Trump hat auf Truth Social gepostet, dass er die Produkte von Palantir "sehr gut für den Krieg geeignet" findet. Er hat sogar den Börsenticker PLTR direkt dazugeschrieben. Nachdem die Aktie letzte Woche 14% verloren hat (schlechteste Woche seit einem Jahr), könnte man fast glauben, dass er den Kurs treiben wollte. Geholfen hat's nicht, die Aktie leidet weiter unter Sorgen vor KI-Konkurrenz und ist leicht gefallen.
Guten Start in die Woche wünschen Christoph, Noah & Timon
Was war los gestern?
(Stand 12.04.2026, 22:00 Uhr)
DAX
23.804
-0.01%
STOXX 50
5.926
+0.51%
S&P 500
6.817
-0.11%
NASDAQ
22.903
+0.35%
Bitcoin
71.190 $
-2.56%
Coherent
308 $
+8.21%
Zahl des Tages:4.000.000.000 $. So viel hat Japan letzte Woche an neuen Förderungen für die Chip-Firma Rapidus genehmigt. Rapidus soll in wenigen Jahren die modernsten Chips der Welt produzieren, also direkte Konkurrenz zu TSMC werden. Die sind übrigens selbst mal als staatliches Projekt gestartet.
Insgesamt hat Japan jetzt schon 16 Mrd. $ in Rapidus gesteckt. TSMC gibt allein dieses Jahr 50 Mrd. $ für Investitionen aus, verglichen damit sind das also immer noch Peanuts. Aber deutlich mehr als das, was in Europa so passiert.
Thema des Tages:
Anthropic erschüttert Börse
Es gibt paar wenige Player, die mit einer einzigen Nachricht die Märkte verschieben können. Elon Musk konnte das, Trump kann das, NVIDIA kann das. Und jetzt reiht sich Anthropic in die Liste ein.
Letzte Woche hat Anthropic ein neues Modell namens Claude Mythos vorgestellt, das extrem gut darin ist, Fehler und Sicherheitslücken in Software zu finden. So gut, dass Anthropic es bisher nicht frei veröffentlicht hat, sondern nur ausgewählten Partnern zur Verfügung stellt.
In den USA haben sich die CEOs der größten Banken zu einem Sondertreffen zusammengesetzt. Solche Sprünge bei KI-Fähigkeiten treiben die Cybersecurity-Risiken massiv nach oben. Gleichzeitig haben Palo Alto, Cloudflare, Okta und CrowdStrike Ende letzter Woche deutlich verloren. Die Frage ist: Kann KI Cybersecurity bald selbst abdecken?
Fairerweise könnte man argumentieren, dass durch solche Tools der Bedarf nach Cybersecurity-Lösungen eher durch die Decke geht. CrowdStrike und Palo Alto gehören sogar zu den ersten Firmen, die mit Anthropic zusammen an der sicheren Einführung des neuen Modells arbeiten.
Anthropic treibt aber nicht nur Kurse nach unten. CoreWeave hat am Freitag 11% zugelegt, weil die Firma einen neuen Multi-Milliarden-Deal mit Anthropic abgeschlossen hat. Anthropic nutzt dann die Rechenleistung von CoreWeave.
Was sonst noch los war:
Der CEO von Lumentum (+1%) hat verkündet, dass die Firma bis 2027 ausgebucht ist und der Nachfrage trotz Kapazitätsausbau nicht hinterherkommt. Lumentum ist einer der Marktführer für optische Datenübertragung. Nach den News hat der Konkurrent Coherent (+10%) noch stärker profitiert als Lumentum selbst. Lumentum hat in den letzten zwölf Monaten aber auch schon über 1.500% gemacht. Coherent nur rund 500%.
TSMC (+1%) hat neue Zahlen geliefert. Der Umsatz ist letztes Quartal um 35% gewachsen, im März sogar um 45%. Das Jahresziel von 30% Wachstum sollten sie damit easy schaffen.
Rüstungsaktien haben am Freitag in Deutschland deutlich verloren, wahrscheinlich wegen den laufenden Friedensverhandlungen. Am Wochenende gab's in Islamabad direkte Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA, unter anderem mit JD Vance. Die hochrangigsten Gespräche zwischen beiden Staaten seit 1979. Gereicht hat's leider nicht: Vance ist abgereist und hat verkündet, dass kein Deal zustande gekommen ist. Unter anderem weil der Iran nicht ausschließen wollte, Atomwaffen zu entwickeln. Bitcoin (-3%) ist in Reaktion darauf direkt gefallen.
In der Kurz-Analyse:
Action-Konkurrent Jumbo
Der Discounter Action wächst stark und breitet sich überall aus. Aber Jumbo aus Griechenland hat eine fast dreimal so hohe Marge und kriegt trotzdem nur ein Drittel der Bewertung.
1986 als Spielzeugladen in Athen gegründet, hat sich Jumbo zum Alles-Store für günstige Produkte entwickelt. Im Schnitt kosten die Sachen 5 € und mittlerweile macht das Unternehmen über 1 Mrd. € Umsatz.
Das macht Jumbo spannend:
Keine Schulden, fast 400 Mio. € Cash und das Zentrallager hält immer Waren für 7 Monate. Der Gründer will das so, hält noch fast 20% am über 3 Mrd. € schweren Unternehmen und ist operativ dabei.
130 Mega-Stores. Klingt wenig - Action hat über 3.000 - aber ein Jumbo-Store hat über 10.000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Ein typischer Action nur 1.000.
Neben Griechenland gibt's Filialen in 11 weiteren Ländern. Ein Drittel gehört Franchisenehmern, deren Geschäft stärker wächst als das mit eigenen Läden. Ein Franchisenehmer will dieses Jahr sogar nach Kanada.
Die Nachsteuer-Marge liegt bei über 25% (für einen Discounter extrem hoch) und ein Drittel vom Gewinn geht an die Investoren. Das ergibt aktuell knapp 5% Dividendenrendite.
Dafür wächst Jumbo nur ca. 7% pro Jahr. Nicht langsam, aber auch kein Highflyer.
Tadashi Yanai hat in seinen 30ern den kleinen Klamottenladen von seinem Vater übernommen. Er ist bis heute Großaktionär von Uniqlo beziehungsweise Fast Retailing und mit einem Vermögen von 60 Mrd. $ der mit Abstand reichste Japaner.
Denn Uniqlo wächst stark und wird mit einem KGV von 50 und einem Börsenwert von 145 Mrd. $ bewertet.
Yanai will alleine in den USA 20 Mrd. $ Umsatz erreichen. Das ist das Zehnfache vom aktuellen US-Geschäft und das Dreifache vom Heimatmarkt Japan.
Am Freitag hat die Aktie über 10% zugelegt, weil rauskam, dass Uniqlo zwischen August und Februar 15% gewachsen ist. International sogar über 20%, in Nordamerika um die 30%.
Nordamerika und Europa machen zusammen mittlerweile über 20% vom Umsatz aus, das ist mehr als China. Nur Japan ist mit 30% noch größer.
2001 ist Uniqlo viel zu schnell in UK expandiert und gescheitert. 2005 kamen erste US-Läden, aber der Erfolg hat lang auf sich warten lassen. In New York und San Francisco hat's funktioniert, aber in amerikanischeren Regionen kannte niemand die Marke. Die Klamotten waren anfangs auch zu klein geschnitten. Inzwischen passt Uniqlo das Sortiment an. In Texas gibt's Designs von lokalen Künstlern und man kann sich die Texas-Flagge auf Shirts drucken lassen.
Die These: Wenn Uniqlo erstmal bekannt genug ist, sollen dieselben Argumente ziehen wie in Asien und Europa: vergleichsweise günstig, solide Qualität und Basics, bei denen man weniger falsch machen kann als beim nächsten Trend-Kauf bei Zara. Solche Staples in der Qualität zu dem Preis zu produzieren braucht Skaleneffekte, die junge Firmen nur schwer abbilden können. Das ist der Burggraben.
Aber bei einem KGV von 50 muss man sehr langfristig dabei sein, um noch relevant Luft nach oben zu haben.
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