner & Loser
Gestern nach Börsenschluss gab's viel beachtete Zahlen aus der Software-Welt. Einmal von der Datenplattform Snowflake und einmal von Salesforce.
Snowflake ist nach den neuen Zahlen über 30% hoch. Der Grund: Wachstum über den Erwartungen. Prognose über den Erwartungen. Wegen KI wollen mehr Firmen ihre Daten in moderne Systeme umziehen.
Salesforce war nach den neuen Zahlen nur leicht down. Das liegt aber vor allem an der Bewertung mit einem 13er KGV. Richtig gut waren die Zahlen nämlich nicht und Salesforce erwartet dieses Quartal nur um die 10% Wachstum.
Was sonst noch los war:
AkzoNobel (+20%) hat ein gemeinsames Übernahmeangebot von Sherwin-Williams und Nippon Paint für rund 13 Mrd. € abgelehnt. Der Plan: Nippon hätte Wandfarben und industrielle Beschichtungen bekommen, Sherwin den Rest mit Auto- und Spezialbeschichtungen. Akzo findet den Preis zu niedrig. Investoren spekulieren jetzt auf ein höheres Angebot.
Adidas (+5%) hat nach einem Handelsblatt-Interview eines hochrangigen Managers zugelegt. Die Aussage: Die anstehende WM wird die kommerziell erfolgreichste ever, mit über 1 Mrd. € direktem WM-Effekt. Vor allem bei den Trikots hat Adidas die eigenen (sehr ambitionierten) Erwartungen schon jetzt übertroffen.
Schaeffler (+10%) steigt ins Raumfahrt-Business ein. Der Autozulieferer will für Spire Global Schwungräder bauen, die Satelliten auf Kurs halten. In den nächsten 5 Jahren soll das 250 Mio. € Umsatz bringen. Für eine Firma mit über 20 Mrd. € Umsatz kein Gamechanger, aber die Space-Vision hat gereicht, um die Aktie zweistellig hochzuziehen.
Pinduoduo (-10%) enttäuscht. Der Umsatz der Temu-Mutter ist nur noch um rund 10% gestiegen, der Gewinn ist sogar gesunken. Hauptgrund: der brutale Wettbewerb in China selbst.
Zscaler (-32%) ist trotz starker Zahlen gefallen. Die Cybersecurity-Firma erwartet nur 22% Wachstum im laufenden Jahr. Heißt, das Wachstum wird langsamer. Spannend war auch die Begründung für die schwache Prognose: Zwei hohe Vertriebsmanager haben die Firma verlassen. Dass zwei Personen die Wachstumserwartung einer 20 Mrd. $ Firma drücken können, ist schon krass.
In der Kurz-Analyse:
Dezentrale Kraftwerke
Wer KI-Rechenzentren mit Strom versorgen will, muss nicht aufs Netz warten. Genau das ist die These hinter 2G Energy, Wärtsilä und dem bald börsennotierten Innio.
2G Energy hat diese Woche den größten Einzelauftrag der Firmengeschichte bekannt gegeben: Ein US-Kunde hat Container-Kraftwerke im dreistelligen Megawattbereich bestellt. Die Systeme können unabhängig vom Stromnetz vor Ort aufgestellt und innerhalb von Monaten in Betrieb genommen werden. Damit umgehen sie die jahrelangen Wartelisten für einen Netzanschluss. Die Prognose fürs Gesamtjahr hat 2G deshalb auf bis zu 490 Mio. € angehoben, 2027 sollen es schon 620 Mio. € werden.
Wärtsilä als großer Bruder: Der finnische Konzern (ca. 6,5 Mrd. € Umsatz) baut Kraftwerke im Gigawatt-Bereich und hat allein in den USA knapp 2,5 GW Kapazität für Rechenzentren verkauft. Im April gab's einen 790-MW-Auftrag für ein Rechenzentrum in Texas, weil das Stromnetz dort den Bedarf nicht decken kann.
Neuer Player Innio: Das Tiroler Unternehmen (Gasmotoren der Marke Jenbacher, ehemals GE-Geschäft) hat einen IPO-Antrag an der Nasdaq eingereicht. Angestrebte Bewertung: bis zu 20 Mrd. $. Finanzinvestor Advent hatte 2018 nur rund 3 Mrd. $ bezahlt. Die Rechenzentrumsaufträge sind laut Innio zwischen 2020 und 2025 um das 16-Fache gewachsen.
Beide börsennotierten Aktien haben sich auf Jahressicht mehr als verdoppelt. Wärtsilä kommt auf ein KGV von 30, 2G Energy auf 47. Bei Innio sieht die Lage anders aus: Trotz 670 Mio. $ Umsatz im ersten Quartal hat die Firma Verlust gemacht.
Das Kryptojahr 2026 hat bisher drei große Themen: Stablecoins, Prediction Markets und der Handel von Nicht-Krypto-Produkten auf der Blockchain. Bei der dezentralen Börse Hyperliquid wird zum Beispiel seit dem Iran-Krieg extrem viel Öl gehandelt. Allein in den letzten sieben Tagen ist der Hyperliquid-Coin nochmal 30% gestiegen, dazu gibt's dort seit dieser Woche auch einen eigenen Prediction Market.
Aber aus reiner Rendite-Sicht hat ein anderes Thema zuletzt am stärksten performt: Coins im KI-Bereich. Die drei Top-Performer unter den 100 wertvollsten Coins der letzten 30 Tage:
Unibase (~500 Mio. $): Eine Plattform, auf der KI-Agenten Daten dezentral auf der Blockchain speichern und effizienter zusammenarbeiten können. Klingt spannend, aber zu Gründern und Hintergründen ist wenig bekannt. Extrem jung, extrem volatil.
Venice (~800 Mio. $): Schon 3 Mio. Nutzer können hier mit maximaler Privatsphäre verschiedene KI-Modelle nutzen. Also ein sinnvolles Modell. Ob man dafür wirklich Krypto braucht, ist ne andere Frage.
Near Protocol (~3 Mrd. $): Das größte der drei Projekte. Near baut eine Blockchain-Infrastruktur, auf der KI-Anwendungen laufen können.
Abseits der KI-Coins gab's zwei eher negative Bitcoin-Meldungen: Das Harvard Endowment hat seine Bitcoin-ETF-Anteile um 40% reduziert und Ether komplett verkauft. Und Milliardär Mark Cuban hat sich enttäuscht gezeigt, weil Bitcoin bei den Krisen der letzten Monate alles andere als eine Krisenwährung war, die gegen Verluste bei Aktien absichert.
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